Sarah Michelle Gellar beschließt erwachsen zu werden – mit einer Depri-Rolle

'Veronika beschließt zu sterben': S.M. Gellar versucht, ihr Tenniestar-Image loszuwerden

Sarah Michelle Gellar beschließt erwachsen zu werden – mit einer Depri-Rolle
© SARAH SHATZ

Buffy? Das war einmal. Nun ist die Ex-Vampirjägerin (33) seit acht Jahren mit Ex-Teenieschwarm Freddie Prinze Jr. verheiratet, seit einem Jahr auch Mama und will sich mit der Rolle einer lebensmüden Yuppie-Frau in „Veronika beschließt zu sterben“ ein neues Image verpassen – als ernsthafte Schauspielerin. Ob das so klappt?

Lange hatten wir nichts gehört von S.M. Gellar, wie ihre Fans sie liebevoll nennen. Seit „The Grudge 2“ hat sie keinen Popcorn-Film mehr gedreht, ambitioniertere Projekte wie „Southland Tales“ oder „Suburban Girl“ überzeugten weder Kritiker noch Publikum. Nun versucht Gellar erneut, ihr Teeniestar-Image , das sie mit Streifen wie „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ oder „Scoo-be-doo“ zementiert hatte, endlich loszuwerden und setzt dabei auf die Verfilmung eines Bestsellers von Paolo Coelho – „Veronika beschließt zu sterben“.

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Für eine Spielzeit von 103 Minuten passiert leider einfach zu wenig

Mit hängenden Mundwinkeln spielt sie eine beruflich erfolgreiche junge Frau, der ihr Besserverdienenden-Leben so auf den Senkel geht, dass sie die einzige logische Schlussfolgerung in einer Überdosis Medikamente sieht. Eine Abschiedsemail sorgt dafür, dass sie rechtzeitig gefunden wird. Veronika landet in einer Edel-Klapse, wo man ihr eröffnet, dass sie sich mit ihrem Suizid nachhaltig geschadet hat, denn sie hat sich dabei ein Aneurysma zugezogen, das früher oder später platzen wird. Nun ist sie zum Sterben auf Raten verurteilt, zunächst aber erst mal zum Weiterleben unter ständiger Bewachung verdammt. Natürlich will Veronika nur eins: Jetzt erst recht sterben, aber ganz schnell.

Spätestens hier ist klar, dass das kein Gute-Laune-Film und auch keine rabenschwarze Komödie im Stil von „Wilbur Wants To Die“ oder „Harold und Maude“ mehr wird. Zu lachen gibt es hier eh nichts, das ist alles ganz bierernst gemeint, rührt aber nie an die Tränendrüsen. Veronikas Eltern und ihr Seelenklempner (unterfordert: David Thewlis) verstehen die Verzweifelte nicht – der Zuschauer ehrlich gesagt auch nicht. Zu verschlossen bleibt die Figur, zu unnahbar Sarah Michelle Gellar in dieser Rolle. Da hilft es auch nichts, dass man ihr mit Milchbubi Edward (Jonathan Tucker) einen Mitpatienten an die Hand gibt, der sie wieder liebensfähig machen soll.

Leider hat Regisseurin Emily Young die ganze Sache nicht so richtig im Griff. Sie beschränkt sich auf düstere Bilder, die edel wirken sollen, aber die erlesenen Klinikinterieurs lassen Veronikas Probleme weniger gravierend erscheinen. Dazu fällt ihr inszenatorisch nichts ein, um davon abzulenken, wie dialoglastig das Drama ist. Und seien wir ehrlich: Für eine Spielzeit von 103 Minuten passiert auch einfach zu wenig. Wenn dieser Streifen für irgendwen von Interesse ist, dann für Leser der Romanvorlage. So wird leider auch diesmal niemand bemerken, dass Sarah Michelle Gellar jetzt erwachsen sein will.

Von Mireilla Zirpins

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