'Tatort' in Dresden: Alwara Höfels und Karin Hanczewski sind auf einem guten Weg

So wird der neue Dresden-"Tatort"
V.l.n.r.: Urs Jucker, Alwara Höfels, Karin Hanczewski, Martin Brambach, Jule Böwe © MDR/Gordon Mühle, SpotOn
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Von allem ein bisschen

Das neue Dresden-"Tatort"-Team meldet sich mit seinem zweiten Fall zurück. Diesmal ermitteln die Kommissarinnen Sieland und Gorniak in "Der König der Gosse" mit ihrem Chef Schnabel im Umfeld von Obdachlosen und deren vermeintlichen Gönnern. Die Regie übernahm Dror Zahavi, der einen anspruchsvollen Job hatte. Das Drehbuch von Ralf Husmann und Mika Kallwass will von allem ein bisschen sein. Und damit ein wenig zu viel...

"Die besondere Herausforderung bei der Inszenierung der zweiten Folge des Dresdner Tatorts bestand für mich nicht unbedingt in der Neuheit des Formats, sondern vielmehr in der Realisierung eines Drehbuchs, welches mit verschiedenen Genres jongliert", sagte Zahavi im Vorfeld der Ausstrahlung. Der Film sei gleichzeitig Krimi sowie Komödie, genauer gesagt sogar eine gesellschaftliche Satire. Soviel vorweg: Dieses Dilemma kann der Streifen über die 90 Minuten hinweg nicht komplett abstreifen.

Darum geht's

Der beliebte Sozialunternehmer Hans-Martin Taubert stürzt von einer Brücke und überlebt schwer verletzt. Die Dresdner Ermittlerinnen Henni Sieland (Alwara Höfels, "Fack Ju Göhte") und Karin Gorniak (Karin Hanczewski) treffen auf drei obdachlose Zeugen, die behaupten, Taubert sei von der Brücke geworfen worden. Taubert hat die "Berberhilfe" gegründet, ein Unternehmen, das sich um die Unterbringung von Obdachlosen und anderen Hilfsbedürftigen kümmert. Er ist durch die Armen reich geworden und machte daraus auch öffentlich keinen Hehl. Die drei Obdachlosen behaupten, Tauberts Security zu sein. Stimmt das wirklich?

Auch Tauberts Bruder Hajo gerät ins Visier der Ermittlerinnen. Deutlich weniger geschäftstüchtig als Taubert, hatte sich Hajo für eine zwielichtige Unternehmung Geld bei ihm geliehen. Taubert pochte, Bruderliebe hin oder her, auf Rückzahlung. Kurz darauf wird im Krankenhaus ein weiterer Anschlag auf Taubert verübt...

Lohnt sich das Einschalten?

Man sieht ihnen gerne zu: Das Triumvirat aus Alwara Höfels, Karin Hanczewski und Martin Brambach passt. Die Darstellerinnen verkörpern ihre Rollen hervorragend und geben den Figuren in ihrem zweiten Auftritt die notwendige Tiefe. Der Fall an sich wirkt allerdings ein wenig konstruiert und mit klischeehaften Nebenfiguren überladen. Einige lustige Situationen und Dialoge entpuppen sich als Rohrkrepierer. Dennoch ist "Der König der Gosse" kein klassischer Reinfall. Eher ein solider, junger "Tatort" mit Luft nach oben.

Fazit: Ein bisschen Fisch, ein wenig Fleisch. Der Spagat zwischen Krimi, Komödie und gesellschaftlicher Satire gelingt in einigen wenigen Szenen recht ordentlich. Über die 90 Minuten hinweg rümpft der geübte "Tatort"-Zuschauer allerdings mit großer Wahrscheinlichkeit das ein oder andere Mal die Nase. Das Dresden-Team hat sich noch nicht ganz gefunden, ist aber auf einem guten Weg.

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