The Amazing Spider-Man 2 - Rise of Electro: Andrew Garfield & Emma Stone wagen sich wieder ins Spinnennetz

von
Andrew Garfield als Spider-Man
Sympathische Spinne: Andrew Garfield in seiner Rolle als Spider-Man

4 von 5 Punkten

Diese Kritik beginnt zur Abwechslung mit dem Abspann. Gerade als die letzte Einstellung aus ‚The Amazing Spider-Man 2 – Rise of Electro‘ über die Leinwand geflimmert ist und die Credits starten, passiert etwas, das in Pressevorführungen äußerst selten der Fall ist: Die Musik wird heruntergedreht, ein Mann kommt in den Kinosaal und bittet die anwesenden Journalisten explizit, keine Handlungs-Details zu spoilern. Denn die Fortsetzung der Comic-Adaption von Regisseur Marc Webb startet hierzulande früher als in den USA. Während der Film in Deutschland bereits am 17. April anläuft, müssen sich die amerikanischen Zuschauer noch bis zum 2. Mai gedulden. Und immerhin geht es um das Leben eines Schlüsselcharakters…

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Von Timo Steinhaus

Das Wichtigste also zuerst: Die Frage, ob Gwen Stacy (Smart wie schon im Vorgänger: Emma Stone) im zweiten Teil von ‚The Amazing Spider-Man‘ stirbt, wird an dieser Stelle natürlich nicht beantwortet. Denn genau darüber wurde im Vorfeld wild spekuliert. In der Comic-Vorlage kommt die Freundin des Helden ums Leben, als der grüne Goblin sie von der George-Washington-Brücke wirft. Und spätestens seit Fotos vom Set auftauchten, auf denen Emma Stone das gleiche Outfit trägt wie ihre Figur Gwen Stacy in der Todes-Szene im Comic, kocht die Gerüchteküche. Aber das muss nichts heißen – schon Sam Raimi nutzte die künstlerische Freiheit bei seiner ‚Spider Man‘-Trilogie und verschonte Gwen Stacy.

Die Blondine ist in ‚Rise of Electro‘ genau wie Spider-Man (Andrew Garfield, der wieder hervorragend mit seiner Off-Screen-Freundin Emma Stone harmoniert) mittlerweile ein wenig älter geworden. Der High School Abschluss steht an. Für Peter Parker bedeutet das mehr Stress denn je, um seinem Doppelleben gerecht zu werden. Macht aber nichts, denn mittlerweile hat er ordentlich Routine im Superhelden-Dasein. Wenn er sich mit einer schmetterlingshaften Leichtigkeit zwischen den Wolkenkratzern New Yorks durch die Metropole schwingt, könnte die Netzakrobatik geschmeidiger nicht sein. Das Verbrecherpack wird locker und verspielt erledigt. Da wird bei voller Fahrt an Autofenster geklopft, auf der Stoßstange mit dem Handy telefoniert oder der Schwerverbrecher mit heruntergelassenen Hosen für den Abtransport in den Knast verpackt. Webb zeigt einen Superhelden mit Spaß bei der Arbeit, dem man gern zusieht. Das liegt auch daran, dass Garfield mittlerweile so mit seiner Figur verschmolzen ist, dass man meint, schon anhand seiner Körpersprache das Gesicht hinter der Maske ablesen zu können. Besonders lustig wird es, wenn sich der Superheld eine Erkältung einfängt und erst erst mal kräftig ins Kostüm niest. Herrlich.

Trottelige Loser und ein großes Finale

Andrew Garfield und Emma Stone
Bei Andrew Garfield und Emma Stone stimmt die Chemie - übrigens auch jenseits der Leinwand.

Schluss mit lustig ist allerdings, wenn der Zuschauer in einem dramatischen Rückblick erfährt, warum die Eltern von Peter Parker ihren Sohn aufgeben mussten und schließlich Zeuge ihres dramatischen Tods wird. Doch der Held ist nicht der einzige, der mit dem Erbe seines Vaters zu kämpfen hat: Parallel dazu wird mit Harry Osborne (schön fies: Dane deHaan) ein alter Freund von Parker eingeführt. Der ist nicht nur ähnlich vaterlos aufgewachsen, sondern hat zu allem Übel auch noch einen Gendefekt mit auf den Weg bekommen, der ihn auf Konfrontationskurs mit der Spinne bringt. Und dann ist da noch Oberfiesling Electro (Würdiger Gegner: Jamie Foxx), der vom trotteligen aber liebenswerten Loser ungewollt zum lebenden Starkstromgenerator wird.

Auch wenn Webb sich 142 Minuten Zeit nimmt, werden die Schicksale der Charaktere mitunter relativ knapp abgebügelt. So richtig Zeit zur Identifikation mit den einzelnen Protagonisten bleibt da nicht. Stattdessen kommt es zwischendurch zu der einen oder anderen Länge, da die Handlung mitunter zugunsten der Hintergrundgeschichten der vielen Filmfiguren stagniert. Dennoch schafft es 'The Amazing Spider-Man 2', den Zuschauer gut zu unterhalten, emotionale Spannung aufzubauen und ein furioses Finale mit hübschen 3D-Effekten zu liefern. Wem der erste Teil gefiel, sollte die Fortsetzung also nicht verpassen.

Kinostart: 17. April 2014

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