'Ted 2': Mark Wahlberg, Amanda Seyfried und ein pöbelnder Bär sorgen für große Lacher

Ted 2

Kinostart: 25. Juni 2015
Genre: Komödie
Originaltitel: Ted 2
Filmlänge: 115 Minuten

4 von 5 Punkten

Da sind sie wieder, die Donnerbuddies. Und das ist auch verdammt gut so! Rund drei Jahre ist es her, dass uns John Bennett (Mark Wahlberg) und sein plüschiger Sidekick Ted zum ersten Mal davon überzeugten, dass ein Kinderspielzeug nicht gleichzeitig eine gute Kinderstube braucht. Ted flucht, Ted kifft und Ted trinkt “ein wenig“ zu viel Alkohol. Doch wer glaubt, dass das Teds Probleme sind, der ist schief gewickelt. In der Fortsetzung des Sensationserfolgs von ‘Family Guy‘-Macher Seth McFarlane geht es um nichts Geringeres als um die schiere Existenz des Stoffbären. Eine Story über Liebe, Freundschaft und jede Menge Gras. Oder wie es die Stimme aus dem Off zu Beginn des Films so schön auf den Punkt bringt: “In den USA ist einfach jeder Scheiß möglich.“

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Mit einer rauschenden Hochzeit endete der erste Teil, und mit einer rauschenden Hochzeit beginnt auch der zweite. Diesmal ist es aber nicht John, der vor den Traualtar schreitet, sondern Ted. Der ehelicht nämlich tatsächlich seine Kaugummi kauende Supermarkt-Affäre Tami-Lynn (Jessica Barth). Und damit beginnt das Unheil, denn wie es sich in einer ordentlichen Ehe gehört, fliegen schon nach einem Jahr die Fetzen. Oder in diesem Fall die Bierflaschen. Eine Szene, die dank des Einsatzes einer Handkamera den schmierigen Charme einer zweitklassigen US-Soap versprüht.

Um der Liebe auf die Sprünge zu helfen, entschließen sich die beiden, ein Baby zu bekommen. Da Ted trotz allerhand heldenhafter Eigenschaften wie Gras-Rauchen und Pöbeln leider nicht in der Lage ist, selbst Kinder zu zeugen, muss ein Samenspender her. Die Wahl fällt - wie sollte es auch anders sein - auf Donnerbuddy John. Als sich das eigentlich “leicht von der Hand gehende“ Unterfangen aber als Mission Impossible herausstellt, braucht es einen Plan B - und der heißt Adoption. Keine wirklich gute Idee, denn die Behörden zweifeln plötzlich an Teds Status. Ist er nun ein Mensch oder doch nur eine Sache? Teds Welt gerät aus den Fugen und das schräge Bär-Mensch-Gespann macht sich auf, um die Dinge ins rechte Licht zu rücken. Als Anwältin an ihrer Seite: die ebenfalls den Drogen nicht abgeneigte College-Absolventin Sam L. Jackson (Amanda Seyfried). Das wilde Abenteuer beginnt.

Ted, Mark Wahlberg und Amanda Seyfried Amanda Seyfried unterwegs mit Mark Wahlberg und Ted

McFarlane, der nicht nur Regie geführt hat, sondern auch wieder für das Drehbuch verantwortlich ist, haut in ‘Ted 2‘ einen großen Comedy-Moment nach dem anderen raus. Als grandioses Beispiel dient der Gastauftritt von Liam Neeson, der an der Kasse von Teds Supermarkt herrlich verschwörerisch über Kinderfrühstück philosophiert. Ebenfalls sehenswert ist, wie Ted und seine Co-Stars mitten in der Nacht zu den Klängen des legendären Score von ‘Jurassic Park‘ eine Hanf-Plantage entdecken. Einziger Kritikpunkt am Gag-Feuerwerk: Es hätte nicht in jeder Szene eine Bong, einen Penis oder eine Penis-Bong gebraucht.

Welchen Kult-Status der Pöbelbär mittlerweile erreicht hat, zeigt ein Blick auf den Cast. Egal ob Morgan Freeman (‘Die Verurteilten‘), Seyfried oder Wahlberg, sie alle sind mit sichtlich viel Spaß und Herzblut bei der Sache. Das famose Zusammenspiel der Hollywood-Stars mit dem CGI-Teddy rettet am Ende über den zu flachen Plot hinweg. Und dass, obwohl McFarlane in seinem Skript doch einige gesellschaftspolitische Themen wie Bürgerrechte oder Sklaverei behandelt. Oder besser gesagt, behandeln wollte, denn er kratzt höchstens an der Oberfläche.

‘Ted 2‘ ist ein solides Sequel, das von fantastischen Gags und überraschenden Cameoauftritten getragen wird. Durch die, in der zweiten Hälfte dann aber arg aus dem Ruder laufende Handlung, kann der Film nicht mit dem Charme des ersten Teils mithalten. Vor allem die ehrliche und schmerzfreie Parodie des Alltags geht dem Streifen leider ab. Am Ende des Tages bleiben die Donnerbuddies aber zwei verdammt lässige Socken, denen man auch gerne noch ein drittes Mal beim Saufen, Kiffen und Pöbeln zuschauen möchte. Die Frage ist doch schließlich: Braucht Ted Plot, solange er Pot hat?

Bildquelle: dpa bildfunk
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