Sieben Facetten aus dem Leben des Freddie Mercury

Sieben Facetten aus dem Leben des Freddie Mercury
Keiner posierte so ausdrucksstark wie Freddie Mercury © Universal Music, SpotOn

Er wäre 70 geworden

Rockmusikern wird oft etwas vorschnell der Titel einer "Legende" verliehen, doch vor 70 Jahren kam einer auf die Welt, der diese Bezeichnung wirklich verdient hat: Freddie Mercury ("Spread Your Wings") wurde zwar nur 45 Jahre alt, dennoch wird der Queen-Frontmann bis heute von Millionen Fans auf der ganzen Welt verehrt. Berühmt wurde er nicht nur als brillanter Sänger und genialer Musiker. Freddie Mercury war eine schillernde Figur voller Widersprüche und Geheimnisse, die die Menschen bis heute fasziniert. Sieben Aspekte seines außergewöhnlichen Lebens.

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Seine Herkunft

Freddie Mercury wurde am 5. September 1946 unter seinem bürgerlichen Namen Farrokh Bulsara auf der ostafrikanischen Insel Sansibar geboren. Seine Eltern stammten aus Indien und gehörten dem Volk der Parsen an, das der uralten Religion des Zoroastrismus folgt. Vater Bomi Bulsara diente als Regierungsangestellter des britischen Empire in der damaligen Kolonie.

In den 1950er Jahren besuchte Mercury ein Internat in Indien, wo er Klavierspielen lernte, im Schülerchor sang und in seiner ersten Band performte. Im Sommer 1963 kehrte er ohne Abschluss nach Sansibar zurück, das wenig später von Großbritannien unabhängig wurde. Als Anfang 1964 eine gewalttätige Revolution ausbrach, floh seine Familie nach London, wo er seitdem lebte - und Musikgeschichte schrieb.


Seine Schüchternheit

In den an überlebensgroßen Bühnen-Persönlichkeiten alles andere als armen 1970ern war Freddie Mercury eine der explosivsten. Sieht man sich dagegen eines seiner seltenen Interviews an, begegnet einem eine ganz andere Person: Eine zurückhaltende Künstlerseele, die am liebsten nur die Musik für sich sprechen lässt.

Tatsächlich war Mercury abseits der Bühne unglaublich schüchtern, bestätigen Zeitzeugen. "Er konnte zum Beispiel kaum einen Raum mit 20 fremden Menschen betreten", erzählte etwa sein Assistent Peter Freestone einmal dem Deutschlandfunk. Auf der Bühne konnte er dagegen tausende Menschen in seinen Bann ziehen. Er selbst habe manchmal das Gefühl, aus zwei völlig verschiedenen Persönlichkeiten zu bestehen, sagte Mercury dazu.


Die Frau an seiner Seite

Bevor er sich zu seiner Homosexualität bekannte, führte Mercury jahrelang eine Beziehung mit der Londoner Verkäuferin Mary Austin (*1951). Auch als sich das Paar nach Mercurys privatem Coming-Out Mitte der 1970er trennte, blieb Austin seine wichtigste Freundin. "Alle meine Liebhaber haben mich gefragt, warum sie Mary nicht ersetzen konnten, aber das ist einfach unmöglich. Mary ist mein einziger Freund und ich will keinen anderen", sagte er einmal in einem Interview.

Als der Sänger zunehmend an den Auswirkungen seiner AIDS-Erkrankung litt, war es Austin, die sich besonders liebevoll um ihn kümmerte. Nach seinem Tod erbte sie den Großteil seines Vermögens, einige Songrechte und sein Anwesen in Kensington, wo Austin bis heute mit ihrer Familie lebt.

