Sexy gegen Zombies: Milla Jovovich in 'Resident Evil 5'

Resident Evil 5 mit Milla Jovovich
Sexy gegen Zombies: Milla Jovovich © Screen Gems/Splash News

2,5 von 5 Punkten

"Sexy Mädchen, große Action, coole Kulissen" – so beschreibt Regisseur, Autor und Produzent Paul W.S. Anderson die 'Resident Evil'-Reihe. Im Prinzip ist damit auch schon alles gesagt, und man könnte meinen, dass sich das Konzept so langsam erschöpft haben sollte. Dennoch kommt mit 'Resident Evil: Retribution' jetzt bereits der fünfte Teil des Action-Horror-Spektakels in die Kinos, in dem wie üblich Milla Jovovic als toughe Amazone Alice die Zombiehorden in ihre Einzelteile zerlegt.

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Dass es auch diesmal nicht zimperlich zugehen wird, macht Anderson gleich in der Eröffnungssequenz klar. 'Retribution' setzt genau da an, wo der Vorgänger 'Afterlife' sich mit einem Cliffhanger verabschiedete: an Bord des riesigen Tankers Arcadia, auf dem Alice hoffte, andere Überlebende der Epidemie zu finden. Ihre einstige Verbündete Jill Valentine (Sienna Guillory) ist mit einer Hubschrauberflotte der miesen Umbrella-Corporation im Anflug, und dann knallt es gewaltig.

Anderson punktet dabei mit einem fulminant inszenierten Action-Spektakel in Zeitlupe, das obendrein noch rückwärts abgespielt wird. Raketen explodieren auf dem Schiff, die Kugeln fliegen Protagonisten und Publikum gleichermaßen um die Ohren, denn wie schon der Vorgänger ist auch 'Retribution' in 3D inszeniert. Sieht prima aus und die atemberaubenden Effekte vermitteln dem Publikum das Gefühl, noch näher am Geschehen zu sein.

Videospiel-Optik und Schultheater-Mimik

Sexy gegen Zombies: Milla Jovovich in 'Resident Evil 5'
© Screen Gems/Splash News

An einer packenden Story scheint sich der Regisseur dagegen überhaupt nicht mehr zu versuchen, dementsprechend passt die Handlung auch in einen Fingerhut: Alice findet sich in der Zentrale der Umbrella Corporation tief unter russischem Eis wieder, wo sie von Jill Valentine gefoltert wird. Doch ihr Erzfeind Albert Wesker (Shawn Roberts) hat noch Verwendung für sie und hackt sich in den Computer. Als Sidekick für den Ausbruch steht ihr die aus dem Videospiel bekannte Ada Wong (Li Bingbing) zur Seite, auf die sich Fans schon lange gefreut haben dürften. Parallel dazu schickt Wesker zur Verstärkung ein Elitekommando in die Umbrella-Basis, das von der anderen Seite den Weg frei machen soll. Dumm nur, dass der Konzern weiterhin fleißig an am Virus herumexperimentiert und diverse Zombiemutationen in der Anlage unterwegs sind…

Von der beklemmenden Atmosphäre des ersten Teils ist im fünften Teil bis auf ein paar Schockeffekte zu Beginn nicht mehr viel übrig geblieben. Fans der Reihe dürften sich dafür über ein Wiedersehen mit einigen Darstellern aus früheren Filmen wie etwa Michelle Rodriguez freuen. Schauspielerische Leistung und Dialoge bewegen sich allerdings leider bisweilen nur knapp über Schultheater-Niveau.

Milla Jovovic nimmt gewohnt coole Posen ein und lässt mehr oder weniger lässige Sprüche ab, ihre Mitstreiter reagieren derweil meist genauso emotionslos wie ihre untoten Gegner. In Teilen unterhaltsam ist der Film allein aufgrund der perfekt durchgestylten Actioneinlagen. Nur hartgesottene Fans dürften sich freuen, dass ein erneuter Cliffhanger nahelegt, dass es auch noch einen sechsten Teil geben wird.

Von Timo Steinhaus

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