Schnee in Cannes und ein runzliger Komiker

Schnee in Cannes und ein runzliger Komiker

Jim Carrey schlimmer als Brad Pitt

Oh mein Gott, was haben sie mit Jim Carrey gemacht? Er sieht aus wie ein Hutzelmännchen in seinem neuen Film – schlimmer als Brad Pitt in „Benjamin Button“.

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Da machten einige Passanten große Augen, als vor dem Carlton Hotel auf einmal Schnee fiel. Natürlich Kunstschnee, schließlich ist es an der französischen Mittelmeerküste sonnige 23 Grad warm.

Spätestens als Jim Carrey, Robin Wright Penn und Colin Firth aus ihren Kutschen stiegen, war den zahlreichen Schaulustigen klar, dass es irgendwas mit Jim Carreys Film „A Christmas Carol“ zu tun haben musste. Denn seit Tagen prangte das gigantische Plakat für die neue Disney-Produktion über dem Eingang der Nobelherberge.

Aber Moment: Wie bitte sieht denn Jim Carrey aus? Wie ein alter Tattergreis! Der Schauspieler, der sich in Filmen wie „Die Maske“ gern zum Clown machte, mimt in der Charles-Dickens-Verfilmung gleich vier Rollen, darunter den grantligen Geizhals Scrooge. So schaut Carrey faltiger aus als Brad Pitt in „Benjamin Button“. Die Furchen in seinem Gesicht stammen jedoch zum Glück aus dem Computer und sind in 3 D animiert.

„Ich singe nur ABBA!“

Schnee in Cannes und ein runzliger Komiker

Beim anschließenden Pressetermin sieht Jim Carrey zum Glück wieder glatter aus, auch wenn er mit seiner schwarzen Architektenbrille ungewohnt auf seriös macht. Er ist froh, dass er mal nicht den Clown geben muss und hat sichtlich Spaß an der neuen Technik. „Wenn man sich einmal an den deine Manneskraft zerquetschenden Elastikanzug gewöhnt hast, macht es richtig Spaß“, pflichtet Colin Firth („Bridget Jones“) ihm bei.

Jim Carrey muss sich gegen den Verdacht verteidigen, er hätte was gegen Weihnachten. Schließlich hat er einst den X-Mas-Hasser „Grinch“ gespielt. „Nun ja, Weihnachten ist für viele Leute eine schwere Zeit“, kommt er ins Grübeln. „Ich hatte auch ein paar nicht so tolle Feste.“ Fein, dann kann eine Kollegin ja mal fragen, was sein liebstes Weihnachtslied war und wie er als Kind mit die Festtage verbracht hat.

„Oh, ich kann deine Fragen alle nicht leiden“, stöhnt Carrey und stimmt dann zur Versöhnung einen Elvis-Song an. Macht er gar nicht mal schlecht, schließlich ist das hier Spontan-Karaoke ohne musikalische Begleitung. Colin Firth, der sich zuletzt in „Mamma Mia!“ zum Löffeln machte, drückt sich mit den Worten: „Ich singe nur ABBA.“

Das 3 D-Abenteuer, dessen erste Szenen wirklich vielversprechend aussehen, kommt pünktlich vor Weihnachten dieses Jahr ins Kino. Wir Journalisten haben bis dahin Zeit, das Buch von Oscar Wilde zu lesen, das man uns vorsorglich in die Hand drückte, bevor es zum Presselunch mit Models in Filmkostümen ging – ab durch einen langen blauen Tunnel mit künstlichem Nebel. Da kam man sich selbst ein bisschen vor wie in einem Disney-Film.

Von Mireilla Zirpins

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