'SMS für dich'-Star Karoline Herfurth spricht über ihr Regiedebüt, Nora Tschirner und den Filmdreh

Karoline Herfurth über Nora Tschirner: "Ich bin schockverliebt"
Karoline Herfurth bei der Premiere von "SMS für dich" in Berlin © imago/Future Image, SpotOn
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Regie-Debüt "SMS für dich"

Spätestens mit "Fack ju Göhte" wurde sie zum begehrten Gesicht der deutschen Schauspiel-Riege, jetzt hat sich Karoline Herfurth (32) erfolgreich als Regisseurin versucht: Ihr Regie-Debüt "SMS für dich", in dem sie gleichzeitig die Hauptrolle spielt, kommt am 15. September in die Kinos. Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news hat die Berlinerin über die neue Herausforderung gesprochen und erzählt, wie sie einen so namhaften Cast dafür gewinnen konnte. Dabei verrät sie auch, wie gut sie sich wirklich mit Kollegin Nora Tschirner (35) versteht.

Frau Herfurth, "SMS für dich" ist nicht nur Ihre erste Regie-Arbeit, sondern Sie spielen gleichzeitig auch die Hauptrolle. Haben Sie es sich mit dieser Doppelbelastung nicht besonders schwer gemacht?

Karoline Herfurth: Das war tatsächlich nicht meine größte Herausforderung. Durch meine Berufserfahrung als Schauspielerin bin ich es gewohnt, mich selbst zu beobachten. Natürlich nicht in der Form, wie ich es als Regisseurin tue, aber das war von allem am wenigsten unbekannt für mich. Da gab es ganz andere Sachen, vor denen ich mehr Sorge hatte. Zum Beispiel die dramaturgischen Linien im Kopf zu behalten und immer zu wissen, wann ich wo sein muss. Ein ganzes Team zu führen gehörte auch zu den größeren Herausforderungen.

Was ändert sich nach Ihrer Erfahrung als Regisseurin für Sie als Schauspielerin?

Herfurth: Ich werde Regisseure besser verstehen. Ich weiß jetzt, was sie alles machen und unter welchem Zeitdruck sie stehen. Ich werde ab sofort immer zügig zum Set laufen, weil ich weiß, wie hart es ist, wenn man Szenen in nur wenigen Stunden drehen muss. (lacht) Ansonsten bin ich sehr darauf bedacht, mich als Schauspielerin voll und ganz in die Hände eines Regisseurs zu geben und dessen Visionen umzusetzen. Natürlich diskutiert man da schon auch mal - aber das würde ich zukünftig nicht anders machen.

Wie dominant sind Sie bei solchen Diskussionen?

Herfurth: Ich bin gar nicht dominant. Ich kann mich zwar gut streiten, aber ich bevorzuge es nicht. Respekt ist wichtig und dass man einen gemeinsamen Nenner findet. Es macht da keinen Sinn sich zu streiten, schon gar nicht als Regisseurin.

Wie meinen Sie das?

Herfurth: Ich wusste, dass ich ohne meine Kollegen und mein Team verloren gewesen wäre. Ich hatte großartige Menschen an meiner Seite, ein echtes Luxus-Team. Ich habe versucht, ihnen das zu vermitteln, was ich mir vorgestellt habe, aber ich wäre niemals dominant geworden. Jedem Film sieht man an, ob das Herz der Beteiligten drinsteckt. Deswegen finde ich es wichtig, den Menschen zu ermöglichen, den Figuren und der Geschichte ihr Herz zu schenken. Wäre ich da dominant gewesen, hätte ich das verhindert.

Was haben Sie gedacht, als der Film tatsächlich fertig war?

