Strafverfahren gegen Jan Böhmermann: Charlie Chaplins Enkelin hat kein Verständnis für Entscheidung

Charlie-Chaplin-Enkelin stärkt Jan Böhmermann den Rücken
Stellt sich auf die Seite von Jan Böhmermann: Laura Chaplin © www.laurachaplin.ch

Die Causa Böhmermann ist schon längst keine rein deutsch-türkische Angelegenheit mehr. Immer mehr Medien berichten weltweit über das Schmähgedicht von Jan Böhmermann (35), die folgende Anzeige des türkischen Präsidenten Recep Erdogan (62) und das fragwürdige Verhalten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, 61).

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Laura Chaplin ist schockiert

Nun meldete sich auch Laura Chaplin (29, "Lachen ist der erste Schritt zum Glück"), die Enkelin des legendären Komikers und Satirikers Charlie Chaplin (1889-1977) in der "Bild am Sonntag" (BamS) zu Wort und fand dabei teils heftige Worte.

Sie sei schockiert darüber, wie die deutsche Regierung eine Strafverfolgung zulassen könne. "So eine Entscheidung ist nicht zu verstehen, sie behindert die Freiheit der Kunst", sagte die Autorin im Interview. Wenn in Zukunft jeder Comedian vor Gericht gebracht werden könne, würden uns düstere Zeiten erwarten. Das Recht auf Lachen und das Recht, andere Menschen zum Lachen zu bringen, würde damit gebrochen, ist sich Chaplin sicher.

 

Dennoch Unterschiede zu Charlie Chaplin

 

Außerdem wecke die Geschichte schlimme Erinnerungen in ihr: Ihr Großvater Charlie Chaplin sei von der US-Regierung jahrelang daran gehindert worden, den Film "Der große Diktator" zu drehen. Laut Chaplin habe die deutsche Regierung von Adolf Hitler mit Wirtschaftssanktionen gedroht. Zum Fall Böhmermann sagte die 29-Jährige weiter: "Der Satiriker hat das Recht auf seine eigene Meinung. Jeder ist erwachsen genug, um zu entscheiden, was er davon hält." Das solle keine Frage der Regierung oder der Zensur sein.

"Ich finde, das hat er [Böhmermann, Anm. d. Red.] gut gemacht!", so Chaplin weiter. Unterschiede zum großen Charlie Chaplin gäbe es aber dennoch: Ihr Großvater wäre ihrer Meinung nach poetischer gewesen. Außerdem hätte er sich nicht versteckt, sondern gezeigt, worauf es ihm ankomme, berichtet die gebürtige Schweizerin: "Vielleicht, indem er einen Film darüber gemacht hätte."

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