Teil 2: Exklusiv-Interview mit Jupiter Jones

Jupiter Jones im Interview
Jupiter Jones: Eine Band aus der Eifel zu etablieren, ist nicht so einfach.

Facebook? "Das macht mich wahnsinnig"

Habt ihr denn momentan eine Lieblingsband?

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Andreas: Lieblingsband ist schwierig. Ich höre nicht nur eine Platte drei wochenlang rauf und runter. Die Foo Fighters sind auf jeden Fall bei uns in der ganzen Band ein Evergreen.

Sascha: Ich mag gerade Tegan and Sara sehr, also eigentlich schon seit drei Jahren.

Ihr kommt aus der Eifel? Seid ihr denn heimatverbunden?

Sascha: Unser Proberaum ist dort, von daher sind wir ab und zu da. Es ist mal ganz schön Mutter und Oma zu sehen. Ich habe auch einen Hund und gehe gerne wandern. Aber ich bin ehrlich gesagt auch ganz froh, wenn ich dann wieder weg kann. Da ist halt einfach nix. Ich wohne in Hamburg und fühle mich dort sehr wohl.

Der Eifel eilt nicht gerade der Ruf voraus, musikalisches Mekka in Deutschland zu sein. Glaubt ihr, das war für eure musikalische Entwicklung ein Vor- oder Nachteil?

Sascha: Es ist schon schwieriger eine Band aus der Eifel zu etablieren. Wenn du in der Großstadt wohnst, ist es leichter Kontakte zu knüpfen und ein Netzwerk aufzubauen, Clubs anzusprechen, wo man mal als Support spielen kann. Da tummeln sich Bands, die man auf einer Party kennen lernt. In der Eifel gibt es das alles nicht. Wenn du als kleine Eifelband irgendeinem Club in Hamburg mit deinem Demoband anschreibst, landet das sofort im Mülleimer. Es ist also nicht unbedingt ein Vorteil, aus einem kleinen Landstrich heraus eine Band aufzuziehen.

Ihr habt eure eigene Facebook-Seite. Seit rund zehn Jahren seid ihr musikalisch unterwegs. Der Mega-Erfolg kam mit eurem vergangenen Album. Musstet ihr euren privaten Zugang sperren, weil ihr plötzlich tausende Freundschaftsanfragen bekamt?

Andreas: Ich habe nach wie vor meinen eigenen Account, bekomme auch seit zwei Jahren mehr Anfragen. Ich habe irgendwann angefangen alle anzunehmen und damit kann ich natürlich jetzt nicht einfach aufhören. Ich weiß nicht wie viele Facebook-Freunde ich habe und kenne mindestens die Hälfte nicht. Ich habe etwa 30 Leute, die habe ich freigeschaltet, sonst ist alles privat. Es können also alle mit mir befreundet sein, haben aber nichts davon.

Sascha: Das mache ich nicht. Für mich ist das wirklich alles privat. In der Anfangszeit habe ich den ein oder anderen noch angenommen, wenn ich da jetzt jemanden entdecke, schmeiße ich den sofort raus. Ich kann es nicht ertragen und sehen. Ständig irgendwelche Essensfotos, wann, wer, wo morgens irgendwelchen Dünnschiss hatte.

Andreas: Die besten Facebook-Einträge sind ja auch die: "Mir ist langweilig."

Sascha: Ja, das ist ätzend. Ich kann das einfach nicht ertragen, da werde ich wahnsinnig.

"Lieber Sascha, du hast einen ganz schönen Ranzen bekommen"

Jupiter Jones im Interview
Sascha Eigner und Andreas Becker von Jupiter Jones im Gespräch mit unserem Redakteur Jakob Paßlick (von links): "Da hast du in der Studiozeit einen ganz schönen Ranzen bekommen."

Was war in den zehn Wochen im Studio euer wichtigstes Nahrungsmittel?

Andreas: Sushi! Zumindest die ersten drei Wochen haben wir jeden Abend Sushi bestellt.

Gab es auch Nervennahrung?

Andreas: Ja, unser Schlagzeuger hat immer einen ganzen Eimer 'Weiße Mäuse' mitgebracht. Wir haben zwar alle gesagt: Hör doch mal auf, doch jeder hat immer zugegriffen. Und alkoholfreies Weizen mit Zitrone, das ist ganz lecker.

Nimmt man in der Studiozeit eigentlich zu?

Sascha: Ja, definitiv, ich schon!

Andreas: Ja! Unser Schlagzeuger und ich haben zwar versucht nebenher ein bisschen Sport zu machen, aber es ist schon sehr gefährlich.

Sascha: Auf unserer Deluxe-Albumversion haben wir einen Making-of-Film. Dort gibt es einige Bilder aus dem Studio. Ich dachte mir schon: Meine Herren, lieber Sascha, da hast du in der Studiozeit einen ganz schönen Ranzen bekommen.

Es heißt, ihr seid gute Fußballer?

Andreas: Ja, das habe ich geschrieben.

Habt ihr denn aktiv gespielt?

Sascha: Ja, bis zur B-Jugend.

Andreas: Ich habe sogar noch zwei Jahre ganz unten in der Kreisklasse im Seniorenbereich gespielt. Bin aber trotzdem ein sehr guter Fußballer. Wir sind bei einem Fußballturnier im Sommer, das von Sony ausgerichtet wurde, Zweiter geworden. Da haben wir Revolverheld 3:0 geschlagen!

Und euer Lieblingsverein?

Andreas: Eintracht Frankfurt.

Sascha: Ich habe eigentlich keine Ahnung von Fußball, aber mein Lieblingsverein ist Eintracht Braunschweig.

Schon im Stadion gewesen?

Sascha: Nein, ich mag eigentlich gar kein Fußball.

Andreas: Deswegen auch Eintracht Braunschweig.

Sascha: Ich wurde gezwungen, mir einen Verein auszusuchen. Da habe ich mich für Braunschweig entschieden, weil ich total auf dieses alte Trikot mit der Jägermeister-Werbung stehe. Das ist toll, das hätte ich gerne.

Andreas. Wann hast du Geburtstag?

Sascha: 9. August.

Vielen Dank für das Interview!

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