'Silly'-Sängerin Anna Loos über das neue Album 'Wutfänger'

Anna Loos: Die DDR ist tot
Anna Loos © Cover Media

Anna Loos (45) hat keine Lust, Texte über die DDR zu schreiben.

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Tagespolitik statt Vergangenheit

Die Schauspielerin ('Die Stadt und die Macht') ist seit 2006 offiziell die Sängerin von Silly ('Alles Rot'). Sie ersetzte in der Band Tamara Danz (†43), die 1996 an Brustkrebs starb. Nun kommt mit 'Wutfänger' ein neues Album der Gruppe, die schon in der DDR große Erfolge feierte, heraus und die Themen sind tagespolitisch - den Musikern würde es nicht in den Sinn kommen, jetzt noch ihre Vergangenheit musikalisch aufzuarbeiten.

"Man kann heute überhaupt nicht mehr sagen: Silly ist eine DDR-Band, weil die DDR gibt es ja nicht mehr", stellte Anna Loos im Interview mit 'Gala' fest. "Klar sind unsere Wurzeln im Osten, aber Silly steht für mich im Heute und im Jetzt, sowohl musikalisch als auch inhaltlich. Die DDR ist tot und als Künstler interessieren uns die Themen, die leben." Und das ist im Fall von 'Wutfänger' der drohende Rechtsruck, den die Brandenburgerin in Deutschland befürchtet und den sie in der Partei AfD manifestiert sieht: "Ich habe nicht vor vielen Sachen Angst, aber vor dieser Bewegung habe ich Angst. Wir haben alle in der Band Kinder und wollen nicht in einem Land leben, in dem Rechtspopulismus an der Tagesordnung steht."

Silly hat aber auch noch andere Sorgen. Eigentlich sollte die Band am 16. Mai bei der Aufstiegsfeier von RB Leipzig, die vom MDR ausgetragen wurde, ihre Hits präsentieren. Aber das wurde ein totales Fiasko, da Anna Loos ein Trikot von Union Berlin trug und damit die Fans des Fußballvereins provozierte. Die 20.000 Zuschauer pfiffen so stark, dass die Band das Konzert abbrechen musste. "Der MDR hat uns zu einem Fußballfest für die ostdeutschen Klubs eingeladen, also haben wir verschiedene Trikots von Vereinen angezogen, denen wir von unserer Herkunft her nahe stehen. Das sollte kein Affront gegenüber RB Leipzig sein", versuchte sie gegenüber der 'Bild' ihren Trikot-Missgriff zu rechtfertigen. Den Fehler wird Anna Loos bestimmt nicht noch einmal machen.

Cover Media

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