Spy - Susan Cooper undercover: Melissa McCarthy und Jude Law in Bestform

von
'Spy - Susan Cooper undercover' mit Melissa McCarthy
Susan ist Melissa McCarthy wie auf den Leib geschnitten

3,5 von 5 Sternen

Melissa McCarthy ist ein Phänomen. Seit ihrer Rolle als schmerzfreie Brautjungfer in Paul Feigs ‘Brautalarm‘ inklusive Oscar-Nominierung gibt es für sie nur noch einen Weg – und zwar nach oben. Was immer die 44-Jährige anfasst, die Kinokassen klingeln. Und auch bei ihrer dritten Zusammenarbeit bleibt sich das Team Feig/McCarthy treu. Ob man nun will oder nicht.

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Von Thomas Ziemann

‘Spy – Susan Cooper Undercover‘ ist Melissa McCarthy wie auf den Leib geschnitten. In ihrer Rolle als eigentlich geniale CIA-Agentin Susan Cooper, die ihren Job aber nur hinterm Schreibtisch erledigt, kann sie sich voll austoben. Auch, weil das Produzenten-Team das in den USA übliche R-Rating nicht scheute. In so mancher Szene dürfte sich der geneigte Zuschauer fragen, ob Miss McCarthy mit diesem Mundwerk auch ihre Mutter küsst. Eins steht fest, kaum jemand in Hollywood kann derart proletenhaft Fluchen wie die frühere Köchin aus der Erfolgsserie ‘Gilmore Girls‘. Dass der Film dann aber doch nicht zu 100 Prozent zündet, liegt weniger an den Schauspielern, als am leider flachen Plot.

Susan Cooper arbeitet für die CIA. Mit besonders prekären Aufträgen hat sie allerdings wenig am Hut. Schon ihre Mutter hat ihr eingebläut, dass sie ihre Träume besser auf Eis legen sollte und am besten nicht auffällt. Ihr Job ist es, Geheimagent Bradley Fine (Jude Law) Anweisungen und Infos per Ohrstöpsel zuzuflüstern. Als dieser jedoch bei der Mission, der fiesen Waffenhändlerin Raina Boyanov (Rose Byrne) das Handwerk zu legen, das Zeitliche segnet, schlägt Susans große Stunde. Der Einsatz gestaltet sich jedoch nicht unbedingt so, wie sie sich das gewünscht hat. Ihre Vorgesetzte macht sich nämlich einen Spaß daraus, Susan in die schrägsten Undercover-Rollen schlüpfen zu lassen. Ob als verrückte Katzen-Lady mit Dauerwelle oder amerikanische Hinterwäldlerin, jedes Klischee wird bedient.

Großes Staraufgebot mit Jude Law und Jason Statham

'Spy - Susan Cooper undercover' mit Melissa McCarthy
Jude Law als herrlich schmieriger 007-Abklatsch

Es beginnt eine wahnwitzige Hetzjagd rund um den Globus, die auch vor teils extrem brutalen Action-Szenen nicht Halt macht. Egal ob einem Bösewicht der Kehlkopf weggeätzt wird oder ein anderer brutal aufgespießt wird, ‘Spy‘ nutzt jede erdenkliche Gelegenheit, um McCarthys Hang zur Pöbelei mit der nötigen Action zu untermalen. Es wirkt fast so, als hätte Regisseur Feig mit allen Mitteln versucht, sich von anderen Genre-Kassenschlagern wie ‘Austin Powers‘ oder ‘Get Smart‘ abzuheben. Gelingen tut ihm dies aber nur bedingt, zu vorhersehbar und flach bleibt die Handlung.

Was ‘Spy – Susan Cooper Undercover‘ letztlich aber doch zu einem sehenswerten Kinofilm macht, ist das famose Staraufgebot. Denn im Gegensatz zu vielen ihrer Filme ist es diesmal keine McCarthy-One-Girl-Show. Jude Law als herrlich schmieriger 007-Abklatsch, Jason Statham als wieseliger Szenendieb, der sein eigenes Action-Image ordentlich durch den Kakao zieht oder aber Rose Byrne als unfassbar schlechtgelaunte und angeödete Gegenspielerin. Sie alle heben den Film mit ihren wundervollen Darbietungen dann doch noch auf ein Niveau, das man sich vorher nur erträumt hätte.

‘Spy – Susan Cooper Undercover‘ ist ein gelungener Schenkelklopfer mit einem Cast in absoluter Bestform. Wer braucht schon ein gutes Drehbuch, wenn er Melissa McCarthy hat?

Kinostart: 4. Juni 2015

Genre: Action-Komödie

Originaltitel: Spy

Filmlänge: 120 Minuten

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