'Tatort: Söhne und Väter': Die Handlung im Fakten-Check

Der "Tatort: Söhne und Väter" im Fakten-Check
"Tatort: Söhne und Väter": Die Mutter, Daniela Rebmann (Sanne Schnapp), hält den Konflikt zwischen ihrem Sohn Karim Löscher (Emilio Sakraya) und ihrem Mann, der nicht sein Vater ist, nicht mehr aus © SR/Manuela Meyer, SpotOn

Wie häufig sind Stieffamilien?

Die Beziehungen zwischen Söhnen und Vätern standen im Mittelpunkt des Saarland-Krimis "Tatort: Söhne und Väter" (29. Januar, 20.15 Uhr, das Erste). Dieses ganz besondere Verhältnis wurde in mehreren Handlungssträngen erzählt:

Zum einen zieht der Sohn von Kommissar Jens Stellbrink (Devid Striesow) zu ihm nach Saarbrücken - und damit weg vom neuen Partner seiner Mutter. Ein anderer Sohn wird vom überforderten alleinerziehenden leiblichen Vater misshandelt. Eine dritte Geschichte erzählt von einem Mann, der zwar kein eigenes Kind hat, sich aber dennoch sehr für seinen Lehrling einsetzt. Auslöser für den eigentlichen Mord im Krimi ist aber eine fatale Beziehung zwischen einem Sohn und seinem Stiefvater, der diesen psychisch misshandelt, weil er anders ist als gewünscht...

Wie viele Stieffamilien gibt es in Deutschland?

Doch nicht nur im Film tun sich Söhne und Väter in Stief- und Patchworkfamilien nicht immer leicht. Laut dem "Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend" zieht sich "der Prozess des Zusammenwachsens einer Stief- und Patchworkfamilie durchschnittlich über etwa fünf Jahre hin".

Im Unterschied zu dieser Form des Zusammenlebens gibt es in der Familienforschung noch die sogenannte Kernfamilie, bei der die Eltern mit den leiblichen Kindern zusammenleben. Die Kernfamilie ist in Deutschland nach wie vor die häufigste Familienform - circa 80 Prozent. Dagegen sind Stieffamilien ähnlich stark verbreitet wie Alleinerziehende - je nach Datenquelle sind es um die 10 Prozent.

Herausforderungen in der neuen Familie

In Stief- und Patchworkfamilien werden neue familiäre Beziehungen eingegangen. Eine Schlüsselrolle kommt dabei laut Ministerium dem leiblichen Elternteil zu, bei dem das Kind überwiegend lebt. "Dieser muss zwischen Kind und neuem Partner vermitteln." Gleichzeitig sei es aber auch wichtig, sich Zeit zu nehmen, um "die neue Partnerschaft aufzubauen und zu festigen".

Was die Kinder brauchen

Die meisten Kinder belastet eine Scheidung oder Trennung der Eltern sehr. Um diese Krise zu verarbeiten und sich an die neue Lebenssituation zu gewöhnen, "brauchen Kinder viel Einfühlungsvermögen, individuelle Förderung und die Orientierung der Erwachsenen". Dabei ist die Beziehung zum Stiefelternteil "eine zentrale Herausforderung" in der neuen Familie. Aufgebaut werden kann sie durch "gemeinsame kindorientierte Aktivitäten", rät das Ministerium. Absehen sollte der Stiefelternteil dagegen von "stärkeren erzieherischen Eingriffen".

Die Stieffamilie ist nicht neu

Auch wenn Patchwork ein verhältnismäßig modernes Wort ist, ist die Stieffamilie keine neue Familienform. Im Gegensatz zu heute führte früher allerdings vor allem der Tod eines Elternteils zu dieser neuen Familie. Der Stiefelternteil hat damals die Versorgung übernommen. In der modernen Stieffamilie gibt es den Stiefelternteil in der Regel zusätzlich zum biologischen Elternteil.

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