'Sherlock Holmes - Spiel im Schatten': Genialer Wahnsinn hoch zwei

Noomi Rapace, Robert Downey Jr. und Jude Law in 'Sherlock Holmes - Spiel im Schatten'
Noomi Rapace ist Teil des Teams im Sequel von 'Sherlock Holmes'. © Daniel Smith

4 von 5 Punkten

Wenn man von einem erfolgreichen Blockbuster eine Fortsetzung plant, dann begibt man sich auf dünnes Eis. Daher muss – sowohl den Filmemachern, als auch den Schauspielern - eines bewusst sein: Die Fortsetzung muss größer, besser und spektakulärer als sein Vorgänger sein. Genau dieses Wagnis sind Regisseur Guy Ritchie und sein Team rund um Jude Law und Robert Downey Jr. mit 'Sherlock Holmes – Spiel im Schatten' eingegangen. Und so viel sei schon mal gesagt: Vor allem Fans, die im ersten Teil riesige Explosionen und waghalsige Verfolgungsjagden vermisst haben, kommen hier voll auf ihre Kosten.

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Wir schreiben das Jahr 1891 und mysteriöse Morde halten die ganze Welt in Atem. Keiner ist in der Lage sich einen Reim auf die scheinbar nicht miteinander in Verbindung stehenden Todesfälle zu machen. Da ist guter Rat teuer! Und prompt steht Sherlock Holmes (Robert Downey Jr.), der berühmteste Detektiv der Welt, auf der Matte und erkennt durch seinen Scharfsinn, dass die Menschheit es hier mit einem skrupellosen und gleichermaßen intelligenten Genie zu tun hat. Von da an beginnt für Sherlock und seinen treuen Freund und Gefährten Dr. Watson (Jude Law) ein Rennen gegen die Zeit, denn das Grauen heißt Professor Moriarty, der sein Netz aus Tod und Vernichtung unaufhaltsam weiter spinnt.

Die Chemie und die wortwitzigen Dialoge zwischen Robert Downey Jr. und Jude Law ziehen sich wie im ersten Teil wie ein roter Faden durch den Film und spiegeln das Erfolgsrezept aus dem ersten Teil wieder – sie sind, um es mit Jude Laws Worten zu sagen, “das Herz und die Seele der Story“. Zusätzlich entwickelt 'Sherlock Holmes – Spiel im Schatten' eine völlig neue Dynamik. Da Holmes‘ Widersacher ihm intellektuell gleichrangig ist, nimmt auch das Abenteuer der beiden Protagonisten ganz andere Dimensionen an. Um das Böse aufzuhalten, führt sie ihre Verfolgungsjagd durch die Schweiz, Deutschland und Frankreich.

Weibliche Unterstützung bekommen Holmes und Watson von der Zigeunerin Sim, die von der schwedischen Schauspielerin Noomi Rapace gespielt wird. Rapace, die durch die 'Millienium'-Trilogie bekannt wurde, macht in dem Film zwar eine krasse optische Veränderung durch, kommt aber an das Schauspiel-Niveau von Jude Law und Robert Downey Jr. leider nicht ganz ran. Dafür überrascht ein ganz anderer in seiner Rolle als Mycroft Holmes. Der Brite Stephen Fry spielt Sherlocks älteren Bruder und überzeugt durch sein lockeres Wesen und schauspielerischen Können und benötigt dafür nur wenige Sequenzen im gesamten Film. Sogar vor einer Nacktszene schreckte der 54-Jährige nicht zurück.

Auch die Beteiligten hinter der Kamera haben ganze Arbeit geleistet und dabei keine Schlägerei, keine Explosion ausgelassen und die Darsteller körperlich sehr gefordert. Obwohl sich der Film sehr gut für 3D geeignet hätte, hat Regisseur Guy Ritchie auf die beliebte technische Spielerei verzichtet und ist der altbekannten Umsetzung treu geblieben.

Alles in allem ist 'Sherlock Holmes- Spiel im Schatten' eine gelungene Interpretation von Arthur Conan Doyles erfolgreichem Roman und schafft es, mit der Fortsetzung eins draufzusetzen. ‚Sherlock Holmes – Spiel im Schatten‘ ist vollends gelungen. Es wird aber für die Beteiligten schwer sein, wenn es heißen wird: Hier kommt Sherlock Holmes Teil 3. Und bei all den Ideen der Filmemacher und Schauspieler stellt sich gar nicht erst die Frage ob es einen dritten Teil geben wird, sondern wann?

Von Alexandra Mölgen

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