Sean Penn über seine Haiti-Hilfe

Sean Penn über seine Haiti-Hilfe
Sean Penn bei seiner "Help Haiti Home" Gala in Beverly Hills © John Shearer/Invision/AP

Sean Penn (54) gehört zu den erfolgreichsten Hollywood-Stars der Gegenwart, doch er ruht sich auf seinem Erfolg nicht aus. Neben seiner Film-Karriere widmet er sich ebenso fleißig einer anderen Leidenschaft. Die hat ihm mittlerweile den Ruf eingebracht, zu den "engagiertesten humanitären Helfern" im Showbusiness zu zählen.

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Der Schauspieler im Interview

Kurz nach dem katastrophalen Erdbeben in Haiti im Jahr 2010 machte sich Penn mit einer Handvoll einflußreicher Freunde zum Inselstaat in der Karibik auf, um mit der von ihm gegründeten "Haitian Relief Organization" (HRO) Soforthilfe für die Millionen von obdachlosen Inseleinwohnern zu leisten.

Die Nachrichtenagentur spot on news hat Penn getroffen und ihn - fast fünf Jahre nach dem Erdbeben - gefragt, wie erfolgreich die humanitäre Arbeit seiner Organisation wirklich ist und ob er noch heute genauso involviert ist wie zu Beginn der Aktion.

"Wir haben mit 30 Amerikanern angefangen. Wir wollten sofort Morphin und andere lebenswichtige Medikamente verteilen nach dem Beben in 2010", erzählt Penn spot on news. "Heute hat unsere Organisation mehr als 350 Festangestellte, die meisten davon stammen aus Haiti. Wir haben unterschiedliche Sektoren eingerichtet. Darunter Erziehung, Umsiedlung, Gesundheit und Ingenieurwesen. Diese Sektoren wurden am meisten benötigt in Haiti", erklärt Penn weiter.

Auf den Erfolg von HRO ist Penn, der seine Arbeit als Katastrophenhelfer als seine "zweite Karriere" bezeichnet, ganz offensichtlich sehr stolz. Und er wird nicht müde, diesen Erfolg auch mit Zahlen zu stützen: "Im ersten Camp hatten wir 60.000 Menschen. Alle wurden umgesiedelt und haben ein neues Zuhause gefunden. Wir hatten in fünf Jahren nach dem Beben mehr als 1.6 Millionen Menschen ohne Dach über dem Kopf. Jetzt, nach fünf Jahren, sind es nur noch 65.000 Menschen, die ein neues Zuhause finden müssen. Das sind echte Erfolgsmeldungen. Unsere Haiti-Hilfe funktioniert hervorragend", sagt Penn.

Seine Filmkarriere hat der Oscar-Gewinner dennoch noch nicht an den Nagel gehängt. Am 30. April kommt er mit einem neuen Film in die Kinos: In "The Gunman" spielt Penn das erste Mal in seinem Leben einen echten Action-Helden. Auf die Frage, ob er es auf seine "alten Tage" seinem Kollegen Liam Neeson gleichtun wolle, der als alternder Action-Star bekanntlich ebenfalls eine neue Adrenalin-Spritze für seine Karriere bekommen hatte, sagte Penn: "Ich bin jetzt Rentner-Action-Star Penn. Und dabei fühle ich mich noch gar nicht so alt."

Sein Prozess als Schauspieler, so erzählt Penn spot on news, habe sich allerdings "sehr wohl verändert in den letzten Jahren. Ich musste lernen, mich von dem Material, das mir gegeben wurde, zu befreien. Ich musste mich von den konventionellen Fesseln der Schauspielerei befreien", erzählt Penn weiter. Heute mag er eher den Prozess, den sein Freund Clint Eastwood (84, "American Sniper") als Regisseur anwendet: "Clint ist wie ein Jazzmusiker. Sein Ensemble kommt zum Set und fängt einfach an zu spielen. Das gefällt mir ungemein. Und ich glaube, das mache ich heute besser als noch vor einigen Jahren."

Die Schauspielerei gefalle ihm heute noch immer. Aber der 54-Jährige, der mit Kollegin Charlize Theron (39, "Prometheus") liiert ist, nimmt sich dieser Tage die Freiheit heraus, so sagt er selbst, "nur noch mit Leuten zusammenzuarbeiten, die ich respektiere und die genauso vorbereitet zur Arbeit kommen wie ich es tue. Nur dann kann ein wirklich gutes Produkt abgeliefert werden", sagt Penn.

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