Taylor Swift: "Mr. Right muss kein Promi sein"

Taylor Swift: "Mr. Right muss kein Promi sein"

Exklusiv-Interview mit Taylor Swift

Ihre Musik erinnert an Shania Twain und Faith Hill, sie gilt als das Wunderkind des Country-Pop: Taylor Swift ist erst süße 21, aber international bereits ein Superstar - und hat schon jetzt mehr Preise abgeräumt, als manch „alter Hase“ im Showbusiness. Nun ist sie mit ihrem dritten Album „Speak Now“ auch in Europa unterwegs. Wir haben die zerbrechlich wirkende Sängerin vor dem einzigen Deutschlandkonzert der Tour backstage zum Interview getroffen.

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von Nicole Feybert

Taylor, du bist nun schon einige Zeit auf Welttournee - wie läuft es für dich?

Taylor: Es ist super bislang! Wir waren an Plätzen, die ich wahrscheinlich niemals zu Gesicht bekäme, wenn wir nicht auf Tour wären. Singapur, Hongkong, die Philippinen, es war Wahnsinn, dort Shows zu spielen. Jetzt haben wir den Europateil vor uns!

Du spielst nun in den ganz großen Hallen. Wie ist es, vor so einem Riesenpublikum zu stehen?

Taylor: Ich bin sehr dankbar dafür, in den großen Arenen spielen zu dürfen, besonders in Deutschland. Ich war noch nicht oft hier und habe trotzdem so tolle Fans, das bedeutet mir sehr viel. Beide Arten von Publikum machen Spaß, z.B. eine Akustikshow vor wenigen Leuten, ebenso wie in Stadien zu spielen. Eins der coolsten Dinge am Musikersein ist, dass dein Job niemals gleich ist. Du machst niemals die gleichen Dinge an zwei Tagen hintereinander.

Wie bist du überhaupt zum Country-Genre gekommen?

Taylor: Wegen des Geschichtenerzählens. Country hat eine sehr lyrische Seite, ich liebe das. Ich habe mich in die Musik von Shania Twain, den Dixie Chicks und Faith Hill verliebt ... Da gab's kein Zurück!

Gibt’s noch mehr persönliche Musikvorbilder?

Taylor: Faith Hill und Shania Twain werden immer meine Lieblinge bleiben, weil sie mich selbst zum Musikmachen gebracht haben. Aber ich höre mir alle möglichen Stilrichtungen an. Hip-Hop, Singer-Songwriter, Folk, alles mögliche.

Gibt es jemanden, mit dem du gerne mal ein Duett singen würdest?

Taylor: Ich würde gerne mal mit Bruno Mars zusammenarbeiten. Ich bin ganz hin und weg von seinen Songrwiterfähigkeiten!

Songwriter verarbeiten ja oft persönliche Erfahrungen in ihren Texten. Du auch?

Taylor: Es ist einfacher, Lektionen im Leben zu lernen, indem ich darüber schreibe. Ja, wenn ich einen Song geschrieben habe, ist es oft leichter, damit klarzukommen.

… und damit hast du bereits vier Grammys gewonnen. Wie geht man mit dem Erfolgsdruck um?

Taylor: Ich finde, dass der Erfolg dich nicht zu sehr stressen sollte. Wenn ich an letztes Jahr denke, das mit dem Gewinn von vier Grammys wie ein Riesengeschenk für mich war, dann betrachte ich das als eine der allercoolsten Dinge, die mir je passiert sind. Ich erwarte nicht, dass das je wieder passieren wird. Ich kann nur darauf hoffen und mein Bestes geben, und dann sehen, was passiert. Man sollte Erfolge genießen, aber nicht zulassen, dass sie einen belasten.

Kannst du dich daran erinnern, wie es war, den eigenen Namen als Grammy-Gewinnerin zu hören? Was war der erste Gedanke?

Taylor: Komplette Ungläubigkeit! (Taylor lacht und redet sich richtig in Fahrt) Diese Stimme im Kopf, die tausendmal fragt 'Passiert das wirklich?' Und ein so großes Grinsen, dass man das Gefühl hat, es geht nicht mehr weg! Ich war gleichzeitig unfassbar geehrt, fassungslos und geschockt.

