So wird der Bodensee-"Tatort" am Sonntag

So wird der Bodensee-"Tatort" am Sonntag
Traurige Angelegenheit: Die Zusammenarbeit von Blum (Eva Mattes) und Perlmann (Sebastian Bezzel) hinkt in "Cote D'Azur" © SWR/Johannes Krieg

Obdachlose ohne Perspektive, bis aufs Blut zankende Kommissare und ein misshandeltes Baby in Lebensgefahr - kein Wunder, dass in Konstanz schon die Atheisten anfangen, zu beten. Ist ja schließlich auch bald Weihnachten. Zumindest lässt "Tatort: "Cote d'Azur" schon die Nikoläuse tanzen, kaum dass der November angebrochen ist.

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Ärger bei Perlmann und Blum

 

Worum geht es?

 

Weihnachtsstimmung kommt allerdings nicht auf, denn einer davon erschlägt nachts die junge Mutter Vanessa und lässt ihr Baby in der Kälte liegen. Aus Nachlässigkeit startet Perlmann (Sebastian Bezzel) zu spät mit der Suche nach dem Kleinen, der halb erfroren ins Krankenhaus eingeliefert wird - etwas, das Blum (Eva Mattes) ihren Kollegen nicht so schnell vergessen lässt.

Die Ermittlungen führen Perlmann und Blum in eine verwahrloste Obdachlosen-WG mit dem ironischen Namen "Cote d'Azur". Vanessa hatte sich dort regelmäßig mit den Anwohnern, darunter der gewalttätige und dem Alkoholismus verfallene Ex-Kommissar Hagen Bötzow (Andreas Lust), betrunken. Die Auflösung des Falles interessiert keinen der Männer, die sich als Weihnachtsmänner verkleidet ihr Geld erbetteln - wohl aber das Schicksal des kleinen Jungen, denn jeder von ihnen könnte der Vater sein.

 

Lohnt sich das Einschalten?

 

Höchstens aus nostalgischen Gründen, denn schließlich neigt sich die Zusammenarbeit von Blum und Perlmann dem Ende zu, nachdem der SWR im vergangenen Jahr das Aus für den Bodensee-"Tatort" beschlossen hatte. Das überreizte Verhältnis der beiden Kommissare in "Cote d'Azur" deutet auf keinen friedlichen Abschied hin und dem von Schuldgefühlen geplagten Perlmann scheint ein ähnliches Schicksal zu drohen wie dem abgestürzten Ex-Kollegen Bötzow.

Doch weder der Fall noch die grob angerissenen Schicksale der Figuren vermögen zu überzeugen. Die gescheiterten Existenzen sind zu klischeebeladen, um zu fesseln. Da hilft es wenig, wenn sie Karikaturen einer hedonistischen High Society gegenübergestellt werden. Oder wenn am Ende beim Blick auf eine junge Frau am Rande des Abgrunds das einzige Fazit "Schade" lautet.

Das gilt indes auch für diesen "Tatort". Bleibt zu hoffen, dass den Ermittlern aus Konstanz für ihren letzten Fall im kommenden Jahr ein besserer Abschied beschert wird.

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