Sienna Miller im Ganzkörperkondom: „G. I. Joe“

Sienna Miller im Ganzkörperkondom: „G. I. Joe“

Von Mireilla Zirpins

Bisher hat Sienna Miller hauptsächlich als Ex von Jude Law Bekanntheit erlangt und war halbnackt und wild balzend mit dem verheirateten Balthazar Getty in Klatschgazetten zu sehen. Das ist ein bisschen ungerecht, denn die sommersprossige Blondine hat sich nicht nur vor Paparazzi-Kameras geräkelt, sondern in Arthouse-Produktionen wie „Casanova“ oder „Factory Girl“ eine gute Figur gemacht. Nun vollführt sie ihren ersten Auftritt in einem Big-Budget-Blockbuster – und spielt gleich die Böse. Und zwar brünett in einem schwarzen Latexanzug. So angezogen hat man Frau Miller noch nie gesehen. Aber sexy sieht sie trotzdem aus.

Damit wäre das gewichtigste Argument für „G.I. Joe“ auch gleich benannt. Denn wer außer zehn- bis 14-jährigen Jungs sollte sich sonst für eine Story um eine US-Elitetruppe interessieren, die aussieht wie ein Werbefilm fürs US-Militär und sich um Actionfiguren dreht, mit denen dazu hierzulande kein Kind spielt? So was mussten wir uns doch gerade erst in dem unsäglichen „Transformers“-Nachfolger von Michael Bay ansehen.

Aber hier die gute Nachricht: „G.I. Joe“ ist zwar ein extrem simpel gestricktes Haudrauf-Abenteuer, aber ein kleines bisschen besser als „Transformers 2“. Und es hat mit Channing Tatum einen der vielversprechendsten Newcomer Hollywoods zu bieten. Der gut gebaute Blondschopf spielt den Helden Duke. Der soll ultraexplosive Sprengköpfe transportieren, doch wird sein NATO-Konvoi vom Waffenschieber McCullen (Christopher Eccleston) und seiner rechten Hand, der kampftüchtigen Baroness (Sienna Miller) überfallen.

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Sienna Miller im Ganzkörperkondom: „G. I. Joe“

Duke und sein Freund Ripcord (Marlon Wayans) überleben den Anschlag und versuchen, zusammen mit General Hawk (Dennis Quaid) und seiner Elitetruppe „G.I. Joe“ den Bösewichten die Waffen wieder abzujagen. Während die Fieslinge schon einen Anschlag planen, bei dem der Eiffelturm im Handumdrehen ausradiert würde und Ripcord an seiner ebenso schlagkräftigen wie rothaarigen Kollegin Scarlett herumschraubt, arbeitet sich Duke an seiner Vergangenheit ab. Denn er war einst der Lover der Baroness, als sie noch Ana hieß und blond und gut war. Was ist geschehen, dass die beiden nun in unterschiedlichen Lagern kämpfen – und das mit harten Bandagen?

Stephen Sommers ("Die Mumie", "Van Helsing") macht es reichlich kompliziert mit seiner an den Haaren herbeigezogenen Handlung, aber so kommt wenigstens keine Langeweile auf. Wie’s ausgeht, ist einem sowieso egal. Immerhin gibt es ein paar überraschende Wendungen. Und zum Glück nimmt sich Sommers mit seinem Action-Trash nicht allzu ernst. Zwischen blödem Geballer und markig-inhaltsleeren Dialogzeilen im Stil von „Let’s hit it“ bleibt Platz für ein bisschen Humor, der anders als bei „Transformers“ wenigstens wohldosiert und nicht allzu infantil ist.

Zwischen all dem Effektgewitter und knackigen Jungs und Mädchen in seltsamen Plastikanzügen turnt auch noch Dennis Quaid im Army-Look herum und gibt ein bisschen zu sehr die Karikatur eines markigen Generals. In so einem lauten Film muss man eben leicht übertreiben, um aufzufallen. Sienna Miller gelingt das nicht ganz so gut als böses Mädchen vom Dienst, doch hat sie immerhin sichtlich Spaß an ihrer Rolle. Leider fallen ihre Kickass-Turnübungen auf High Heels manchmal etwas ungelenk aus. Vielleicht liegt ihr das Autorenkino doch mehr – oder die Paparazzi-Fotos.

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