Sara Schätzl: Lebensbeichte über Bulimie und der Angst vor dem Leben

Sara Schätzl
Jahre lang litt Sara Schätzl an Bulimie

"Es gab keinen einzigen Tag an dem ich mich mochte"

Sara Schätzl war die angebliche Affäre von Schauspieler Bernd Herzsprung, tanzte auf jeder Party der Münchner Schickeria. Jetzt, Jahre später, lässt die 27-Jährige das erste Mal die Party-Fassade fallen und schreibt in einem Buch über ihre Sucht. 280 Seiten Lebensbeichte in der auch ihre Bulimie eine große Rolle spielt.

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"Ich wollte, dass man mich bemerkt. Ich wollte mir so vorkommen als wäre ich was wert. Meine Fassade war eine gezielte Kunstfigur, die alles sein konnte, was ich nicht sein konnte", verrät sie im Interview mit RTL. Doch das Verstellen kostete Kraft. Und diese Kraft hatte Sara Schätzl irgendwann nicht mehr. "Ich war immer ein extremes Sensibelchen. Ich hatte Angst vor dem Leben. Ich dachte immer, dass so jemanden keiner Lieben kann, deshalb wollte ich auch nicht so sein. Es gab keinen einzigen Tag an dem ich mich mochte", gibt Schätzl zu.

Stattdessen machte sie auf gut gelaunte Party-Maus, eine angebliche Affäre mit Schauspieler Bernd Herzsprung macht sie in der Münchener Schickeria bekannt. Doch niemand ahnte, wie ihr Leben jenseits der Glitzerwelt aussieht. Sara Schätzl hatte Bulimie, bis 2014 erbrach sie täglich, mit 14 zum ersten Mal. "Du kaufst Tonnen von Essen und sperrst dich damit ein, das ist dann schon ein wahnhafter Zustand und eigentlich ist es auch egal, was du isst. Und dann, wenn du gar nichts mehr reinbekommst, übergibst du dich und danach bist du sehr, sehr müde und schläfst erstmal zwei, drei Stunden!" Über zehn Jahre war die Krankheit ihre „beste Freundin“, bei ihr durfte sie schwach sein, an ihr hielt sie sich fest.

2012 wurde Sara Schätzl Mutter eines Sohnes, Louis. Durch ihn schaffte sie es, die Bulimie loszulassen. Die Schauspielerin zog in die USA und hat in Los Angeles ein neues Leben begonnen. Doch als der Vater des Kleinen sie verließ, wurde alles schlimmer denn je. Sobald ihr Sohn schlief fing Sara wieder an zu essen und sich zu erbrechen. „Ich saß dann auch viel rum und hab geheult“, sagt sie. „Ich weiß nicht, ob Louis etwas mitbekommen hat, aber ich habe mein Leben in der letzten Sekunde geändert.“

Seit einem Jahr macht die 27-Jährige jetzt eine Therapie - für ihren Sohn, aber auch für sich. Heute gilt Sara als gesund, seit sieben Monaten hat sie sich nicht mehr übergeben. "Aber das heißt nicht, dass mich mein Leben nicht immer wieder auf die Probe stellt", fügt Sara hinzu.

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