'The Expendables’: Invasion der Action-Opis

Alte Haudegen treffen auf junge Actionstars

'The Expendables’: Invasion der Action-Opis

Ein gealterter Haudegen der 80er Jahre versammelt eine Schar Actionstars seiner Zeit um sich, paart sie mit einigen neuen Vertretern der Sparte und dreht einen Film, in dem es ordentlich kracht – ganz genau wie vor über 20 Jahren. Natürlich sehr zur Freude aller Action-Fans. Doch kann Regisseur und Hauptdarsteller Sylvester Stallone mit ‚The Expendables’ an alte Erfolge anknüpfen?

Immerhin schaffte er es, Action-Titanen wie Mickey Rourke, Arnold Schwarzenegger und Bruce Willis zu verpflichten – wenn auch nur für Nebenrollen. Im Hauptcast setzte er auf Actionstars der neuen Generation - allen voran Jason Statham, der bereits in ‚The Transporter’ den perfekten Umgang mit seinen Fäusten und Kampfgeschossen jeden Kalibers bewies.

Barney Ross (Stallone) ist der Anführer eine Gruppe von schlagkräftigen Söldnern: SAS-Messerexperte Lee Christmas (Jason Statham), Kung-Fu-Ass Yin Yang (Jet Li), die Feuerwaffen- und Sprengstoff-Spezialisten Hale Ceasar (Terry Crews) und Toll Road (Randy Couture) sowie der durchgeknallte Scharfschütze Gunnar Jensen (Dolph Lundgren). Die Truppe bekommt von dem geheimnisvollen Mr. Church (Bruce Willis) den Auftrag, einem skrupellosen Diktator in dem kleinen, fiktiven Inselstaat Vilena das Handwerk zu legen.

Gesagt, getan: Die furchtlosen Männer begeben sich in größte Gefahr. Dabei wird viel zu spät klar, dass sie einem doppelten Spiel zum Opfer gefallen sind. Nicht nur der Diktator und seine Männer sollen dabei umkommen, sondern auch die ‚Expendables’ selbst…

Sly Stallone und Co. spielen harte Jungs, die einen weichen Kern haben. Das wird deutlich, wenn Barney in Vilena unbedingt die Widerstandskämpferin Sandra beschützen will oder Lee seine Exfreundin rächt, indem er ihren gewalttätigen Freund vermöbelt. Das gute Herz der Truppe wird ganz besonders am Ende deutlich: Ausgerechnet Gunnar Jensen, der die Jungs aufgrund seines verletzten Stolzes umbringen wollte, sitzt mit einem Bierchen in der fröhlich vereinten Runde. Vielleicht ein bisschen viel des Guten…

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Bissige Sticheleien und bekannte Film-Zitate sorgen für Lacher

Um den Film aber authentisch wirken zu lassen, sind besonders die muskelbepackten Körper von Sylvester Stallone und Mickey Rourke (als Waffenhändler) von Tattoos übersät. Ein harter Kerl muss eben so aussehen, auch wenn die beiden eher durch ihre glattgebügelten Gesichter auffallen - Botox sei Dank! Welch Glück, dass die Mimik in einem Actionfilm eher Nebensache ist…

Die Actionstars schrecken auch nicht davor zurück, sich selbst ein bisschen durch den Kakao zu ziehen - ob durch bekannte Film-Zitate oder Anspielungen aufs Privatleben: Als Barney in einer Kirche den Auftrag von Mr. Church erhält, marschiert Arnie höchstpersönlich hinein und begrüßt die Anwesenden ausgerechnet mit dem bekanntesten ‚Terminator’-Zitat „I’ll be back“. Während Schwarzenegger bei diesem Action-Gipfeltreffen mal wieder sein kaum vorhandenes Schauspieltalent beweist, sorgen die bissigen Sticheleien zwischen ihm und Sylvester Stallone doch für Lacher. So wird Arnies arroganter Abgang von seinem Konkurrenten passend kommentiert: „He wants to be President!“

Vermutlich ist es gerade das, was dem Film gut tut. Sylvester Stallone hat glücklicherweise darauf verzichtet, ‚The Expendables’ zu (s)einer One-Man-Show zu machen und damit einen ‚Rambo’-Abklatsch auf die Leinwand zu bringen. Und obwohl neben ihm Jason Statham die Hauptrolle spielt, hat er jedem der ‚Expendables’ seine eigene Kampfszene gegeben. So kommen sowohl Kung-Fu- als auch Waffenfans auf ihre Kosten – einzig Dolph Lundgren als Gunnar Jensen muss eher einstecken als austeilen.

Leider kommt ‚The Expendables’ nicht ohne den ein oder anderen Logikfehler aus, doch das steht für Actionfans wohl auch nicht im Vordergrund. Stattdessen gingen die Produktionskosten von 60 Millionen Dollar offenbar hauptsächlich für die gewaltigen Spezialeffekte drauf. Eben so, wie es sich für einen echten Actionfilm gehört: Coole Kerle ballern mit Unmengen Munition um sich und sprengen dabei alles in die Luft, was ihnen in die Quere kommt. Actionfans erster Stunde werden also bei ‚The Expendables’ sicher auf ihre Kosten kommen.

Von Maike Nagelschmitz

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