The Amazing können auch mit viertem Album 'Ambulance' überzeugen

The Amazing
The Amazing erstaunen noch immer. Foto: Label © DPA

Wenn sich eine Band The Amazing nennt, also "die Erstaunlichen", dann sollte sie schon einiges im Köcher haben. Aber keine Sorge: Die Schweden lassen sich auch mit Studioalbum Nummer vier nicht der Großmäuligkeit überführen.

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"Ambulance" (Partisan/Knitting Factory) setzt den Kurs der herausragenden Vorgängerplatten fort, ohne dass sich die Band um Sänger Christoffer Gunrup wiederholen würde. Die acht teilweise episch langen Songs sind diesmal noch ein wenig bedächtiger, balladiger, auch melancholischer als auf früheren Alben.

Sie docken beim Softpop der 70er Jahre ebenso an wie bei Westcoast- und Prog-Rock, beim britischen Folk eines Nick Drake ("Moments Like These") und beim Jazz - dies vor allem dank des grandiosen Schlagzeugers Moussa Fadera. "Blair Drager" integriert sogar einen lässigen Hiphop-Beat ins ohnehin komplexe Klangbild.

Amazing-Kenner wissen natürlich längst, dass die Band eng mit Dungen verbandelt ist, der Indierock-Kulttruppe aus Stockholm. Man könnte es eine Art neue skandinavische Psychedelia nennen, deren Speerspitze diese beiden Formationen bilden. Wie schon auf "Picture You" (2015) und "Gentle Stream" (2011) driften The Amazing jedoch zum Glück nie in eitles Virtuosentum ab, obwohl das bei der enormen Qualität aller fünf Musiker nahe läge.

Auch "Ambulance" enthält wieder jede Menge schöne Melodien, die oft zu monumentaler Größe anwachsen wie im zentralen Song "Tracks". Das ist kraftvolle, inspirierte Rockmusik, die man gern mal in all ihrer Pracht im Konzert hören würde.

Doch da machen sich "die Erstaunlichen" bisher leider rar. Zur Veröffentlichung des neuen Album wies die Band-Webseite keine Live-Planungen aus, erst recht nicht für deutsche Bühnen. Bitte recht bald nachholen!


dpa

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