Stefan Dettl: 2017 geht es mit LaBrassBanda um die Welt

Stefan Dettl: 2017 geht es mit LaBrassBanda um die Welt
Für sein neues Solo-Album "Soultrain" schnupperte Stefan Dettl New Yorker Stadtluft © David Königsmann

Für sein drittes Solo-Album "Soultrain" hat LaBrassBanda-Frontmann Stefan Dettl (34) das Chiemgau und seine bayerische Heimat hinter sich gelassen. Sein großes Ziel: Die Vereinigten Staaten von Amerika, die Heimat des Souls. Eine Reise, die sich gelohnt hat. Die Nachrichtenagentur spot on news traf den Musiker in München zum Interview und lockte dabei Dettls innere "Ratschkatl" hervor. Exklusiv verriet er, welchen großen Plan er zusammen mit LaBrassBanda für 2017 im Kopf hat.

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"Das ist der große Plan"

"Soultrain" ist bereits Ihr drittes Solo-Album. Warum ist es eine Soulplatte geworden?

Stefan Dettl: Das ist automatisch passiert. Im letzten Jahr sind drei, vier Lieder entstanden, die anders waren. Das waren weder Rocklieder noch Hippie-Lieder. Und auch nicht LaBrassBanda. Sondern etwas Ruhigeres. Auf einmal war das Album da. Und es ist ein Soul-Album geworden.



Dass Sie aus Bayern kommen, soll dabei keine Rolle spielen. Trotzdem finden sich auf "Soultrain" bayerische Texte. Wie passt das zusammen?

Dettl: Oft fange ich einfach an zu singen und es liegt mir am nächsten, auf Bayerisch zu singen. Da fühle ich mich wohl und muss nicht groß überlegen. Aber beim Lied "Superman" hat das einfach nicht gepasst. Als ich es dann auf Englisch probiert habe, war es jedoch auf einmal stimmig.


Ihr Ziel ist es jetzt, in New York in kleinen Soulclubs zu spielen?

Dettl: Dass man mit seiner Band im Ausland spielen darf, ist immer das Ziel. Mit LaBrassBanda dürfen wir das ja bereits. Wenn man auf einem großen Festival spielt, bei dem kein Mensch Bayerisch oder Deutsch spricht und die Leute aber ausrasten und springen und schreien, ist das ein tolles Gefühl. Wenn ich irgendwann mit "Soultrain" die Chance haben sollte, in Amerika zu spielen und mich die Leute nicht aus dem Club schmeißen, sondern eine Zugabe verlangen, wäre das die Erfüllung eines Traums.


Sie wollten mit "Soultrain" eine Soulplatte schaffen, die überall auf der Welt funktioniert. Haben Sie das Gefühl als Bayer auf Klischees reduziert zu werden?

Dettl: In Bayern wird man oft in Schubladen gesteckt. Ich gehe mit dem Anspruch heran, dass den Menschen die Melodie gefällt. Dass man dieses plumpe "Mia san mia" nicht hört. Ich mag das Bayerische sehr gerne - aber dadurch, dass ich es so gerne mag, freue ich mich umso mehr, wenn ich andere Sachen ausprobieren darf.


Dieses Schubladendenken - woher rührt das?

Dettl: Weil Bayern eine starke und schöne Region ist. Ich wohne auf einem kleinen Bauernhof und habe einen Maibaum vor meiner Haustür. Abends um fünf setze ich mich auf ein Weißbier ins Wirtshaus. Der Kirchturm läutet, im Hintergrund läuft volkstümliche Tanzmusik. Das ist kitschigste Romantik. Aber mir gefällt das. Und weil mir das gefällt, denken viele, dass ich automatisch nur das Bayerische gut finde und alles andere scheiße. Aber dass ich mich auch gerne in ein kleines Café in Paris setze, wo mich kein Mensch versteht, gehört genauso zu mir. Es wird oft übersehen, dass viele Bayern einen weiten Horizont haben und sich die Welt gerne ansehen.


Gibt es ein bayerisches Klischee, das voll auf Sie zutrifft?

Dettl: Ich bin unglaublich gemütlich. Stress funktioniert gar nicht. Den Grant habe ich auch in mir. Und ich bin eine wahnsinnige Ratschkatl. Wenn man ein Geheimnis hat, darf man mir das auf keinen Fall erzählen.


Rocker, Hippie, Soulmusiker. Auf jeder Ihrer Solo-Platten verkörpern Sie eine andere Persönlichkeit - wer oder was steckt noch in Stefan Dettl?

Dettl: Wenn ich Musik höre, versinke ich immer in dieser einen Welt. Wenn ich im Club ein Techno-Lied höre, dann genieße ich es, dass der Bass richtig wummert. Und wenn ich aber eine akustische Band höre, versinke ich in dieser Welt. Und so ist das auch beim Musikmachen. Ich genieße es, wenn ich mich wirklich ausspinnen darf.


Neben Ihrer musikalischen Karriere sind Sie Herausgeber des "MUH"-Magazins, haben 2015 den Radiosender "Radio Buh" ins Leben gerufen. Was kommt als nächstes?

Dettl: Das neue Projekt von LaBrassBanda wird eine unheimlich spannende Geschichte. Aber abgesehen davon denke ich erstmal noch an nichts Neues. Ich möchte erstmal durchatmen. Aber wer weiß? Ein eigenes Wirtshaus wäre natürlich ein Traum. Mit einer kleinen Bühne drin.


Können Sie schon Details zum neuen LaBrassBanda-Projekt verraten?

Dettl: 2017 wollen wir im Januar und Februar einmal um die Welt fahren. Im Idealfall fliegen wir an wunderschöne Plätze und kommen mit einem neuen Album zurück. Sich vorzustellen wie ein Land klingt, daraus etwas zu komponieren und dann dort hinzufahren und es vor Ort zu spielen - das ist der große Plan.



spot on news

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