Teri Hatcher spricht unter Tränen über ihre eigenen Missbrauchs-Erfahrungen

Vor den Vereinten Nationen in New York hielt Teri Hatcher eine bewegende Rede.
TV-Star Teri Hatcher sprach in einer emotionalen Rede über eigene Vergewaltigung. © HRC/WENN.com, HRC

Teri Hatcher: "Ich habe den Missbrauch überlebt"

Teri Hatcher ist beliebt, erfolgreich und immer gut gelaunt. Doch die fröhliche Fassade täuscht, der Hollywood-Star hat ein dunkles Geheimnis. Ein Geheimnis, das sich bei einer Rede vor den Vereinten Nationen in New York Bahnen brach. Anlässlich des 'Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen‘ sprach die 49-Jährige vor der UN-Vollversammlung und konnte ihre Tränen nicht zurückhalten. Denn: Sie selbst hat Gewalt erlebt, wurde als Kind von ihrem eigenen Onkel sexuell missbraucht.

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Mit ihrer Geschichte will sie anderen Mut machen, nicht mehr zu schweigen und sich gegen die Übergriffe zu wehren. Tagtäglich sind Frauen Gewalt und sexuellem Missbrauch ausgesetzt und die meisten schweigen – aus Scham. Mit einer emotionalen und sehr bewegenden Rede machte Hatcher deutlich, wie sehr sie die Vergangenheit auch heute noch beschäftigt und wie wichtig es für Betroffene ist, sich nicht zu isolieren. "Ich habe den Missbrauch überlebt!", sagte sie mit zittriger Stimme: "Jede dritte Frau muss Gewalt als Teil ihres Lebens akzeptieren. Ich bin eine von ihnen. Ich werde so laut schreien, bis sich diese Zahlen endlich verändern."

Im Anschluss an die Rede vor der Vollversammlung in New York flossen bei der Schauspielerin die Tränen
Im engagierten Kampf gegen Gewalt an Frauen und Mädchen gesteht Teri Hatcher offen, was ihr widerfahren ist. © HRC/WENN.com, HRC

Im Alter von fünf Jahren begann für Teri Hatcher das Martyrium. Der neue Mann ihrer Tante, Richard Hayes Stone, vergriff sich immer wieder an dem kleinen Mädchen. Mit sieben Jahren kam es dann zur Vergewaltigung. Jahrelang schwieg Hatcher aus Scham: "Ich war überzeugt, dass es mein Fehler war. Ich habe mir selbst dafür die Schuld gegeben und niemandem davon erzählt", erklärte sie in ihrer Rede. ´

Ein verhängnisvoller Fehler, wie sich Jahre später herausstellte: 2002 erfuhr die Schauspielerin, selbst Mutter einer Tochter, vom Selbstmord der 14-jährigen Sarah van Clement. Das Mädchen war ebenfalls ein Opfer von Hatchers Onkel. "Sie hatte ihren Kopf in ein Handtuch gewickelt, um Dreck zu vermeiden, und sich in den Kopf geschossen", so Teri. "In einem Abschiedsbrief verwies sie auf meinen Onkel, der sie jahrelang sexuell missbraucht hatte."

Dies war der Auslöser für den TV-Star, um den Mann, der ihr und Sarah das alles angetan hatte, zur Rechenschaft zu ziehen. Kein weiteres Mädchen sollte unter den Schandtaten von Richard Hayes Stone leiden. Sie zeigte ihn an und erzählte offen, was passiert war. "Meine Aussage wurde dann vor Gericht vorgelesen und mein Onkel wanderte ins Gefängnis und starb dort“, erzählt sie weiter. Ihr Peiniger wurde zu einer 14-jährigen Haftstrafe verurteilt, starb aber nach sechs Jahren an Darmkrebs. "Ich bin eine von drei Frauen, die dazu gezwungen wurde, Gewalt als Teil ihrer Lebensgeschichte zu akzeptieren. Ich bin eine von drei Frauen, die für den Rest ihres Lebens gegen die Stimme in ihrem Kopf ankämpfen muss, die den Missbrauch akzeptiert - eine Stimme, die im Gegensatz steht zu Selbstwertgefühl und Selbstachtung", verdeutlicht sie ihren inneren Kampf.

Die mutige und engagierte Rede der 49-Jährigen berührte die Zuhörer. Mit einem tosenden Applaus bedankte sich das Publikum für die offenen Worte. Bei Teri Hatcher flossen Tränen. Der Schritt, mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen, war mutig, beeindruckend - und vor allem richtig!

Bildquelle: WENN

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