'Take That' im exklusiven Interview: "Die Flitterwochen haben wir hinter uns"

Gary, Howard und Mark im Interview 'Take That' sind nur noch zu dritt

'Take That' sind jetzt zu dritt

Hätte mir jemand 1991 erzählt, dass ich 'Take That', für die ich damals mächtig schwärmte, eines Tages persönlich treffen und sogar ganz seriös als Redakteurin interviewen dürfte, hätte die Neunziger-Jahre-Version von mir ungläubig den Kopf geschüttelt - und dann vermutlich gemault, dass sie noch ein Vierteljahrhundert auf ein Treffen im Backstage-Bereich warten muss. Mein aktuelles Ich hingegen hat am 4. Oktober 2015 ein stilles Dankgebet zum Fangirl-Gott geschickt, denn fiese Dauerwelle und Karottenjeans der Neunziger waren beim Interviewtermin zum Glück inzwischen Geschichte. Aber: Wenn mir mein Look aus den Neunzigern schon peinlich ist, wie unangenehm ist er dann erst Mark Owen, Gary Barlow und Howard Donald, die in den Anfangstagen der Band gerne extrem freizügige Lederoutfits trugen und sich im Video zu 'Do what you like' die nackten Pos mit Marmelade beschmieren ließen?

— ANZEIGE —

Von Claudia Spitzkowski

Vermutlich nicht unbedingt ein Video, das man beim Familienabend den lieben Kleinen zeigt, oder? Gary nimmt’s gelassen: "Jeder hat peinliche Fotos aus seinen Zwanzigern irgendwo versteckt bei denen er denkt 'Was habe ich mir dabei nur gedacht?!' Wir hatten nur das Pech, diese Phase vor Millionen von Menschen öffentlich auszuleben. Aber es ist auch der Grund, warum wir heute hier sitzen. Und so viele Fans, die zu unseren Konzerten kommen, begleiten uns seit 25 Jahren. Unsere Musik ist der Soundtrack ihres Lebens", wie er mir im exklusiven Interview für VIP.de verriet.

Tatsächlich ist das 'Take That'-Publikum inzwischen so erwachsen geworden wie die Bandmitglieder. In der Konzerthalle ist das Durchschnittsalter 30 aufwärts. Viele weibliche Fans haben ihre Freunde oder Ehemänner dabei, einige sogar ihre Kinder. Im Parkhaus reiht sich ein Wagen mit Kindersitz an den nächsten. Wer früher von Mama und Papa nach dem Konzert abgeholt wurde, fährt heute den eigenen Nachwuchs spazieren. "Das ist es, was die neuen Bands eben noch nicht haben, diese langjährige Geschichte, die wir mit unserem Publikum teilen", schwärmt Gary.

Take That im Interview Gary, Howard und Mark im exklusiven Interview mit VIP.de-Redakteurin Claudia Spitzkowski.

Eine Portion Rührei hat über die Zukunft der Band entschieden

Klar, dass sich die Fans beim Konzert immer dann besonders freuen, wenn ein Hit von damals gespielt wird. Vor allem, weil Howard, Gary und Mark es sich nicht nehmen lassen, auch die Choreografien von früher wieder aufleben zu lassen - wobei man ihnen ihr fortgeschrittenes Alter nicht anmerkt. Aus der Boyband von einst ist eine sehr attraktive – und fitte - 'Manband' geworden, die immer wieder Kontakt zu ihrem Publikum sucht und zwischendurch spontan Hände schüttelt. Dabei hätte allerdings irgendwer Howard sagen sollen, dass man von Fremden besser nichts Süßes annimmt: Nachdem ihm ein weiblicher Fan eine Tüte deutsche Gummibärchen geschenkt hat, ist er ausgerechnet beim Klassiker 'Back for good' aus dem Rennen, weil er vor lauter glücklichem Kauen nicht mehr singen kann. Gary und Mark amüsiert’s sichtlich.

Auf die Frage, wo nach fast 25 Jahren Band-Ehe der Spaß dann aber doch mal aufhört und die anderen nerven, wissen sie im VIP.de-Interview dann auch keine Antwort. Howard versucht diese Harmonie zu erklären: "Zum einen sind wir sehr professionell, aber wir lieben uns auch sehr. Wir sind einfach echt gute Freunde." Mark gibt dann aber zu, dass er seine Kollegen möglicherweise ab und an mit seiner Unpünktlichkeit nervt. Aber das Gute an einer so langjährigen "Ehe" sei, dass man offen aussprechen könne, wenn mal was doof läuft: "Wir haben die Flitterwochen hinter uns, die fanden damals in den Neunzigern statt."

In den angesprochenen Flitterwochen damals waren sie noch zu fünft. Inzwischen sind sie ohne Robbie Williams und - recht frisch - auch ohne Jason Orange unterwegs. War es seltsam, das neue Album 'III' zu dritt zu schreiben? "Es war eine beunruhigende Zeit, als Jason uns verlassen hat. Wir wussten nicht, ob es überhaupt ein neues Album geben würde. Aber dann haben wir uns gesagt, dass Musik unsere Leidenschaft ist", erinnert sich Gary, "daher war es einfach, wieder ins Studio zu gehen und neue Songs zu schreiben." Mark verrät, dass ein Frühstücksritual am Ende eine große Rolle bei der Entscheidung gespielt hat: "Wir haben uns in Los Angeles ein Haus zusammen gemietet, als noch nicht sicher war, wie und ob es nach vier Jahren Bandpause überhaupt weiter gehen soll. Für mich war diese Woche ein Wendepunkt. Howard hat mir morgens immer Kaffee gemacht und Gary Rührei – und da wurde mir klar: Ja, ich möchte das mit der Band wieder machen." Liebe geht offensichtlich tatsächlich durch den Magen. Deshalb nehme ich auf das nächste 'Take That'-Konzert auf jeden Fall eine große Tüte Gummibärchen mit .

— ANZEIGE —