Stings Tochter jobbte für ihr Taschengeld

Stings Tochter jobbte für ihr Taschengeld
Coco Sumner - alles andere als eine verwöhnte Promi-Göre. © RTLinteractive/Kirsten Hahn

Coco Sumner startet gerade mit ihrem ersten Album durch

Die Tochter des berühmten Sängers Sting, Coco Sumner, ist gerade auf Promotour für ihr erstes Album "The Constant". Wir trafen die Sängerin zu einem exklusiven Interview und sprachen über ihre Musik, ihre Inspirationen und was es bedeutet einen so bekannten Vater zu haben.

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Sie wirkt schüchtern und noch sehr jung, die 20-jährige Coco Sumner ist das zweitjüngste Kind des Musikers Sting. Sie macht bereits seit früher Jugend Musik und gerade hat sie ihr erstes Album mit dem Titel "The Constant" herausgebracht, unter dem Namen 'I Blame Coco'. Wir treffen sie in einem Kölner Hotel zum Interview. Sie kommt gerade von den Proben zu einem TV-Auftritt, springt noch eben unter die Dusche und dann geht es los.

Sie erzählt, dass sie bisher erst wenige TV-Auftritte hatte und in ihrer Heimat Großbritannien war sie noch nie zu einer TV-Show eingeladen.

Warum?

Coco Sumner: Weil es mir hier besser gefällt - oder eigentlich, weil ich dem Publikum hier besser gefalle als zuhause in England. Meiner Ansicht nach ist England echt härter - sowohl das Musikbusiness, als auch welche Platten die Menschen kaufen und wie sehr sie sich für Musik interessieren - es ist eine völlig andere Geschichte.

Das ist interessant - wenn man von hier rüber guckt, dann erscheint einem die ganze Musikszene in England viel offener. Aber du musst es ja schließlich wissen, da du dich in der Szene bewegst, wohingegen ich nur ein Beobachter bin.

Coco Sumner: Ich glaube, dass die Menschen in England Listen und Kategorien lieben - du bist entweder 'urban' oder 'alternative' oder 'pop' und meine Platte hat nicht wirklich in eine dieser Schubladen gepasst - es ist eine Art Mix aus Pop und Alternative und sie wussten nicht so recht wo sie die Platte hinstecken sollten.

"Ich bin nicht gut darin über meinen Vater zu sprechen."

Stings Tochter jobbte für ihr Taschengeld
© picture-alliance / dpa, epa Specker

Natürlich bin ich mir darüber bewusst, dass du nicht gerne über deinen Vater sprichst, aber eine Frage ist natürlich unausweichlich: Hat die Tatsache, dass dein Vater ein erfolgreicher Musiker ist, deinen Entschluss beeinflusst selbst Musikerin zu werden?

Coco Sumner: Nein - nein, das würde ich nicht sagen. Die einzige Ähnlichkeit ist, dass wir beide eine große Leidenschaft für Musik haben - Musik ist sein Ding und sie ist auch mein Ding. Aber wenn meine Leidenschaft die Medizin gewesen wäre, dann hätte ich mit Sicherheit genauso hart gearbeitet, um Arzt zu werden. Aber: Einfluss ist etwas Unbewusstes - ich weiß nicht, ob es mich beeinflusst oder nicht ... Ich bin aber auch einfach nicht gut darin über meinen Vater zu sprechen.

Woher kommt der Name 'I Blame Coco' - wer ist das 'Ich', welches dir als Coco die Schuld gibt?

Coco Sumner: 'I Blame Coco' war der Name meiner ersten 'White Label'- Single, welche ich 2007 veröffentlichte, bevor ich einen Plattenvertrag hatte. Zu dieser Zeit sparte ich mein Geld und ließ Vinyl-Singles pressen mit den Songs, die ich in die Welt hinausschicken wollte. Ich nahm mein Fahrrad und ging zu 'Rough Trade' und zu unabhängigen kleinen Plattenläden. In der Nacht bevor ich die Single 'I Blame Coco' anbot, war ich die ganze Nacht wach gewesen und hatte den Titel des Songs mit schwarzem Filzstift auf die Platten geschrieben. Ich bin dann immer von einem zum anderen gefahren und habe ihnen die Platten gegeben, sie hörten sie sich an und sagten dann, dass sie 10 oder 5 Stück nehmen würden - manche nahmen auch nur eine für 25 Pence, um nett zu sein.

Ist das, wie viel sie dir bezahlt haben?

