Schandmaul: Kampf für mehr Menschlichkeit

Schandmaul
Schandmaul halten Kurs. Foto: Universal/Robert Eickelpoth © deutsche presse agentur
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Schandmaul sind erwachsen geworden. Seit ihrer Geburtsstunde vor 18 Jahren in der Kneipe "Die Hexe" im bayrischen Gröbenzell hat sich die Mittelalter-Folkrock-Band zu einem der erfolgreichsten deutschen Vertreter des Genres entwickelt.

"In dieser Zeit haben wir viel gelernt. Auch sich selbst zurückzunehmen", sagte Sänger Thomas Lindner im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Durch solche Lernprozesse ist auch ein Album wie "Unendlich" entstanden, das sich mehr als 100.000 Mal verkaufte und auf Platz zwei der Charts landete. Jetzt, zwei Jahre später, legen Schandmaul ihr neuntes Studio-Album "Leuchtfeuer" nach. Von erhöhten Erwartungen fühlt sich das Sextett anscheinend nicht bedrängt. "Grundsätzlich geht es uns darum, Leute zu erreichen und nicht, um das große Geld zu verdienen", erklärte Lindner: "Uns ist es lieber, wir sind auf Platz 4711 in den Charts und verkaufen 100.000 Alben, als dass wir nur 20.000 Alben verkaufen, aber auf Platz eins stehen."

Auf "Leuchtfeuer" geht es viel um das Thema Menschlichkeit, die laut Gitarrist Martin Duckstein "in der heutigen Zeit ganz gern mal verloren" geht. Für mehr Menschlichkeit auf der Welt lohne es sich zu kämpfen. Das illustriert die Band im Eröffnungsstück "Orleans", in dem es um Johanna von Orleans geht, die durch ihren Kampf gegen die Engländer und Burgund als ein Leuchtfeuer in die Geschichte Frankreichs eingegangen ist.

Der Song ist eine Hymne geworden, in der 110 Instrumente zum Einsatz kommen. Neben der normalen Rockfraktion der Band sind Dudelsäcke, Blechbläser, Hörner, Trompeten und Posaunen zu hören. Außerdem spielte ein Streicher-Orchester groß auf. Vor zwei Jahren konnte Geigerin Anna Kränzlein noch kein Cello spielen. "Ich habe es extra gelernt, und jetzt ist es auf 'Leuchtfeuer' zu hören", sagte die Musikerin.

In ihrer Karriere erlebte die bayrische Band erst einen Besetzungswechsel. "Wir passen super zusammen: menschlich und musikalisch. Wir haben es immer geschafft, Krisen zu meistern", erklärte Duckstein die Kontinuität.

In zwei Jahren feiern Schandmaul ihr 20-jähriges Bandjubiläum. Zurück in "Die Hexe", wo mit einer Jam-Session im Jahr 1998 alles begann, wird es aber nicht gehen. "Wir kommen nach Köln. Das liegt in Deutschland ziemlich zentral", sagte Lindner. In der Lanxess-Arena soll auch eine DVD mit dem Titel "20 Jahre Schandmaul" aufgenommen werden.


Quelle: DPA
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