"Stolz und Vorurteil & Zombies": Untote mischen einen Klassiker auf

"Stolz und Vorurteil & Zombies": Untote mischen einen Klassiker auf
© dpa, Universum

Hollywood liebt es, altes Material neu aufzubereiten. Remakes, Sequels, Prequels - man hat das Gefühl, es fehlt an neuem, frischem Stoff. Stattdessen werden Klassiker wiederbelebt oder neu interpretiert. Auch "Stolz und Vorurteil" ist davon nicht verschont geblieben. In Jane Austens Liebesgeschichte regieren nun Zombies das Geschehen.

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"Stolz und Vorurteil & Zombies": Untote mischen einen Klassiker auf

 

Der Klassiker mal anders

 

England, 1811: Das Land ist im Begriff, von einer neuen Zombie-Welle überrannt zu werden. Für Mrs. Bennet besteht jedoch das größere Problem darin, ihre fünf heiratsfähigen Töchter unter die Haube zu bringen. Eine davon ist Liz (Lily James), die wie der Rest ihrer Schwestern, die Kampfkunst der Shaolin beherrscht und eine leidenschaftliche Kämpferin ist.

Neben den Zombies ist ihre größte Herausforderung wiederum, der seltsamen Anziehung zu dem adretten Kämpfer Mr. Darcy (Sam Riley) und dem Charme des manipulativen Mr. Wickham (Jack Huston) zu widerstehen. Liz und Darcy müssen erst persönliche Vorurteile überwinden, bevor sie im Kampf gegen die Zombies die wahre Liebe füreinander entdecken...

 

Lustig oder peinlich?

 

"Stolz und Vorurteil & Zombies" ist im Stil von "Hänsel & Gretel - Hexenjäger" angelegt. Die Geschichte ist großteils wie die Romanvorlage, doch über allem schwebt die drohende Gefahr von Untoten. Zum Lachen gibt es erstaunlich viel, sei es aus Situationskomik heraus oder weil man von manchen Szenen peinlich berührt ist.

Das Schauspiel-Ensemble ist vielsprechend: Alexandra Maria Laras Ehemann Sam Riley, "Cinderella" Lily James, "Game of Thrones"-Star Lena Headey und der einstige "Doctor Who" Matt Smith sorgen für solide Leistungen. Vor allem Smith ist mit seinen Dialogen, seiner Gestik und Mimik grandios. Er hat die Lacher klar auf seiner Seite. Man hätte fast Lust, den Film ohne Zombies, aber mit den neuen Schauspielern zu sehen. Auch das Kostümbild und die Maskenbildner haben ganze Arbeit geleistet.

 

Warum muss Blut spritzen?

 

Allerdings fällt es schwer, sich auf die Zombies einzulassen. Warum muss ein Klassiker, der bereits viele Male neu verfilmt wurde, mit Zombies angereichert werden? Gibt es einen Mehrwert dahinter? Warum muss Blut spritzen? Fragen, die dem Zuschauer nicht beantwortet werden. Denn die Moral von der Geschichte ist identisch zum Original. Die, die sich kriegen sollen, kriegen sich. Trotz Schwertkämpfen und Zombies. Auch einige Plot-Abweichungen verändern die Dynamik zu früheren Interpretationen nicht. Die Untoten sind das einzige Neuartige und sie können leider kaum überzeugen.

 

Fazit

 

Die große Frage, warum dieser Klassiker mit Zombies versehen wurde, bleibt offen. Es gibt offenbar Material, das einfach nicht ins Horror-, Fantasy- oder SciFi-Genre übersetzt werden kann. Fans von Jane Austen, Elizabeth Bennet und Mr. Darcy sollten einen großen Bogen um den Film machen. Es ist ein unterhaltsamer Klamauk für Zombie-Liebhaber und Liebesgeschichten-Hasser. Mehr nicht.

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