Steve Kuhn Trio: Wenn Altmeister Spaß haben

Steve Kuhn
Steve Kuhn liebt den klassischen Trio-Sound. Foto: Chris Drukker © DPA

Es ist wie bei einem guten Gespräch in intimer Runde: Je aufmerksamer die Partner zuhören und aufeinander eingehen, je mehr sie sich anvertrauen, je intensiver und befriedigender ist das Ergebnis. Dieses Gefühl kommt auf, wenn man sich die Scheibe "At This Time..." (Sunnysiderecords) anhört.

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Pianist Steve Kuhn hat sein neues Album zusammen mit Bassist Steve Swallow und Joey Baron am Schlagzeug im Anschluss an ein Engagement im New Yorker Jazzclub Birdland (2015) aufgenommen. Einfach so, quasi in einem Rutsch. Es ist aber nicht die erste Scheibe, die die drei Altmeister zusammen eingespielt haben. 2012 erschien bereits das Album "Wisteria" bei ECM.

Kuhn liebt den klassischen Trio-Sound, den er im Laufe seines Lebens immer wieder mit unterschiedlichen Musikern aufgenommen hat. Zum ersten Mal 1966 mit Schlagzeuger Pete LaRoca und - genau - Steve Swallow. Nach Auflösung des Trios ging Kuhn 1967 nach Schweden. Dort spielte und tourte er mit Bassist Palle Danielsson und John Christensen (Schlagzeug). In den 80er Jahren gründete er das All Star Trio mit Ron Carter (Bass) und Schlagzeuger Al Foster. Es folgte 1999 ein weiteres Trioprojekt mit David Finck am Bass und Billy Drummond am Schlagzeug.

Oft sind es Eigenkompositionen, Standards des American Songbooks oder auch mal Lieder aus einem Musical, die Kuhn in sein Repertoire aufgenommen hat. Für die aktuelle Scheibe wählte er unter anderem "The Shining Hour" (Harold Arlen, Johnny Mercer), "The Pawnbroker" (Filmmusik von Quincy Jones), "Lonely Town" (Leonard Bernstein) und "This Is New" (Kurt Weill).

Kuhn, Swallow und Baron bewegen sich auf dieser Scheibe wunderbar gleichberechtigt. Ihre Musik hat nichts Avangardistisches, nichts Experimentelles. Sie ist bodenständig und gekonnt. Das Album "At This Time..." zeigt einmal mehr, dass traditioneller Jazz zeitlos, frisch und exzellent gespielt werden kann.


dpa
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