Sissy Böhm bricht ihr Schweigen: Hat ihr Vater Karlheinz Böhm sie missbraucht?

Karlheinz Böhm und Tochter Sissy Böhm
Hat Karlheinz Böhm seine Tochter wirklich missbraucht?

"Er hat mich sexuell missbraucht"

Ihr ganzes Leben soll ihr immer wieder verboten worden sein, darüber zu sprechen. Aber jetzt, mit 59 Jahren, möchte Sissy Böhm nicht mehr schweigen. Sie sagt „Mein Vater Karlheinz Böhm hat mich sexuell missbraucht“. Karlheinz Böhm, der berühmte und so verehrte Schauspieler aus den 'Sissi'-Filmen. Hat diese Legende wirklich seine eigene Tochter missbraucht? Oder ist das alles nur die Fantasie eines ungeliebten kleinen Mädchens, das sich nach der Liebe seines Vaters sehnt?

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Wir haben Sissy Böhm zuhause besucht und sofort fällt auf, dass das ganze Haus mit Erinnerungstücken von Karlheinz Böhm vollgepackt ist. Die 59-Jährige kann einfach nicht loslassen, denn trotz der schweren Vorwürfe gegen ihren Vater ist sie stolz auf ihn. Sie sei gerade einmal 13 Jahre alt gewesen, als sich Karlheinz Böhm ihr angeblich unsittlich näherte. "Ich war im Bad - wir hatten sehr wenig Kontakt, mein Vater und ich – er kam unter die Dusche und war nackt und hat meinen fast noch nicht vorhandenen Busen berührt. Er hat gesagt 'Du kriegst nie einen Busen‘ und hat mich in den Arm genommen und mir die Zunge in den Mund gesteckt. Ich habe ihn weggestoßen und gesagt 'Ich fange laut an zu schreien, wenn er mich nicht in Ruhe lässt.“ Daraufhin habe ihr Vater die Dusche verlassen, berichtet Sissy Böhm im RTL Interview.

Es gibt viele, die ihre Geschichte bezweifeln, weil einfach nicht sein kann, was nicht sein darf. Und auch, weil Sissy Böhm ein Buch über ihr Leben geschrieben hat, 'Im Schatten des Lichts' heißt es, und beinhalte 352 Seiten Sex und Crime, so die 59-Jährige. Denn auch ihre Mutter soll sie mit fünf Jahren sexuell missbraucht haben, und von da an immer wieder. Karlheinz Böhm soll davon nichts gewusst haben, denn ihre Eltern waren zu dem Zeitpunkt bereits geschieden. Und er wollte es nicht wissen, sagt Sissy. Und erst recht wollte er keine Fragen beantworten, warum auch er selbst seine Tochter bedrängt hat.

Karlheinz Böhm in 'Sissi'
Karlheinz Böhm als Kaiser Franz Joseph in der 'Sissi'-Trilogie © dpa, -

„Ich habe sehr, sehr viele Briefe meinem Vater geschrieben und habe ihn gebeten, mal für ein ein Wochenende mit mir in die Berge zu gehen, wo wir über alles in Ruhe miteinander reden können. Er war genauso gerne in den Bergen wie ich. Es kamen nur Drohungen von ihm. Er meinte, wenn ich darüber spreche, sie sein Arm länger als meiner. Damit meinte er natürlich auch seinen Bekanntheitsgrad- wer glaubt schon der Tochter eines so beliebten Schauspielers?“

Es gibt keine Beweise für ihre Geschichte und ihre Schuldgefühle sind fast greifbar, wenn man mit Sissy Böhm spricht. Typisch für ein Opfer! Immer wieder entschuldigt sie ihren Vater, es ist das klassische, verkorkste Leben eines missbrauchten Kindes. Sie hat fünf gescheiterte Ehen, drei Selbstmordversuche und einen Aufenthalt in der Psychiatrie hinter sich. Auf der anderen Seite aber der große Karlheinz Böhm -der berühmte Schauspieler, Der Wohltäter für Millionen Menschen in Afrika. Er ein Kinderschänder?

„Reiner Werner Fassbender hat mir einmal gesagt, dass man lernen muss, sich zu allem zu bekennen muss, was man in jeder Sekunde seines Lebens getan hat.“ Lügt Karlheinz Böhm wenn so etwas sagt? Wir zeigen Kristina Böhm, eine weitere Tochter des Schauspielers aus einer anderen Ehe, das Interview ihrer Halbschwester.“ Ich finde sehr traurig, dass sich mein Vater hier nicht mehr wehren kann. Ich finde, wenn jemand so schwer angeschuldigt wird, sollte er wenigstens das Recht haben, sich zu verteidigen. Ich kann nur für mich und meine Familie sprechen und ich habe es anders erlebt.“ Mehr kann und will uns Kristina Böhm nicht dazu sagen.

Dass sich Missbrauchs-Opfer erst nach Tod des Täters, in einem späten Abschnitt ihres Lebens, offenbaren ist nicht ungewöhnlich, doch auch das ist kein Beweis. Tatsächlich hat Sissy Böhm jede Menge böse Briefe bekommen. Aber Sie steht dazu, denn sie habe zu lange geschwiegen, und das habe sie innerlich fast aufgefressen. Und so ist das was sie heute sagt eher eine Befreiung als eine Anklage. „Ich habe mich immer nach ihm gesehnt und ich habe ihn immer vermisst. Er war in meinem Leben städig präsent, nur nicht für mich.“

Am 29. Mai 2014 starb Karlheinz Böhm und kann sich nicht mehr gegen die Vorwürfe wehren.

Bilderquelle: RTL/dpa

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