Seine Münchner Jahre

Etwa von Anfang bis Mitte der 1980er Jahre wählte Mercury neben London und New York auch München als Wohnsitz. Dort konnte er unbehelligt vom britischen Medienrummel an seiner Musik arbeiten und ausgelassen in der Schwulenszene im Glockenbachviertel feiern. "Er hatte überhaupt keine Starallüren. Im Gegenteil, er war total freundlich und offenherzig", erinnerte sich Travestiekünstler Peter Ambacher im Gespräch mit "Focus Online" an Mercury, der am liebsten Schweinsbraten mit Knödeln gegessen habe.

In dieser Zeit war der Queen-Sänger eng mit Schauspielerin Barbara Valentin (1940-2002) befreundet, mit der er zeitweise zusammenwohnte. Auf dem Textblatt des teils in München entstandenen Soloalbums "Mr. Bad Guy" (1985) dankte er Valentin für ihre "großen Brüste und schlechtes Benehmen". Einige Zeit war er mit dem Gastronom Winfried Kirchberger liiert - seine damalige "große Liebe", wie Zeitzeugen einhellig berichten. Kirchberger nahm Mercurys Schicksal vorweg: Ende der 1980er starb er an AIDS.


Mit Lady Di in der Schwulenbar

Die vielleicht beste Anekdote aus Freddie Mercurys Leben wurde erst vor wenigen Jahren bekannt: Ende der 1980er zog der Sänger mit niemand Geringerem als Prinzessin Diana (1961-1997) um die Häuser, berichtete Komikerin Cleo Rocos (54) in ihrer Autobiografie. Damit die royale Berühmtheit einen unbeschwerten Abend mit Mercury, Rocos und ihrem Comedy-Kollegen Kenny Everett (1944-1995) verbringen konnte, wurde die Prinzessin kurzerhand verkleidet:

Armeejacke, Ledermütze und ein Paar von Mercurys Sonnenbrillen, und schon ging Diana als jungenhaftes Männer-Model durch. In diesem Outfit ging es dann in die Royal Vauxhall Tavern, einem beliebten Treff der Londoner Schwulenszene. Dort zogen Mercury und die beiden TV-Stars alle Blicke auf sich, während Lady Di völlig unbehelligt die Getränke bestellte. Diana soll von dem Incognito-Abenteuer begeistert gewesen sein. "Sie sah aus wie ein hübscher junger Mann", erinnerte sich Rocos.


Krankheit und Tod

Wann genau Mercury sich mit dem HI-Virus ansteckte, ist unklar. In der Klatschpresse wurde seit 1986 regelmäßig über eine Erkrankung spekuliert, zumal Mercury bei seinen letzten öffentlichen Auftritten sichtlich angeschlagen wirkte. Offiziell gab Mercury seine Krankheit erst einen Tag vor seinem Tod mit einem schriftlichen Statement bekannt:

"Die Zeit ist nun gekommen, dass meine Freunde und Fans auf der ganzen Welt die Wahrheit erfahren. Ich hoffe, dass sie mich, meine Ärzte und alle, die auf der Welt gegen diese schreckliche Krankheit kämpfen, unterstützen", hieß es darin. Mercury selbst hatte den Kampf da jedoch schon aufgegeben. Der einst so vitale Showstar war am Ende zu schwach, um sein Bett zu verlassen und begann zu erblinden. In diesem Zustand entschied er sich, seine Medikamente abzusetzen, um seinen Tod zu beschleunigen. Am 24. November 1991 schloss Freddie Mercury für immer die Augen.


Seine unbekannte letzte Ruhestätte

Drei Tage später wurde seine Leiche nach zoroastrischem Ritus verbrannt. Seinen letzten Wünschen gemäß kümmerte sich Mary Austin um die Bestattung seiner Asche. Wo Mercurys letzte Ruhestätte liegt oder auch nur, ob die Urne irgendwo begraben ist oder seine Asche verstreut wurde, ist bis heute geheim. Zur Pilgerstätte der Mercury-Jünger wurde dafür sein Londoner Anwesen. Dessen äußere Mauern sind mit Graffiti und Briefen seiner Fans bedeckt und zeigen deutlich, dass Freddie Mercury immer noch unvergessen ist.


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