Stirb, Waschbrettbauch! Billiger 3D-Schocker "Final Destination 4"

Stirb, Waschbrettbauch! Billiger 3D-Schocker "Final Destination 4"

Das Prinzip ist einfach: Man nehme einen erfolgreichen Horrorfilm und quetsche dessen Grundidee solange aus, bis auch der letzte Tropfen Originalität ausgeblutet ist. So geschehen bei 'Halloween', 'Freitag der 13.', 'Saw'... und eben auch bei 'Final Destination'. Nun angekommen beim vierten Teil der Filmreihe, wagten die Macher, mangels inhaltlicher Neuerungen, den Schritt in die dritte Dimension, den vor ihnen dieses Jahr schon 'My Bloody Valentine’ eingeschlagen hatte.

Bei einem Autorennen hat Nick (Bobby Campo) eine Vision: Auf der Rennstrecke kommt es zu einer Massenkarambolage, bei der er und seine Freunde Lori (Shantel VanSanten), Hunt (Nick Zano) und Janet (Haley Webb) auf äußerst grausame Art und Weise ums Leben kommen. Sofort überzeugt Nick seine Freunde und ein paar andere Zuschauer, die Tribüne zu verlassen - und tatsächlich kommt es wenige Sekunden nach der Flucht zu der vorhergesehenen Katastrophe. Die Freunde stehen zwar unter Schock, freuen sich jedoch, dem Tod sauber von der Schippe gesprungen zu sein. Der aber lässt sich nicht so einfach die Butter vom Brot nehmen und sucht bald die Überlebenden des Unglücks heim.

Die Inhaltsangabe von 'Final Destination 4’ hätte man sich eigentlich auch schenken können, denn die Story bleibt wie bei den Vorgängern gleich: Der Protagonist rettet durch eine spontane Vorhersehung eine Gruppe von Menschen vor einer tragischen und blutigen Tragödie – nur um dann selbst doch noch durch grausige, mysteriöse und bemüht originelle Todesfälle umzukommen. Im ersten Teil war es ein Flugzeugabsturz, im zweiten eine Massen-Crash auf dem Highway und im dritten ein Achterbahn-Unfall. Kurz: dasselbe in grün.

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Charaktere und Dialoge in 'Final Destination 4’ sind trotz 3D-Effekte eher eindimensional. Die Besetzung besteht aus Nobodys der Traumfabrik, die eher mit durchtrainierten Bodys als durch gute Schauspielleistungen glänzen. Der All American Boy mit stahlhartem Waschbrettbauch darf ebenso wenig fehlen wie das süße Mädchen im knappen Unterhöschen. Nick Zano fällt in der Rolle des chauvinistischen Sprücheklopfers unter dem Rest der reichen und schönen Clique so sehr aus der Reihe, dass man glaubt, er sei aus der Teenie-Komödie 'American Pie’ entsprungen und durch Zufall in den Slasher-Streifen geraten. Auch seine Filmpartner haben außer gutem Aussehen und ausgiebigem Rumgekreische nicht viel zu bieten.

Das Einzige, worauf man sich dann als Zuschauer während des Films freuen kann, sind die mit einem Auge fürs Detail inszenierten Todesszenen, die manchmal mehr für Gelächter als für echten Horror sorgen. Die 3D-Erfahrung ist und bleibt der einzige Aspekt, der 'Final Destination 4’ vor der kompletten Belanglosigkeit bewahrt. Als Zuschauer fühlt man sich tatsächlich hautnah am Geschehen beteiligt - ein kurzweiliger Effekt, der die Schwächen des Films ein wenig kaschieren kann und ihm ein Mindestmaß an Unterhaltungswert verleiht. Hochwertiger Horror aber geht anders - selbst in 3D.

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