'Sisters' mit Tina Fey und Amy Poehler: Vorhersehbar, aber richtig schön derb

'Sisters' mit Tina Fey und Amy Poehler: Vorhersehbar, aber richtig schön derb
© dpa

Zusammentreffen der amerikanischen Comedy-Queens: In "Sisters" zeigen Tina Fey (45) und Amy Poehler (44), dass eine Hausparty nicht nur bei Teenagern Eskalationspotenzial hat. Mit derben Sprüchen und schwesterlicher Hassliebe sorgen die beiden für etliche Lacher. Die ganz großen Erwartungen werden trotzdem nicht erfüllt.

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"Sisters": Tina Fey und Amy Poehler laden zur Revival-Party

 

Darum geht's

 

So unterschiedlich wie ihr Aussehen ist auch das Leben der beiden Schwestern Kate (Tina Fey) und Maura (Amy Poehler). Während Maura abgesehen von ihrer Scheidung alles unter Kontrolle hat, ist bei Kate Chaos angesagt (Wohnung weg, Job weg, Kind weg). Trotzdem bilden beide ein Dreamteam, wenn es darum geht, ihren Eltern zu trotzen. In diesem Fall heißt das: Den Verkauf des Hauses verhindern, in dem sie aufgewachsen sind. Anstatt ihre alten Kinderzimmer auszuräumen, beschließen die beiden Schwestern ihre alten Party-Zeiten aufleben zu lassen und schmeißen eine riesige Abschiedsfeier.

 

Project X für Erwachsene

 

Eine Hausparty für Erwachsene also. Diese Idee, geradezu prädestiniert für eine Komödie, verspricht jede Menge Spaß. Und so ist es dann auch: Wie zu erwarten, werden aus den zunächst spießig anmutenden Freunden mit Hilfe von Wodka, Gin und allerlei Drogen feierwütige Middle Ager. Das Resultat: "Project X" für Erwachsene. Mit genauso verrückten Aktionen und noch weniger Hemmungen. In vielen Fällen aber leider auch genauso vorhersehbar.

Weil ein reiner Party-Exzess aber nichts wirklich Neues in der Kinowelt ist, geht es bei "Sisters" noch um mehr: Das komplexe Verhältnis von Schwester zu Schwester, das sich zwischen Hass, Liebe, Schadenfreude und Pflichtgefühl bewegt. Alles verpackt in einer gekonnten Comedy-Show von Fey und Poehler.

 

Die amerikanischen Comedy-Queens

 

In den USA zählen beide Schauspielerinnen seit langem zu den besten Komödiantinnen. Zusammen mit Comedy-Urgestein Paula Pell (52), die das teils autobiografische Drehbuch verfasste, eine vielversprechende Kombination. Und die wohlkalkulierte Rechnung geht auf: Bissiger Humor, witzige Grimassen und pikante Situationen sind unterhaltsam und lustig.

Doch wie es in der Comedy oft so ist, sind die Charaktere an manchen Stellen zu überzogen gezeichnet. Die eigentlich vorhandene Authentizität der Story geht dadurch verloren, die Witze werden zu berechenbaren Stimmungsmachern. Wirklich überraschend hingegen ist die teils schockierende Vulgarität, von der selbst die brave Maura nicht ausgeschlossen ist.

 

Fazit

 

Die Zielgruppe des Films entspricht wohl vor allem den Protagonisten: weiblich, im mittleren Alter und für ein bisschen Spaß zu haben. Daneben ist "Sisters" aber auch ein Film für alle, die auf derben Humor stehen und schon immer wissen wollten, wie ein Partyexzess in den Mittvierzigern aussieht. Wirklich spektakulär ist daran allerdings nichts. Lediglich Fey und Poehler beweisen, dass sie auch als Schwestern ein unschlagbares Comedy-Team sind.

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