"Tatort - Der Inder": Der Stuttgart-21-Faktencheck

"Tatort - Der Inder": Der Stuttgart-21-Faktencheck
Pro oder Contra? Bootz (Felix Klare, l.) und Lannert (Richy Müller) sind sich in Sachen Stuttgart 21 uneins © SWR/Alexander Kluge

In "Der Inder" widmet sich der Stuttgarter "Tatort" endlich dem umstrittenen, städtebaulichen Projekt Stuttgart 21. Die Kommissare Lannert (Richy Müller) und Bootz (Felix Klare) führen dabei stellverstretend für die Bevölkerung die Pro- und Contra-Debatte. Doch stimmen ihre Argumente?

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Haben die Kommissare recht?

 

"Wie lange soll das noch so gehen?" "Na, bis 21!" - Stimmt das?

 

Tatsächlich soll der Bahnhof nach aktuellen Angaben der Deutschen Bahn bis Ende 2021 in Betrieb gehen. Die Zahl im Namen des Bauprojekts bezieht sich allerdings nicht auf das Jahr seiner Fertigstellung, sondern schlicht auf das Jahrhundert, in dem es verwirklicht werden soll. Nimmt man die Nomenklatur allzu genau, hätten Bahn und Co. noch 85 Jahre Zeit, die Bauarbeiten zu beenden. Die Planung sieht freilich anders aus - auch wenn Gegner des Projektes eine Fertigstellung bis 2021 für unmöglich halten.

 

"Das zahlen meine Kinder noch ab!" - Kostet das Projekt wirklich 7 Milliarden Euro?

 

Ursprünglich waren 2,5 Milliarden Euro veranschlagt. Diese Summe wurde seitdem wiederholt nach oben korrigiert. Die Bahn hält aktuell an einer Kostenhöhe von 6,5 Milliarden Euro fest. Gegner und Kritiker des Projekts sprechen von ganz anderen Summen. Vor wenigen Tagen präsentierten der Architekt Roland Ostertag, der Tiefbauingenieur Peter Kappes und der Kabarettist und Publizist Peter Grohmann eine eigene Einschätzung zu den Kosten. Ihr Ergebnis: mindestens 14,55 Milliarden Euro.

 

"Man kann in diesem Land Menschen nicht einfach so mit Farbbeuteln beschmeißen." - Wird immer noch gewaltsam demonstriert?

 

In "Der Inder" fliegen nicht nur Farbbeutel - es wird sogar ein Polizeiauto in Brand gesetzt. Dass die Debatte um Stuttgart 21 nicht immer friedlich von statten ging, ist bekannt - das Foto des Ingenieurs, der durch einen Wasserwerfer sein Augenlicht verlor, ging um die Welt. Proteste gibt es bis heute, von Groß-Demos bis hin zu Kunstinstallationen mit im Rahmen der Bauarbeiten gefällten Bäumen. Gewaltsame Eskalationen gegen Demonstranten oder Polizei gab es jedoch in jüngster Zeit nicht mehr.

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