So hat Miley Liam abgeschleppt: "Mit dir an meiner Seite"

So hat Miley Liam abgeschleppt: "Mit dir an meiner Seite"
© Photo: Sam Emerson SMPSP

Sich am Filmset in den Co-Star zu verlieben ist spätestens seit Angelina Jolie und Brad Pitt in „Mr. & Mrs. Smith“ in Hollywoodkreisen salonfähig. Bei den Dreharbeiten zu „Mit dir an meiner Seite“ hat Miley Cyrus („Hannah Montana“) darum auch nicht lange gefackelt und ihren schnuckeligen Schauspiel-Kollegen Liam Hemsworth auch nach Drehschluss weiter geherzt. In Interviews schwärmt Miley, dass sie sich beim ersten Filmkuss in Liam verliebt hat. Nee, was schön!

Dass die beiden beim Dreh Schmetterlinge im Bauch verspürten, wundert nicht. Denn die klebrige Liebesgeschichte, die „Mit dir an meiner Seite“ nach der Romanvorlage von Nicholas Sparks erzählt, ist für Zuschauer, die die Pubertät erfolgreich hinter sich gelassen haben, stellenweise kaum zu ertragen. Überhaupt wirkt das Regiedebüt von Julie Anne Robinson (bisher nur für amerikanische TV-Sendungen tätig) auf den ersten Blick wie ein Klischee-überladener 08/15-Teeniefilm. Erst in der zweiten Hälfte gewinnt es überraschend an Dramatik und Tiefgang.

Miley Cyrus spielt in dem Film die 17-jährige Ronnie, die von ihrer Mutter dazu verdonnert wird, den Sommer mit ihrem kleinen Bruder (gespielt von Bobby Coleman, „The Glass House 2“, der mit Sätzen wie „Das ist ja sooo cool“ anfangs die Nerven des Zuschauers strapaziert) und ihrem Papa in dessen Strandhaus zu verbringen. Seit der Trennung ihrer Eltern fühlt sich Ronnie von ihrem Vater Steve (Greg Kinnear, „Little Miss Sunshine“, „Unzertrennlich“) im Stich gelassen. Dessen Bemühungen, ein fürsorglicher Daddy zu sein, stoßen bei der pubertierenden Ronnie auf wenig Gegenliebe. Sie rächt sich mit rebellischem Pubertäts-Gehabe.

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Bei einem Ausflug trifft Ronnie schließlich auf den gut gebauten und charismatischen Will (gespielt von Mileys Lover-Boy Liam Hemsworth). Und es kommt, wie es kommen muss: Erst kann sie ihn nicht leiden, dann mag sie ihn doch und schließlich verliebt sie sich in ihn. Doch dann folgt die tragische Wendung! Eines Tages bricht Ronnies Vater am Strand zusammen, und ein dramatisches Geheimnis kommt zu Tage. Aus dem schnulzigen Liebesfilm wird schlagartig ein Familiendrama.

Neben der Handlung erfährt auch die schauspielerische Leistung der Darsteller eine drastische Wendung. Miley Cyrus, die es bis dahin mit der Darstellung der unerträglichen Zicke etwas übertrieben hat, zeigt plötzlich, dass sie auch der anspruchsvoller werdenden Handlung gewachsen ist. Und Liam Hemsworth, der die erste halbe Stunde des Films damit verbrachte, seine in der Sonne glänzenden Muskeln zu präsentieren (Miley dürfte das gefallen haben), zeigt plötzlich überraschende darstellerische Vielfalt. Nur in besonders dramatischen Szenen schaffen es die beiden Jung-Darsteller nicht, glaubhaft Emotionen zu zeigen. Die einzige Konstante ist Greg Kinnear, der durchgängig überzeugt als verzweifelter Vater, der mit seinen Kindern ins Reine kommen will.

Trotz schauspielerischer Schwächen und kleinerer Unsinnigkeiten, wie der Tatsache, dass Ronnie mitten in der Nacht ohne Licht ein Buch liest, hat „Mit dir an meiner Seite“ alles, was man von einer Sparks-Verfilmung erwartet: viel Gefühl, große Liebe und herbe Schicksalsschläge. Nur für ganz junge Hannah-Montana-Fans ist das sogar noch eine Spur zu anspruchsvoll. Teeniager, die mit Miley Cyrus groß geworden sind, und Liebhaber von Promiklatsch, die sehen wollen, wie es zwischen Miley und Liam knistert, sind hingegen in der Roman-Adaption gut aufgehoben.

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