'Suicide Squad': Margot Robbie spielt selbst Jared Leto und Will Smith an die Wand

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Margot Robbie als Harley Quinn
Margot Robbie als herrlich verrückte Psychaterin Harley Quinn © Courtesy of Warner Bros. Picture

4 von 5 Punkten

Drücken wir es mal freundlich aus: Es sind nicht unbedingt die besten Zeiten für Warner Bros. und den angeschlossenen Comic-Verlag DC. Nicht nur, dass Disney und Marvel mit Filmen wie 'Guardians of the Galaxy', 'Deadpool' und dem dritten 'Captain America' mächtig vorgelegt haben, sondern auch die Nachwirkungen vom überall zerrissenen ‘Superman vs. Batman‘ bereiten dem Filmstudio Kopfschmerzen. Man könnte auch von einem ordentlichen Kater sprechen. Da kommt ein Kracher wie Suicide Squad doch genau richtig, möchte man meinen. Oder etwa nicht?

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Von Thomas Ziemann

Die Story ist recht schnell erzählt. Die fiese Zauberin Enchantress (Cara Delevingne) und ihr ebenso fieser Bruder wollen die Welt mit Hilfe einer Armee schleimiger Soldaten und überirdischer Kräfte das Fürchten lehren. Darum gründet die Regierungsbeamtin Amanda Waller (Viola Davis) eine Spezialeinheit aus Superschurken wie dem zielsicheren Auftragskiller Deadshot (Will Smith), der völlig durchgeknallten Psychiaterin Harley Quinn (Margot Robbie) oder dem kannibalischen Kanalisationsbewohner Killer Croc (Adewale Akinnuoye-Agbaje). Angeführt wird das Selbstmordkommando von Colonel Rick Flag (Joel Kinnaman), der das Leben der kaum zu bändigen Schurken dank injizierter Sprengstoffkapseln per Klick aufs Smartphone auslöschen kann. Und weil in diesem Film die Bösen die Guten sind, gewinnen sie am Ende natürlich. So weit, so vorhersehbar. Leider!

Bei der Besetzung des Casts hat Regisseur David Ayer hingegen alles richtig gemacht. Allen voran bei Margot Robbie, die ihre Kollegen mit ihrer aufreizend-aufdringlichen Art ganz locker an die Wand spielt. Seien es die trockenen Oneliner oder auch ihr herrlich diabolisches Lächeln, welches den neuen Joker aussehen lässt, wie eine kindliche Version von Ronald McDonald. Apropos Joker: Jared Leto kann seinem Vorgänger Heath Ledger nicht annähernd das Wasser reichen. Aber wer hätte das nach dessen legendärem Auftritt in ‘The Dark Knight‘ auch gedacht. Immerhin stimmt die verrückte Chemie zwischen Jared Leto und Margot Robbie.

Doch nicht nur der Cast entschädigt für den Gang ins Kino. Immerhin sitzt zudem der Soundtrack wie angegossen. Egal, ob Queens ‘Bohemian Rhapsody’ oder auch Eminems ‘Without me’, die Auswahl der Songs ist mindestens genauso bunt wie das gesamte Outfit des Comic-Streifens. Dass die Bilder bombastisch werden würden, daran bestand eh nie ein Zweifel. Ayer spielt förmlich mit Licht und Farben. Die blasse Harley Quinn leuchtet hell in der Weltuntergangsdüsterheit. Und sie bleibt ihrer Farbcombo Blau-Rot nicht nur bei ihrem Look treu, sie exerziert den Spleen sogar bis zur Cocktailauswahl durch. Eine große Portion Popcorn-Kino eben.

Wer von Ayer, der das Drehbuch übrigens selbst geschrieben hat, dann doch etwas mehr erwartete, darf an dieser Stelle durchaus zurecht enttäuscht sein. Die großartige Trailer-Kampagne vor Kinostart hat schlichtweg zu viel versprochen. Zwar ist ‘Suicide Squad‘ so poppig bunt und schräg verrückt wie erwartet, doch die vielen verpassten Chancen, die bei diesem Cast und der famosen Comicvorlage leichtfertig verschenkt wurden, können eben nicht verschwiegen werden.

Tja, so bleiben am Ende vor allem zwei Dinge festzuhalten. Erstens: Margot Robbie ist einfach nur der Hammer! Und Zweitens: Obwohl Ayers Plot oft nur an der Oberfläche der Charaktere kratzt, schafft er es, dass der Kinozuschauer sich nach den 123 Minuten dann eben doch auf die Fortsetzung freut. Und mal ehrlich, um so cool zu sein wie Marvels 'Deadpool' braucht es halt einfach ein bisschen Übung. Ein Tipp für 'Suicide Squad 2': Einfach mal locker machen!

Kinostart: 18. August 2016

Genre: Action/Adventure

Originaltitel: Suicide Squad

Filmlänge: 123 Minuten

Darsteller: Will Smith, Margot Robbie, Jared Leto, Viola Davis, Joel Kinnaman, Cara Delevingne

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