Superstar, Insulaner, Antisemit? "Mad Mel" Gibson wird 60

Superstar, Insulaner, Antisemit? "Mad Mel" Gibson wird 60
Mit seiner Rolle als "Mad Max" startete Mel Gibson seine steile Karriere in Hollywood © ddp images

Vergleicht man die Karrieren von Mel Gibson und Robert Downey Jr., so könnten die jeweiligen Lebenswege konträrer kaum sein. Letzterer eindrucksvoll geläutert, vom drogenabhängigen Badboy zum Bestverdiener Hollywoods aufgestiegen und beliebter denn je. Von Gibsons einstiger Strahlkraft als Allzweckwaffe vor und hinter der Kamera der Traumfabrik ist hingegen bis dato herzlich wenig übrig geblieben. Gibsons 60. Geburtstag am 3. Januar dient als Anlass, die ohne jeden Zweifel einmalige Karriere des US-Schauspielers Revue passieren zu lassen.

- Anzeige -

Der außergewöhnliche Lebensweg

 

Einer unter vielen

 

Als einzigartig wird sich Gibson als sechstes von insgesamt elf Kindern seiner irischstämmigen Eltern anfangs wahrlich nicht gefühlt haben. Dies änderte sich aber schlagartig, als die Großfamilie von New York nach Australien zog und dort sein schauspielerisches Talent entdeckt wurde. Mit Anfang 20 ergatterte er so die Rolle in einem australischen Low-Budget-Film, die sein Leben maßgeblich verändern sollte: "Mad Max".

 

Einer für alles

 

In den folgenden Jahrzehnten konnte Gibson immer wieder seine Wandelbarkeit unter Beweis stellen. Seine Sci-Fi-Fähigkeiten hatte er bereits mit "Mad Max" samt den Fortsetzungen angedeutet, für Komödien ("Was Frauen wollen"), Action-Filme ("Lethal Weapon"-Reihe), Historien-Streifen ("Die Bounty", "Braveheart") und Dramen ("Der Mann ohne Gesicht") zeigte er sich nicht minder qualifiziert. In den letzten beiden aufgezählten Filmen gar als Schauspieler und Regisseur. Und so kam es, dass Gibson von Anfang der 80er bis 2004 jährlich in durchschnittlich zwei bis drei durch die Bank äußerst erfolgreichen Filmen zu sehen war.

 

Einer für die Klapse?

 

Noch immer ist es kaum begreifbar, wie Gibson seinen makellosen Ruf als Darsteller und Filmemacher, den er sich in fast 30 Jahren im Showgeschäft aufgebaut hatte, binnen kürzester Zeit selbst dekonstruierte. Kurz vor dem Start seines Films "Apocalypto" im Jahr 2006 wurde Gibson wegen Trunkenheit am Steuer festgenommen. Weder war er der erste Superstar, dem dies passierte, noch wird er der letzte gewesen sein. Seine damalige antisemitische Hasstirade, mit der er den Polizisten bedachte, ist dagegen bis heute einzigartig. Seinem Ruf sollte dieser Skandal jedenfalls dauerhaft schädigen. Darauffolgende Filme entpuppten sich entweder als mäßiger Erfolg wie "Auftrag Rache", oder in Form von "Der Bieber" gar als absolutes Kassengift.

 

Reif für die Insel

 

Schon vor dem Eklat 2006 sorgte Gibson für Unmut. Ein Jahr zuvor kaufte er sich von dem japanischen Unternehmen Tokyu Corporation die zu Fidschi gehörende Insel Mago für umgerechnet 11,5 Millionen Euro. Doch die Ureinwohner klagten gegen den Hollywood-Star und forderten die Insel zurück, jedoch ohne wirkliche Erfolgsaussichten.

spot on news

— ANZEIGE —