… und dann?

Taylor: … haben wir groß gefeiert. Den Moment wollte ich einfach nicht vorbeiziehen lassen!

Paparazzi? „Ich tue so, als ob sie nicht da sind.“

Taylor Swift: "Mr. Right muss kein Promi sein"

Du hast in den letzten Jahren Ausflüge in die Schauspielerei gemacht. Ist das etwas, was du dir auch zukünftig als Karriere vorstellen könntest?

Taylor: Wenn ein Drehbuch kommt, bei dem ich das Gefühl habe 'diese Story muss ich erzählen', würde ich das definitiv machen. Aber die Musik ist und bleibt bei weitem meine größte Leidenschaft! Es muss also schon ein sehr sehr gutes Drehbuch kommen, um mich davon abzulenken … (lacht)

Liest du Kritiken und die Storys in der Klatschpresse über dich?

Taylor: Wenn ein Album rauskommt, interessiert es mich natürlich, was andere darüber denken. Wenn es um professionelle Kritik geht, das bedeutet mir einiges. Ich lese sehr viele Kritiken über meine Alben, denn das ist konstruktiv, gut geschrieben und man kann jede Menge daraus lernen. Wenn es aber um Gerüchte und Spekulationen in meinem Privatleben geht, wen ich z.B. gerade date, dann lese ich das nicht. Das würde meinen kompletten Tag ruinieren. Ich habe kein dickes Fell. Ich bin Songwriterin und sensibel zu sein, ist sowas wie mein Job …

Stichwort "daten". Kannst du dir vorstellen, jemanden zu daten, der absolut nichts mit dem Showbiz zu tun hat?

Taylor: Wenn ich an Mr. Right denke – hat es gar nichts mit dem Beruf zu tun, nichts mit Aussehen oder so. Es kommt auf das Gefühl an, das ich habe, wenn ich mit ihm zusammen bin. Das ist für mich das Ausschlaggebende.

Wie schwierig ist es denn für dich als Celebrity, echte Freundschaften zu halten und zu schließen?

Taylor: Freundschaften drehen sich weniger darum, ob man im Showbiz ist, sondern mehr darum, Leute gut zu behandeln - auch wenn du mal einen schlechten Tag hast. Das gilt besonders für Freunde. Wenn du das beibehältst, behältst du auch deine Freunde.

Durchschaust du Leute, die eventuell nur ein Stück von deinem Ruhm abhaben wollen?

Taylor: Ich versuche, da nicht allzu paranoid zu werden. Aber ich bin auch nicht naiv, was das betrifft. Ich verlasse mich auf meine Intuition. Es ist leichter, als man denkt, schlechte Absichten zu durchschauen! (und das sagt sie so bestimmt, dass man es ihr sofort glaubt)

Du wirst als Celebrity ständig von Paparazzi verfolgt. Wie gehst du damit um?

Taylor: Ich gehe gar nicht mit denen um, ich tue so, als ob sie nicht da sind.

Du ignorierst sie?

Taylor: Ich lebe einfach mein Leben, und wenn Leute davon Bilder machen, dann tun sie es. Ich verzichte nicht aufs Essengehen, nur weil da draußen Autos mit Paparazzi stehen. Ich gehe dann einfach und vermute, er macht dann seine Bilder. Ich versuche, 'natürlich' damit umzugehen und nicht zu viel darüber nachzudenken. Das Ganze ist natürlich nichts, auf das man hofft, wenn man rausgeht!

Letzte Frage von deinen vielen Style-Fans: Gibt’s modische Vorbilder für dich?

Taylor: Ja, die gibt's – wen mag ich zur Zeit? (überlegt lange) Toll, und jetzt fällt mir keiner ein! Ich habe offenbar nicht genug Modemagazine gelesen. (lacht)

Die PR-Managerin drängt zum nächsten Termin – und wir danken für das Interview!

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