Coco Sumner: Ja, genau - 25 Pence pro Single - daran habe ich echt nichts verdient! Naja - auf jeden Fall fragte dann einer, wie denn der Name der Band sei. Ich war ja die ganze Nacht auf gewesen und völlig übernächtigt. Den wirklichen Namen der Band, so wie sie damals hieß, wollte ich nicht draufschreiben. Also sagte ich zu ihm: 'Nimm es einfach wie es da steht!' Und da stand ja der Name der 'White Label'- Single 'I Blame Coco'. Und so wurde dieser Titel zu einer Art Slogan - es war erst gar kein Bandname, aber die Leute behielten es im Gedächtnis. Wenn Leute meine Musik hörten, dann sagten sie: "Oh, das ist 'I Blame Coco'", und so kam es zu dem Namen.

Mit 13 spielte sie Schlagzeug in einer Hochzeitskapelle

Die Sängerin Coco Sumner startet mit ihrem ersten Album 'The Constant' durch.
Coco Sumner startet mit ihrem ersten Album 'The Constant' durch. © Universal

Du hast dir ja ganz offensichtlich den A… aufgerissen, um im Musikbusiness Fuß zu fassen. Wie du weißt, arbeite ich für RTL.de und der TV-Sender RTL hat die deutsche Version von 'Pop Idol' und von 'Got Talent', der Schwestersender strahlt 'X Factor' aus - was hältst du von solchen Castingshows?

Coco Sumner: Ehrlich gesagt habe ich keine wirklich Meinung über diese Shows, da ich sie nicht gucke. Ich glaube, wenn man bei so einer Show mitmacht, dann hat man den Ehrgeiz so schnell wie möglich Ruhm und Erfolg zu erlangen. Das ist aber nicht das, was in meinen Augen das wirklich Tolle daran ist, Musik zu machen. Für mich geht es dabei darum Songs zu schreiben und vor Menschen in Pubs aufzutreten. Es geht um den Weg von ganz kleinen Veranstaltungen bis dahin irgendwann durch die Welt zu touren. Ich finde sie verpassen das, was Spaß macht - einfach jede Menge Spaß zu haben und dabei Musik zu machen. Das ist meine einzige Meinung dazu. Ich wollte eigentlich gar nichts zu diesem Thema sagen, aber das konnte ich dann doch nicht.

Wenn du deine Karriere auf diese Weise aufbaust, dann hast du jede Menge tolle Erinnerungen. Bei den Castingshow-Acts ist immer eine gewisse Form von fehlender Stabilität, wenn sich alles innerhalb von wenigen Wochen abspielt. Diese Leute sind dann vielleicht für einen Monat berühmt und dann ist alles vorbei. Erst sind sie ganz oben und dann interessiert sich plötzlich niemand mehr für sie. Sie hatten nie die Chance den Rock 'n’ Roll Lifestyle zu erleben.

Welches war denn dein ausgefallenster Job in einer Band?

Coco Sumner: Ich habe mal in einer Hochzeitskapelle Schlagzeug gespielt als ich 13 war - nur für ein paar Monate, dann wurde mir das zu langweilig. Immer das eine einsame Pärchen was allein auf der Tanzfläche war ..

Stings Tochter, die Sängerin Coco Sumner
Stings Tochter Coco Sumner. © Universal

Was hast du da so pro Auftritt verdient?

Coco Sumner: Die haben 15 Pfund pro Gig bezahlt - das ist für ne 13-Jährige echt viel Kohle.

Es klingt, als hättest du für dein Taschengeld arbeiten müssen?

Coco Sumner: Ja, meine Eltern haben immer großen Wert darauf gelegt, dass meine Geschwister und ich den Wert des Geldes kennen lernen. Sie selbst haben hart gearbeitet um das zu erreichen, was sie heute haben und deshalb war es ihnen immer wichtig, dass auch wir den Wert von Arbeit kennen lernen. Ansonsten wären wir vermutlich gelangweilte, verwöhnte Gören geworden.

Um noch mal auf dein Album zurückzukommen: Die meisten Songs darauf hast du ja selbst geschrieben, doch Track 12 "Only Love Can Break Your Heart" ist ein Titel von Neil Young - wie kam es, dass du gerade diesen Titel ausgewählt hast?

Coco Sumner: Ich wusste erst gar nicht, dass der Titel von Neil Young ist. In den 90ern gab es eine Version davon, die sehr erfolgreich war, von der Band 'Saint Etienne' - meine Version klingt auch mehr so wie ihre. Diesen Titel hörte ich damals immer und sah das Video - total abgefahren - das hat mich total beeindruckt. Erst später hörte ich das Original von Neil Young von dem Album 'After The Gold Rush' - ein großartiger Titel. Deshalb habe ich den Song für mein Album aufgenommen.

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