'Seelen': 'Twilight' mit Aliens?

'Seelen': 'Twilight' mit Aliens?
'Seelen': Die nächste Romanverfilmung von 'Twilight'-Autorin Stephenie Meyer © dpa, Concorde Filmverleih

1 von 5 Punkten

Nach dem Mega-Hype um die 'Twilight'-Filme war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis der nächste Roman von Bestseller-Autorin Stephenie Meyer verfilmt werden würde. An den Erfolg der Vampir-Saga wird der Sci-Fi-Thriller 'Seelen' jedoch sicher nicht anknüpfen können - und das, obwohl hier auf die mehr oder weniger gleichen Themen gesetzt wird. Ein unschuldiges Mädchen, das es mit übernatürlichen Wesen zu tun bekommt, muss sich zwischen zwei Jungs entscheiden. Der einzige Unterschied: Statt der Vampire sind nun die Aliens los.

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Die Grundidee der Geschichte ist nicht wirklich neu: Die gesamte Erdbevölkerung wird von Aliens eingenommen, die sich in die Körper der Menschen eingenistet haben. Zu den wenigen Überlebenden gehört Melanie (Saoirse Ronan, 'Abbitte', 'Wer ist Hanna?'), ihr Bruder Jamie (Chandler Canterbury, 'Repo Man') und ihr Freund Jared (Max Irons, 'Red Riding Hood'). Doch irgendwann gerät auch sie in die Fänge der Aliens, und eine außerirdische "Seele" namens Wanda wird ihr in den Körper gepflanzt. Melanie schafft es dennoch, einen Teil ihrer Persönlichkeit beizubehalten und ihren "inneren Alien" zur Flucht zu überreden, um nach den anderen Überlebenden zu suchen. Absurd wird das Ganze jedoch, als sich ihr Alter Ego Wanda in einen Jungen verliebt...

'Seelen' bleibt seelenlos

Eigentlich hätte man meinen können, dass eine teeniegerechte Romanvorlage von Stephenie Meyer und eine Dreiecksbeziehung à la Bella, Edward und Jacob ausreichen würde, um einen einigermaßen unterhaltsamen Film zu produzieren. Aber die Rechnung geht hier nicht auf. Über zwei Stunden Filmlaufzeit ziehen sich dank fehlender Spannung und Höhepunkte scheinbar endlos in die Länge. Offensichtlich ist Regisseur Andrew Niccol ('Truman Show', 'In Time') an einer vernünftigen Umsetzung des Romans gescheitert.

So besteht ein Großteil des Films aus nervigen Monologen, die Melanie mit ihrem inneren Alien führt. Bekämpfen sich die beiden am Anfang noch, werden sie später zu besten Freundinnen und dann zu erbitterten Rivalinnen, was zu unfreiwillig komischen Szenen führt. Zwar haben die Aliens mit ihrer Invasion Verbrechen, Krankheit, Armut und Verschmutzung auf der Erde beseitigt, gleichzeitig aber auch die Persönlichkeit der Menschen eliminiert – und genau diese fehlt dem gesamten Film. 'Seelen' bleibt trotz der ordentlichen Schauspielleistung so seelenlos wie die von Aliens ausgesaugten Menschen.

Von Mariana Jang

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