'The A-Team': Kracher-Kino statt 80er-Kult-Kitsch

'The A-Team': Actiongeladenes Comeback

'The A-Team': Kracher-Kino statt 80er-Kult-Kitsch

Was verbindet man mit dem A-Team? Vier ehemalige Soldaten sind auf der Flucht vor der Militär-Polizei und helfen dabei hilflosen Menschen in Not. Aber warum wird das A-Team eigentlich gejagt, was haben sie beim Militär getrieben, wie haben sie sich kennengelernt und warum hat B.A. so panische Flugangst? Diese Fragen wurden in der Serie kaum bis gar nicht beantwortet. Regisseur Joe Carnahan („Narc“, „Smokin’ Aces“) will das ändern und hat mit „Das A-Team – Der Film“ die Entstehungsgeschichte des Vierergespanns auf die Leinwand gebracht. Herausgekommen ist ein Action-Spektakel, das mit der Original-Serie nur wenig zu tun hat.

Der Kern der damaligen Kult-Serie war in allen Folgen der gleiche: Ein Zivilist wird von bösen Buben bedroht, ruft das A-Team und Hannibal, B.A., Murdock und Face eilen zur Hilfe und retten den Tag. Der Film beschäftigt sich hingegen alleine mit der Frage: Wie ist das A-Team zu dem geworden, was es ist?

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Kurzweiliges Action-Spektakel

In der ersten Szene befreit sich Hannibal (Liam Neeson, „Schindlers Liste“, „Star Wars Episode I“) aus der Gewalt korrupter mexikanischer Offiziere und macht sich dran, seinen Kameraden Face (Bradley Cooper, „Hangover“, „Valentinstag“) aus einer lebensgefährlichen Situation zu retten. Dabei trifft er das erste Mal auf B.A. (Quinton Rampage Jackson, vor allem bekannt aus Kampffilmen), der ihm bei der Befreiungsaktion zur Seite steht. Bei der spektakulären Flucht hilft den Dreien der geistesgestörte Helikopter-Pilot Murdock (spitzenmäßig gespielt von Sharlto Copley, „District 9“) - das A-Team ist geboren.

Aus dem Gespann wird schließlich eine angesehene Militär-Truppe im Irak-Krieg (ganz nebenbei: In der Serie war das A-Team ursprünglich in Vietnam stationiert!). Bei einer Mission, in der sie US-Dollar-Druckplatten aus den Händen von hiesigen Rebellen retten sollen, werden sie reingelegt und zu Unrecht beschuldigt, die Platten gestohlen zu haben. Das Ergebnis: unehrenhafte Entlassung aus dem Militär und Gefängnis. Nach sechs Monaten Knast brechen alle vier aus und machen sich auf die Suche nach den Schuldigen.

Joe Carnahan hat es mit dem Film geschafft, das A-Team ins 21. Jahrhundert zu befördern. Doch eingefleischte Fans könnten etwas enttäuscht sein, da der Charme und Kitsch der Original-Serie bei all den Spezial-Effekten nicht wiederzufinden ist.

Nah an der Original-Serie sind hingegen die Hauptcharaktere: Liam Neeson kauft man den ständig Zigarre rauchenden Anführer Hannibal genauso ab wie Shalto Copley den durchgeknallten Murdoch. Als betrügerischer Frauenheld Face hätte es vermutlich kaum eine bessere Besetzung als US-Beauty Bradley Cooper gegeben. Den schwersten Job hatte Berufskämpfer Quinton Rampage Jackson, der als B.A. der Originalbesetzung Mr. T nicht das Wasser reichen kann. Als einzige Frau macht Jessica Biel („The Illusionist“, „Powder Blue“) eine gute Figur, die als Face’ Exfreundin Charissa Sosa versucht, das A-Team zu schnappen.

Doch die gute Besetzung kann nicht über massive Filmfehler hinwegtäuschen, von denen es im Film geradezu wimmelt. So spielt eine Szene auf dem Frankfurter Bahnhof, gezeigt wird aber eine Luftaufnahme des Kölner Doms. Auf dem Frankfurter Flughafen arbeitet im Film außerdem norwegisches Bodenpersonal - um nur die auffälligsten Fauxpas zu nennen. Geschmackssache sind auch die zum Teil sehr überzogenen und realitätsfernen Action-Sequenzen. In einer Szene verhilft Hannibal B.A. über den Notausgang eines Gefangentransports zur Flucht (wenn Ausbrechen so einfach wäre, könnte man vermutlich die Hälfte aller US-Gefängnisse schließen.).

Unterm Strich ist Carnahan mit „Das A-Team – Der Film“ ein kurzweiliges Action-Spektakel gelungen. Für Freunde des Popcorn-Kinos, die es auf der Leinwand ordentlich krachen sehen wollen, genau das richtige. Nur „A-Team“-Fans der ersten Stunde sollten sich darauf einstellen, ein neues A-Team zu sehen, das die 80er-Klamotten im Schrank gelassen hat.

Von Sebastian Schmidt

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