'Taffe Mädels' - Kinostart 04. Juli

'Taffe Mädels'
Sandra Bullock und Melissa McCarthy in 'Taffe Mädels'

Dreamteam Bullock & McCarthy in Aktion

Die eine hat nach dem Betrug ihres Ehemannes die Fassung behalten und sich mit ihrem Adoptivsöhnchen Louis ein neues Leben aufgebaut, die andere stürmt derzeit wie eine Naturgewalt die Kinocharts mit einer Komödie nach der anderen: Sandra Bullock und Melissa McCarthy sind wahrlich taffe Mädels und haben sich ihren Platz in der gleichnamigen Komödie von Paul Feig mehr als verdient.

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So unterschiedlich die beiden Schauspielerinnen optisch sind, so unterschiedlich sind auch ihre Charaktere in der Komödie 'Taffe Mädels'. Sarah Ashburn (Sandra Bullock) ist eine stocksteife, mustergültige FBI-Agentin, deren Job ihr Lebensinhalt ist. Als ihr dann auch noch eine Beförderung winkt, setzt die bestrebte Ermittlerin alles daran, ihren neuen Fall zu lösen und einen allseits gesuchten russischen Drogenbaron dingfest zu machen. Der gehemmten Einzelgängerin wird allerdings ein Strich durch die Rechnung gemacht, als sie die erbarmungslos brutale und Schimpfwörter spuckende Polizistin Shannon Mullins (Melissa McCarthy) als Unterstützung an die Seite bekommt. Diese ist nämlich auch alles andere als erfreut über ihre neue Partnerin, und so dauert es nicht lange, bis es zwischen dem ungleichen Ermittler-Duo mächtig kracht.

Krachen ist auch ein gutes Stichwort für den neuen Stern am Comedy-Himmel. Melissa McCarthy ist wie eine Bombe eingeschlagen und hat sich auch ohne Size Zero einen Platz in der Hollywood-Liga erkämpft. Sie hat ihre Nische im Comedy-Fach gefunden und war für den Kassenknüller 'Brautalarm' sogar für einen Oscar nominiert. In 'Taffe Mädels' verkörpert sie eine burschikose, taffe und abgedrehte Frau, deren Wortschatz zu 80 Prozent aus Schimpfwörtern besteht – kurzum: eine Mischung aus ihren letzten Rollen in 'Voll abgezockt', 'Brautalarm' und 'Immer Ärger mit 40'. McCarthy beherrscht die Rolle des draufgängerischen Wirbelwindes aus dem Effeff und verkörpert ihn zu 100 Prozent mit Leib und Seele. Dennoch sei ihr geraten, es mit der Darstellung ihrer Charaktere nicht zu sehr zu übertreiben. Denn es gibt doch einen kleinen, aber feinen Unterschied zwischen 'mit jemandem lachen' oder 'über jemanden' lachen.

Sandra Bullock und Melissa McCarthy sind 'Taffe Mädels'
Keine Scheu vor schrägen Tanzeinlagen: Sandra Bullock und Melissa McCarthy

Sandra Bullock wiederum hat mit diesem Projekt Neuland betreten. Auch wenn sie vor dreizehn Jahren in 'Miss Undercover' bereits Erfahrungen als schrullige Agentin sammeln konnte, so war der improvisationslastige Dreh zu 'Taffe Mädels' für die Oscar-Preisträgerin eine völlig neue Welt. Vor allem Melissa McCarthy, die mit Stand-Up-Comedy ihre Karriere begann, war ihr dabei eine große Stütze. Und dass die Chemie zwischen den beiden Schauspielerinnen auch im Privatleben stimmt, merkt man auf der Leinwand sofort.

Regisseur Paul Feig ('Bautalarm') hatte sich Großes vorgenommen. Mit einer sympathischen Oscar-Preisträgerin und Amerikas derzeit komischsten Frau wollte er seinen 'Brautalarm'-Erfolg wiederholen, und das ist ihm mehr als gelungen. Er hat nicht nur zwei tolle Frauen zusammengeführt, er hat es auch geschafft, Sandra Bullock mit dem Drehbuch zu begeistern und sie damit aus dem 'Mutterschutz' wieder zurück auf die Leinwand zu holen. Diese zwei taffen Frauen bieten das, was der Film verspricht: Eine Geschichte, in der Frauen die Heldinnen sind und dabei beweisen, dass sie genauso gut wie die Männer auf der Leinwand die Sau raus lassen können und dabei mit verbalen Faustschlägen nicht sparen. Dabei hätte das Ganze aber gerne mit etwas mehr Verbalwitz gespickt sein können, denn richtig herzhafte Lacher bleiben leider auf der Strecke.

Von Alexandra Mölgen

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