Starke Stimme: Joan As Police Woman

Joan As Police Woman
Joan Wasser und Benjamin Lazar haben an den Knöpfchen gedreht. Foto: Reveal Records © deutsche presse agentur
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Mit ihren vier Alben "Real Life" (2006), "To Survive" (2008), "The Deep Field" (2011) und "The Classic" (2014) legte Joan Wasser alias Joan As Police Woman bisher eine mustergültige Indiepop-Karriere hin.

Jedes Album begeisterte mit einer tiefgründigen, glühenden Mixtur aus Rock, Soul und edlen Balladen. Das Sahnehäubchen bildete stets die grandiose Altstimme der Band-Chefin aus Biddeford im US-Bundesstaat Maine.

Auch auf "Let It Be You" (Reveal/H'Art) kann diese tolle Sängerin nicht viel falsch machen - doch erstmals steht der inzwischen 46-Jährigen teils lediglich mediokres Songmaterial im Wege. Die Arrangements, die sie mit dem wuschelköpfigen Kollegen Benjamin Lazar Davis (Okkervil River) im Studio zusammengeschraubt hat, strahlen oft nicht die bei Joan Wasser sonst gewohnte Wärme und Sensibilität aus, sondern ergehen sich in nicht immer zielführenden Soundtüfteleien.

Auch die behauptete Faszination der beiden für afrikanische Musik erschließt sich kaum in den zehn Songs - zu hören sind am Ende lediglich schöne Vocals in semi-experimenteller Klangkulisse. Womöglich hat Joan Wasser ihrem Partner ein paar künstlerische Freiheiten zu viel gelassen - das Ergebnis ist Stagnation. Man darf bei dieser hochtalentierten Musikerin aber durchaus davon ausgehen, dass sie nach dem kleinen Formknick bald wieder die Kurve kriegt.

Konzerte: 23.11. Wien, 28.11. Zürich, 4.12. Berlin, 5.12. Hamburg


Quelle: DPA
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