So wählen die Stars in Großbritannien

So wählen die Stars in Großbritannien
Mit einem Selfie erreichen Ed Miliband und Lily Allen ihre fünf Millionen Follower auf Twitter © instagram.com/lilyallen

So unpolitisch das Showbiz manchmal scheinen mag, so überzeugt geht manch britischer Star am heutigen Donnerstag zur Unterhauswahl. Es gilt, den Premierminister zu wählen und sich für einen der 3971 Kandidaten zu entscheiden, die um die 650 Sitze im "House of Commons" kämpfen. Dieses Mal könnte prominente Unterstützung noch wichtiger sein als bei der letzten Wahl vor fünf Jahren. Denn Umfragen zufolge gibt es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den zwei großen Volksparteien, die im Falle eines Wahlsieges den Premierminister stellen: Dabei ist der Labour-Spitzenkandidat Ed Miliband (45) dem Amtsinhaber und Chef der konservativen Tories David Cameron (48) eng auf den Fersen. Aber wem geben UK-Stars wie Sean Connery (84, "007 jagt Dr. No") und Daniel Radcliffe (25, "Harry Potter") ihre Stimme?

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Unterhauswahlen im Königreich

 

Gandalf, Hobbit und Potter stimmen für Labour-Chef Ed Miliband

 

Auffällig ist, dass sowohl die "Herr der Ringe"-Stars Martin Freeman (43) und Sir Ian McKellen (75), als auch der "Harry Potter"-Darsteller Daniel Radcliffe dem Mann ihre Stimme geben wollen, der Großbritannien einen Neuanfang verspricht: Der "Hobbit" Freeman macht in einem Labour-Wahlkampfspot sogar Werbung für Miliband und "Gandalf"-Darsteller McKellen lobt den Kampf der Partei für die Rechte von Homosexuellen. Auch die Tatsache, dass Miliband für den Verbleib des Landes in der EU ist, überzeugt Stars wie Sängerin Lily Allen (30, "Hard out Here"): Die hat schon 2013 Instagram-Selfies mit Miliband geschossen - und damit Millionen erreicht.

 

Russel Brand stichelt gegen David Cameron und die Tories

 

Hinsichtlich der massenwirksamen Werbung in den sozialen Netzwerken hilft dem Labour-Kandidaten auch der britische Komiker und Ex-Freund von Katy Perry (30, "Roar"), Russel Brand (39): Der streitet sich öffentlich mit dem Premierminister Cameron und attackiert ihn auf seinem YouTube-Kanal mit dem für ihn typischen, bissigen Spott. Cameron wiederum hat sich dazu hinreißen lassen, Brand auf einer Wahlkampfveranstaltung als "Witz" zu bezeichnen, was sie Sache richtig ins Rollen brachte. Und schon war Camerons Widersacher Miliband zu einem Interview bei Brand eingeladen - wenn zwei sich streiten...

 

Andrew Lloyd Webber und One Direction mögen's konservativ

 

Der britische Musical-Magnat Andrew Lloyd Webber (67, "Cats") sagt deutlich, was er denkt: In britischen Zeitung "Daily Mail" veröffentlichte er einen Artikel, in dem er warnt, dass Großbritannien von Miliband "heruntergewirtschaftet, geschwächt und gebrochen" würde. Auch die Jungs der britischen Boyband One Direction hegen scheinbar Sympathien für Amtsinhaber David Cameron: Schon 2013 hatte er eine Cameo-Rolle in ihrem Video zu "One Way Or Another" und traf damit in die oft unpolitischen Herzen der Jugend. Generell ist Cameron eher vorsichtig geworden, was die Image-Politur mittels Promis angeht: 2010 wurde er im Wahlkampf von Take-That-Star Gary Barlow (44, "Pray") unterstützt - der aber landete später wegen massiven Steuerbetrugs in den Schlagzeilen.

 

Wen wählen die Queen und Sean Connery?

 

Die Queen (89) und ihre königliche Familie um die Star-Eltern Kate (33) und William (32) wählen übrigens nicht - auch wenn sie es eigentlich dürften. Aber Parteinahme schickt sich nicht. Um diese feine englische Art scheren sich Schauspielerin und Model Lily Cole (27, "Das Kabinett des Dr. Parnassus") und Mode-Göttin Vivienne Westwood (74) wenig: Sie wollen am heutigen Tag der Entscheidung die "Green Party" wählen: Obwohl, oder gerade weil die bei der letzten Umfrage vor der Wahl nur einen Sitz bekommen hätten, macht Cole auf Twitter Werbung für die ökologische Partei. Aus tiefer Überzeugung wird auch der in Edinburgh geborene Sir Sean Connery wählen gehen: Der James-Bond-Darsteller ist traditionell ein stolzer Anhänger der schottischen Unabhängigkeitspartei SNP.

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