'The Boss': Melissa-McCarthy-Show mit bunt gemischter Komik

Am 21. April startet "The Boss" in den deutschen Kinos. Eine schräge Komödie über eine Unternehmerin mit grenzenlosem Selbstbewusstsein. Melissa McCarthy (45, "Spy - Susan Cooper Undercover") zeigt einmal mehr, dass sie unterhalten kann. Sie übernimmt nicht nur die Hauptrolle, sondern ist auch für das Drehbuch und die Produktion verantwortlich.

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"The Boss": Hier hat Melissa McCarthy das Sagen

 

Unternehmerin und Milliardärin Michelle Darnell (McCarthy) ist hochnäsig und eingebildet. Ihre Assistentin Claire (Kristen Bell, 35, "Veronica Mars") sieht sie als Selbstverständlichkeit an. Doch als Michelles Ex-Freund und Konkurrent, Renault (Peter Dinklage, 46, "Game of Thrones"), sie wegen Insiderhandels anklagt, verliert die Milliardärin alles. Nach ihrem Gefängnisaufenthalt steht sie ohne Freunde, Familie und Besitz da. Der Unternehmerin bleibt keine andere Wahl, als ihre ehemalige Assistentin um eine Schlafgelegenheit zu bitten. Diese wohnt alleine mit ihrer Tochter Rachel (Ella Anderson, 11) und willigt zögerlich ein, ihre ehemalige Chefin aufzunehmen.

Michelle, die immer noch von sich überzeugt ist, entdeckt kurz darauf eine neue Karrieremöglichkeit. Sie macht den klassischen Pfadfindern Konkurrenz - mit einer neuen Cookie-verkaufenden Kindergruppe. Da Claire ein unschlagbares Geheimrezept besitzt, wird sie Partnerin. Doch die Zusammenarbeit zwischen der selbstbewussten Michelle und der realistischen Claire gestaltet sich schwierig. Und dann ist da auch noch Renault, der die Ex-Milliardärin zu sabotieren versucht. Während Michelle erneuten Ruhm und Reichtum anstrebt, stößt sie allerdings auf ein ganz anderes Problem, dem sie sich stellen muss: ihre schwierige Kindheit.

 

Eine einzige McCarthy-Show

 

Melissa McCarthy ist allzeit präsent und der unumstrittene Mittelpunkt des Films, die anderen Charaktere haben nur bedingt Platz neben der Entertainerin. Dabei schafft es die Rolle Michelle, den Zuschauer sowohl zu nerven als auch in ihren Bann zu ziehen. Irgendwie hat der Rotschopf eben doch eine liebenswürdige Seite und man bekommt Mitleid mit ihrer einsamen Kindheit. Wirklich tiefgehend ist letztere Thematik allerdings im Film nicht dargestellt. Bei jedem emotionalen Moment oder moralischen Gespräch wird schnell wieder ein Witz oder eine Slapstick-Einlage angehängt - der Film schafft es nur einmal wirklich ernst zu sein. Auch die Figuren sind nur oberflächlich gezeichnet.

Von den meist unmoralischen Lösungswegen der Probleme profitiert aber der Comedy-Effekt. Die Witze sind breit gefächert: Von ironischer Situationskomik bis hin zu vulgären Einlagen ist alles zu finden - und manchmal lacht man auch einfach nur erstaunt, entsetzt oder weil es dann doch etwas zu grotesk wird. Der Film überrascht damit, dass er immer wieder eher einer Parodie ähnelt. Der Konkurrenzkampf der Cookie-verkaufenden Schulkinder wird da schnell mal zur Action-Szene verwandelt, dessen Ergebnis Faustkämpfe in Slow Motion und brennende Autos sind.

 

Familiengeschäft hinter den Kulissen

 

Die Idee für den Film reicht lange zurück. Melissa McCarthy spielte vor rund 15 Jahren, während ihrer Zeit bei der Sketch-Truppe "The Groundlings", schon einmal die von ihr erfundene Rolle der Michelle Darnell. Dort lernte sie auch Ehemann und Regisseur, Ben Falcone (42), kennen. Zusammen mit Steve Mallory (48), der zur gleichen Zeit zu der kreativen Gruppe gestoßen ist, entwickelten sie über Jahre hinweg das Drehbuch zu "The Boss". Die beiden Männer sind nicht nur Teil des Kreativ-Teams, sondern geben auch ihr schauspielerisches Talent in Nebenrollen zum Besten. Damit nicht genug mit dem McCarthy/Falcone-Clan: Auch Tochter Vivian ist in einer kleinen Rolle als zehnjährige Michelle Darnell zu sehen.

 

Fazit:

 

Jeder Zuschauer wird zumindest einmal lachen müssen, denn es werden alle Arten von Humor angesprochen. Allerdings sollte man sich nicht auf einen Film mit Moral und tieferem Hintergrund einstellen, der Film bleibt eine oberflächliche Show. Die überzogenen Züge nehmen in manchen Szenen überhand und werden zur absurden Parodie auf Action-Komödien. Doch genau diese schräge, ironische Art macht Melissa McCarthy aus. Gefühle und Tiefgang werden überschattet von Entertainment und bunt gemischter Komik. Für Fans von Melissa McCarthy ist der Film ein Muss, denn sie ist die alleinige Hauptdarstellerin und der unumstrittene Mittelpunkt.

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