So wird der Weihnachts-"Tatort" aus München

So wird der Weihnachts-"Tatort" aus München
Batic und Leitmayr alias Miroslav Nemec (r.) und Udo Wachtveitl (M.) im Weihnachts-"Tatort: Klingelingeling" © ARD Degeto/BR/Walter Wehner, SpotOn

Im Sumpf der Bettelmafia

Der diesjährige Weihnachts-"Tatort" (26. Dezember, ab 20:15 Uhr, Das Erste) führt die beiden Urgesteine Batic und Leitmayr tief in die Abgründe der Münchner Bettelmafia aus Rumänien. Dabei müssen sich die beiden Ermittler aus einem Konstrukt von Lügen und Intrigen zurecht finden, um einen Mord an einem Neugeborenen aufzuklären.

Die Macher setzten dabei - wie aus München gewohnt - weniger auf Bombast noch auf Skurrilität, sondern bieten einen Krimi dar, der spannend und fesselnd erzählt ist und dem man vor allem einen gewissen Realitätsbezug attestieren kann. Natürlich hat auch der "Tatort: Klingeling" mit dem realen Polizeidienst nur bedingt etwas zu tun, jedoch sieht man den Münchner Ermittler wegen ihrer Erfahrung von 25 Jahren einfach gerne bei der Arbeit zu. Doch der Reihe nach...

Darum geht's

Während der Polizeichor in der Kantine des Präsidiums "Stille Nacht, heilige Nacht" singt, wird in der kleinen Kirche am Alten Südfriedhof unbeobachtet ein totes Baby vor dem Altar abgelegt - mit der Bitte um Beerdigung. Batic (Miroslav Nemec) und Leitmayr (Udo Wachtveitl) stehen fassungslos vor der Kinderleiche. Dr. Steinbrecher (Robert Joseph Bartl) stellt Tod durch Ersticken kurz nach der Geburt fest. Am selben Tag war eine junge Rumänin (Mathilde Bundschuh), die kurz zuvor entbunden hatte und auf der Straße zusammenbrach, in eine Münchner Klinik eingeliefert worden.

Doch sie verschwand, angeblich von ihrem Ehemann (Florin Piersik jr.) abgeholt. Ungefähr zeitgleich tauchte eine andere junge Rumänin (Cosmina Stratan) völlig aufgelöst mit einem Neugeborenen in einer Arztpraxis auf, bat verzweifelt um Hilfe und flüchtete, als der Arzt die Polizei rief. Wie gehören die beiden Frauen zusammen? Was ist passiert? Batic und Leitmayr kommen bei ihren Ermittlungen einem organisierten Bettlerclan auf die Spur, der sein Lager am Stadtrand von München aufgeschlagen hat und gerade zu Weihnachten auf das große Geschäft hofft.

Lohnt sich das Einschalten?

Absolut! Diesmal sucht man in München nicht gemeinsam mit den Kommissaren den Mörder, sondern kennt im Gegensatz zu den Ermittlern (fast) alle Hintergründe der Tat. Auch wenn diese Erzählstruktur für den "Tatort" eher selten ist, überzeugt das Drehbuch dank des guten Scripts, guter Darsteller und unaufgeregter aber passender Inszenierung - und krassem Finale.

Fazit: Sicherlich kein "Tatort" für die All-Time-Top-Ten, allerdings ein solide erzählter Film, der es schafft, über die 90 Minuten hinweg die Spannungskurve zu halten. Das eingespielte Duo Batic und Leitmayr überzeugen auf ein Neues und drücken dem Krimi ihren ganz speziellen Stempel auf. Eine sehr gute Alternative für den Abend des zweiten Weihnachtsfeiertags.

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