Herfurth: Horror! Ich habe den Film zwei Jahre lang in jedem Detail begleitet, entschieden, gemacht und gebaut und dann war der Moment der Mischabnahme da, in dem ich einfach nichts mehr ändern konnte. Da bin ich so nervös geworden, dass meine Beine und Hände gezittert haben. Ich konnte nicht mehr sitzen, nicht mehr stehen. Ich war lustigerweise gerade am Set von Matthias Schweighöfer und es war wahnsinnig hilfreich, in diesem Moment jemanden zu haben, der das schon durchgemacht hat. Er war total süß und meinte zu mir: "Du musst das genießen. Das wirst du so nie wieder erleben." Ganz nach dem Motto "First cut is the deepest".

In welches Genre würden Sie "SMS für dich" einstufen?

Herfurth: Ich sehe den Film als Liebesfilm. Die Betonung liegt mehr auf dem romantischen als auf dem komödiantischen Teil. Im Vergleich zu den typischen Liebeskomödien ist mein Film etwas emotionaler ausgerichtet.

Wie romantisch sind Sie denn privat?

Herfurth: Dem Film nach zu urteilen, wohl doch ganz schön. (lacht) Ich dachte immer, dass ich nicht so die klassische Romantikerin bin, aber tatsächlich bin ich es wohl doch. Ich liebe solche Filme, ich liebe den Mond, Kopfsteinpflaster bei Nacht und Berliner Nächte allgemein. Ich stehe jetzt nur nicht auf klassische romantische Symbole wie Champagner oder ein Hotelbett voller Rosenblätter.

Anders als im Buch spielt der Film in Berlin - Ihre Heimatstadt. Kein Zufall, oder?

Herfurth: Ich liebe diese Stadt sehr. Berlin hat viele Gesichter, aber es war mir wichtig, ein Berlin zu zeigen, wie ich es kenne und vor allem auch, ein romantisches Berlin zu zeigen. Es gibt viele Orte im Film, die mir sehr viel bedeuten oder zu denen ich einen emotionalen Bezug habe. Und dann ist die Stadt eben auch eine großartige Filmkulisse.

Sie konnten für ihre erste Regie-Arbeit einen beeindruckenden Cast gewinnen. Wie kam das?

Herfurth: Frederick Lau war von Anfang an Feuer und Flamme. Auch Katja Riemann hatte sofort unglaublich Lust die Schlagersängerin zu spielen. Das fand ich wahnsinnig toll, weil sie ein absolutes Jugend-Idol von mir ist. Ich hätte mir niemals erträumen lassen, dass sie in meinem ersten Film mitspielt. Das war sehr besonders. Friedrich Mücke und Nora Tschirner habe ich zugegebenermaßen ein bisschen gestalkt. Wir sind dann gemeinsam das Drehbuch durchgegangen und haben schnell gemerkt, dass wir am selben Strang ziehen. Trotzdem ist es als Schauspieler immer auch ein Wagnis, sich auf ein Projekt einzulassen. Da es von mir ja noch keine Referenzen gab, fand ich es sehr mutig von meinen Kollegen, dass sie den Film mit mir gemacht haben.

Nora Tschirner spielt im Film ihre beste Freundin. Wie verstehen Sie sich privat?

Herfurth: Ich bin schockverliebt. Nora ist eine sehr loyale, kluge Frau. Sie ist eine Explosion der Pointen. Ich finde es bewundernswert, wie schnell sie im Kopf ist. Sie hat ein sehr genaues Gespür, ist feinfühlig und eine absolut treue Seele. Genau wie ihre Rolle Katja im Film weiß sie, wann ein leiser und wann ein lauter Ton angebracht ist. Ich hatte während des Drehs und auch jetzt beim Herausbringen des Films immer das Gefühl, dass sie eine echte Stütze ist.

Gibt es von Ihnen beiden eine witzige Anekdote vom Dreh?

Herfurth: Wir haben eigentlich permanent gelacht. Wir kannten uns vorher noch nicht, aber wir haben uns wirklich gesucht und gefunden. Zusammen sind wir eine regelrechte Zumutung für die Umgebung. Wir sprechen sehr schnell und beenden teilweise nicht einmal mehr unsere Sätze, weil wir schon wissen, was die andere meint.

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