Hollywood Blog by Jessica Mazur

Studentenbewegung gegen James Franco

Studentenbewegung gegen James Franco
Studentenbewegung gegen James Franco

von Jessica Mazur

Dem Schauspieler James Franco wird hier in Hollywood eine große Karriere vorhergesagt. Er bewies sein Schauspieltalent bereits in Filmen, wie 'Spiderman', knutschte Sean Penn in dem Oscar-gekrönten Film 'Milk', hat einen Golden Globe, einen Independent Spirit und einen Critic's Choice Award in der Tasche, gewann 2008 den Hollywood Breakthrough Award beim Hollywood Filmfestival und wurde vom 'People Magazine' zu einem der '50 heißesten Junggesellen' gewählt. Nicht schlecht also. ABER: dennoch nicht gut genug! Zumindest nicht, für die Studenten der hiesigen Uni UCLA.

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Der Dekan der UCLA hatte James Franco nämlich gebeten, in diesem Jahr während der Abschlussfeierlichkeiten als prominenter Gastredner die so genannte 'commencement speech', die Abschlussrede, zu halten. Franco, der bis zum letzten Jahr selbst die UCLA besuchte und somit einer der wenigen Schauspieler ist, der trotz seiner Karriere die Uni beendete, fühlte sich geehrt, stimmte zu und alle waren happy. Alle, bis auf mehrere hundert Studenten des Abschlussjahrganges, denen James Franco einfach nicht 'gut genug' war, um für sie zu reden und die deshalb eine kleine, aber feine James Franco Gegenoffensive starteten. Die Studenten schrieben Protestbriefe und Mails und gründeten auf Facebook die 'UCLA Students Against James Franco as Commencement Speaker'- Gruppe, die nicht nur im Handumdrehen mehr als 600 Mitglieder hatte, sondern auch ruckzuck das Medieninteresse auf sich zog. "Studenten sind nicht heiß auf James Franco", hieß es in der US Show 'Access Hollywood', "Uni dissed Franco", hieß es in den 'E!News' und selbst große amerikanische Tageszeitungen, wie die 'LA Times' oder die 'NY Times' berichteten über den 'Fall'. Das Ende vom 'Die Studenten gegen Franco' - Lied? Der Schauspieler wird tatsächlich NICHT reden. Wie jetzt, nur wenige Tage vor den Abschlussfeierlichkeiten am 12. Juni bekannt wurde, sagte Franco die ganze Nummer ab und erklärte in einem Statement, dass er wegen Dreharbeiten seine Zusage rückgängig machen muss. Wegen Dreharbeiten? Nee, ist klar! Aber wer kann es dem Schauspieler verübeln? Ich würde mich auch nicht vor eine Gruppe Studenten stellen wollen, die alles darangesetzt haben, mir NICHT zuhören zu müssen.

Tja, so ist das nun mal hier in LA, wo an jeder zweiten Ecke ein Celebrity rum steht. Da sind die Leute so promi-verwöhnt, dass ein James Franco eben einfach nicht ausreicht.... Ein Mitglied der Facebook-Gruppe erklärte gegenüber den Medien, dass die Studenten sich eher jemanden wie Tyra Banks, Oprah Winfrey oder Conan O`Brien vorstellen, oder wenn schon ein Schauspieler, dann "wenigsten einer, der schon mal einen Oscar gewonnen hat". Hört, hört! Andere erklärten allerdings auch, dass ihnen der Promifaktor völlig schnuppe sei und sie einfach jemanden wollen, der mehr zu sagen hat, als Franco. Heute wurde dann bekannt, dass das Los nun auf Brad Delson fiel, Gitarrist von 'Linkin Park' und ehemaliger UCLA Student. Aha...! Ob es der Rockstar wohl schafft, die Abschlussklasse zu beeindrucken? Die ersten Reaktionen fielen immerhin positiv aus. Und was lernen wir daraus? Schauspieler ohne Oscar: NO! Rockstar: GO! Das nennt man dann wohl eine Studentenbewegung auf hollywoodianisch...;-)

Viele Grüße aus Lalaland sendet Jessica Mazur

 

Studentenbewegung gegen James Franco
© Bild: Jessica Mazur