Seth MacFarlane & Charlize Theron brillieren in A Million Ways to Die in the West

Noch nie war der Westen schöner, witziger und wilder

Kinostart: 29.05.2014

3,5 von 5 Punkten

Viele kennen seine Werke, doch seinen Namen und das dazu passende Gesicht ist vielen noch fremd. Doch das wird sich nun ändern, denn Seth MacFarlane, der Erfinder der erfolgreichen US-Zeichentrickserien 'Family Guy' und 'American Dad', hat sich nun vor die Kamera gewagt. Nach seinem weltweiten Kinoerfolg mit der Komödie 'Ted' schickt der sympathische MacFarlane mit 'A Million Ways to Die in the West' einen Live-Action-Streifen ins Rennen. Diesmal agiert das Multitalent nicht nur als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent, sondern erstmals auch als Hauptdarsteller.

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Von Alexandra Mölgen

Was bei uns mit Michael 'Bully' Herbigs 'Der Schuh des Manitu' wunderbar geklappt hat, wird in 'A Million Ways to Die in the West' mit einem bunten Bouquet aus talentierten A-List-Stars umgesetzt, die man in solch einem Film eher weniger erwartet hätte. Aber nach seiner Oscar-Moderation 2013 und den Wahnsinnseinnahmen in Höhe von über 540 Millionen Dollar weltweit für 'Ted', kann sich der gute MacFarlane anscheinend die Kirschen vom Kuchen picken. Neben Action-Star Liam Neeson und Oscar-Preisträgerin Charlize Theron konnte er auch Amanda Seyfried, Serien-Star Neil Patrick Harris, Sarah Silverman und Giovanni Ribisi für sein neues Werk verpflichten. Wie man an der Besetzung erkennen kann, könnten die Darsteller nicht unterschiedlicher sein, doch im Grunde ist es genau das, was den Film auch besonders macht.

Der Wilde Westen ist einfach nicht seine Zeit: Albert (Seth MacFarlane) langweilt sich in dem kleinen Kaff Old Stump zu Tode. Der treudoofe Schafzüchter ist alles andere als ein Cowboy. Er lebt noch zu Hause bei seinen Eltern, versucht seine wilde Schafherde minder erfolgreich unter Kontrolle zu halten und meidet alles, was zu einem Konflikt führen könnte. Seine Freundin Louise (Amanda Seyfried, 'Les Misérables') hat bald genug von dem Feigling, der noch nie in seinem Leben einen Colt abgefeuert hat. Sie macht mit ihm Schluss und vergnügt sich stattdessen lieber mit dem Womanizer der Stadt: Foy, der passenderweise von keinem Geringeren als Neil Patrick Harris verkörpert wird. Albert will sich das nicht gefallen lassen. Er fordert Foy zum Duell auf und will somit beweisen, dass in ihm ein Mann steckt. Unterstützung bekommt er dabei von einer schönen Unbekannten. Anna (Charlize Theron, 'Prometheus') ist neu in der Stadt und sucht kurzzeitig Unterschlupf, solange ihr schießwütiger Ganoven-Gatte Clinch (Liam Neeson, '96 Hours') auf Raubzug ist. Während Anna Albert das Schießen beibringt und ihm durch nette Gesten und liebevolle Worte das Selbstbewusstsein stärkt, flammen in den beiden Gefühle füreinander auf. Blöd nur, dass Albert nicht weiß, dass Anna vergeben ist und ihr Mann ihm schon auf den Fersen ist …

Amanda Seyfried, Neil Patrick Harris, Seth MacFarlane und Charlize Theron in 'A Million Ways to Die in the West'. Wer hat hier die Hosen an? Anna (Charlize Theron) zeigt den Männern, wie der Hase läuft.

Noch nie war der Westen wilder, derber und schöner

Wenn man an tollpatschige Cowboys und komödiantische Interpretationen von Western-Filmen denkt, da kommen einem sofort DIE Urgesteine der Prügel-Western-Komödien in den Sinn: Bud Spencer und Terence Hill. Klar, Seth MacFarlane hat das Genre nicht neu erfunden, doch wenn man mal ehrlich ist, so gab es seit Spencer und Hill kaum einen, der sich an solch ein Projekt getraut hat. 'Wild Wild West' mit Will Smith und Selma Hayek in der Hauptrolle war 1999 ein netter Versuch, mehr aber auch nicht. 'A Million Ways to Die in the West' hat da schon mehr zu bieten. Die Geschichte - auch wenn sie vorhersehbar ist - ist ganz nett gestrickt. Die einzelnen Darsteller bieten dem Zuschauer Sachen auf der Leinwand, die man so noch nie von ihnen gesehen hat. Oder ist es schon mal vorgekommen, dass Charlize Theron Liam Neeson, der mit heruntergelassen Hosen auf dem Boden liegt, eine Blume zwischen die Pobacken steckt?

Und genau dieser locker-leichte und unerwartete Humor sowie die tolle Chemie zwischen den Schauspielern macht das zweite Kino-Werk von MacFarlane sehenswert. Und auch er hat seine Premiere auf der Leinwand toll gemeistert. Seine Rolle hat ihm schauspielerisch sicherlich nicht alles abverlangt, doch wie heißt es so schön? Jeder fängt mal klein an! Und in die liebevollen Teddybär-Augen verliebt man sich ohnehin vor der ersten Minute an. Noch nie war der Westen witziger, derber, wilder und vor allem schöner!

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