'Stromberg - Der Film' mit Christoph Maria Herbst und Bjarne Mädel: Wenig Handlung, viel trockener Humor

'Stromberg - Der Film': Wenig Handlung, viel trockener Humor
Der 'schlimmste Chef Deutschlands' ist wieder zurück.

3,0 von 5 Punkten

Wenn der Vorgesetzte mit seinem schwarzen Humor wieder so richtig über die Strenge schlägt, seine eigenen Mitarbeiter durch den Kakao zieht und für die sexy Kollegin im Büro nebenan immer einen flotten, wenn auch sexistischen Spruch auf den Lippen hat - dann kann das nur eins bedeuten: Der 'Papa' ist wieder da. Knapp zwei Jahre nach dem großen Serien-Ende treibt Christoph Maria Herbst als Bernd Stromberg wieder sein Unwesen in der Capitol-Versicherung. Dem wohl berühmtesten Chef Deutschlands dürfen wir beim Versprühen von sozialer Inkompetenz aber nicht wie gewohnt im TV, sondern auf der großen Leinwand über die Schulter schauen. 'Stromberg - Der Film' kommt in die Kinos. Ein Streifen, auf den sich Herbst-Fans schon seit Monaten freuen - doch hat der Film das Potenzial, an den Erfolg der Serie anzuknüpfen?

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Von Laura Hatko

Die Handlung ist schnell erzählt: Stromberg muss sich warm anziehen, denn seiner Filiale steht die Schließung kurz bevor. Das weiß bislang allerdings nur er - die Hiobsbotschaft hat die Belegschaft noch nicht erreicht. Da kommt die anstehende Firmenfeier für den Leiter der Schadensregulierung gerade recht. Strombergs Mission: Bei den obersten Tieren schleimen, was das Zeug hält, um sich einen der begehrten Jobs in der Zentrale zu sichern. Blöd nur, dass auch sein lästiger Kollege Berthold 'Ernie' Heisterkamp sich in den Kopf gesetzt hat, um die Gunst der Chefs zu buhlen. Klar, dass Stromberg seinem schärfsten Konkurrenten die Kampfansage macht - schließlich hat dieser alles, was dem 'Papa' fehlt: Verantwortungsgefühl. Zielstrebigkeit. Sozialkompetenz. Doch da ahnt Stromberg noch nicht, welchen Rattenschwanz an negativen Entwicklungen die Rettung seines Hinterns nach sich ziehen und wohin ihn seine Suche nach einem neuen Job führen wird.

Hat der 'Papa' nichts Neues auf Lager?

'Stromberg - Der Film': Wenig Handlung, viel trockener Humor
Mit von der Partie: Bjarne I. Mädel als Berthold 'Ernie' Heisterkamp und viele weitere CAPITOL-Kollegen

Wohin der Weg von 'Stromberg'-Fans führt, ist klar: schnurstracks ins Kino. Freuen dürfen sich die 'Papa'-Anhänger vor allem über die Tatsache, dass der Streifen sich als eine (zu) lang geratene Serienfolge entpuppt - inklusive kleiner Bonbons, die nur wahren Liebhabern der Vorlage ins Auge fallen werden. Ein wenig Vorwissen dürfte dem Zuschauer im Kino so sicherlich nicht schaden. Ob die Kino-Adaption auch bei 'Stromberg'-Neulingen ins Schwarze trifft, lässt sich mit einem entschiedenen 'Jein' beantworten: Obwohl eine knappe Story nicht unbedingt ein K.O.-Kriterium sein muss - man denke etwa an 'Gott des Gemetzels' -, so lässt vor allem das Drehbuch von Ralf Husmann ('Berlin, Berlin' und 'Dr. Psycho') zu wünschen übrig. Selbst Herbst, der mit viel Hingabe in die Rolle seines Lebens schlüpft und dem man mit Begeisterung auf der Leinwand zuschaut, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Film letztlich zu wenig Futter für seine stolzen 100 Minuten bereithält.

Auch an der Scherz-Front gibt es nicht viel Neues, denn so verstaubt wie seine Firma, so veraltet sind zum Teil auch Strombergs Lebensweisheiten, verpackt nach dem immer gleichen Schema F. Was den Zuschauer in den ersten Minuten zum Lachen bringen mag, ist spätestens nach einer Stunde reichlich ermüdend. Ein paar Überraschungsmomente und ein bisschen mehr Abwechslung hätten dem Steifen sicher gut getan. Genauso wenig, wie die Witze sich weiterentwickelt haben, so stand auch die Uhr im Leben der Capitol-Kollegen still: 'Schweißflecken-Ernie', sehr überzeugend gespielt von Bjarne I. Mädel, hat noch immer nicht das richtige Deo für sich gefunden und die Streithähne Tanja (Diana Staehly) und Ulf (Oliver Wnuk) können sich immer noch nicht vertragen.

Fazit: Obwohl der Streifen seine Mankos hat und der trockene Humor sicherlich eine Geschmacksfrage ist, sorgen zumindest die tollen Schauspieler dafür, dass 'Stromberg - Der Film' zu einer leidlich unterhaltsamen Alternative zum Fernsehabend wird.

Kinostart: 20.02.2014

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