'Terror - Ihr Urteil': Zuschauer plädieren auf 'nicht schuldig'

"Terror": Das Publikum urteilt "nicht schuldig"
Der 'Terror - Ihr Urteil'-Cast: Lars Eidinger, Martina Gedeck, Florian David Fitz und Burghart Klaußner (v.l.n.r.) © ARD Degeto/Moovie GmbH/Julia Terjung, SpotOn

Darf ein Bundeswehr-Kampfpilot eine vollbesetzte Lufthansa-Maschine ohne Befehl oder gesetzliche Grundlage abschießen, wenn er damit verhindert, dass diese von Terroristen gekapert in die ausverkaufte Allianz-Arena in München gestürzt wird? 164 Menschenleben gegen 70.000? Volksheld oder Massenmörder? Diese Frage hat das Erste am Montagabend im Film 'Terror - Ihr Urteil' dem Publikum zur Entscheidung überlassen - und ein klares Votum erhalten.

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87 Prozent der Zuschauer

In der Adaption eines Theaterstücks von Strafverteidiger und Schriftsteller Ferdinand von Schirach steht der fiktive Kampfpilot Lars Koch, gespielt von Florian David Fitz, vor Gericht, weil er die Maschine abgeschlossen hat. Mit von der Partie in dem hochkarätig besetzten TV-Film:  Lars Eidinger als Kochs Strafverteidiger, Martina Gedeck als Staatsanwältin und Burghart Klaußner als Richter. Das Besondere an dem dramatischen Experiment: Die Zuschauer dürfen entscheiden, ob sie den jungen Piloten für schuldig befinden oder freisprechen würden. So auch im Fernsehen. Und das Votum fiel eindeutig aus: Die Fernsehzuschauer in Deutschland, aber auch in Österreich und der Schweiz sprachen den fiktiven Kampfpiloten Lars Koch - gespielt von Florian David Fitz (41) - mehrheitlich frei.

Nach Angaben der ARD haben 86,9 Prozent der Abstimmungsteilnehmer aus Deutschland für "nicht schuldig" gestimmt - genauso viele wie in Österreich. In der Schweiz votierten 84 Prozent der Teilnehmer für "nicht schuldig". Im Anschluss an die Abstimmung wurde dann das passende Ende ausgestrahlt. Für den Fall eines anderen Ausgangs war ein Alternativende produziert worden.

Das Ergebnis sorgte allerdings in der Diskussionsrunde in Frank Plasbergs Sendung 'Hart aber fair' für einige Diskussionen. "Er bleibt Täter, das ist ganz wichtig. Wir können keine Menschenleben verrechnen", betonte etwa der frühere Bundesinnenminister Gerhart Baum. Die evangelische Theologin Petra Bahr erklärte: "Es gibt Situationen, in denen wir schuldig werden müssen. Das ist kaum auszuhalten."

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