'Saphirblau: Liebe geht durch alle Zeiten' mit Jannis Niewöhner und Maria Ehrich vermittelt Soapfeeling

Jannis Niewöhner und Maria Ehrich spielen in Saphirblau
Jannis Niewöhner (Gideon) und Maria Ehrich (Gwendoyln) spielen die Hauptrollen in 'Saphirblau'.

3,5 von 5 Punkten

Mittelstücke haben es besonders schwer. Kein Anfang, kein Ende – und trotzdem müssen sie ihren Zweck erfüllen. Gerade bei Kinofilmen ist es eine besondere Herausforderung, die Geschichte für sich sprechen zu lassen und sie gleichzeitig in die große Gesamterzählung einzubetten. In 'Saphirblau' hat sich das Regie-Duo Felix Fuchssteiner und Katharina Schöde daran gewagt, den zweiten Band aus Kerstin Giers Zeitreise-Trilogie 'Liebe geht durch alle Zeiten' auf die Leinwand zu bringen. Der Spagat gelingt nicht ganz. Denn während die Fortsetzung der Zeitreisegeschichte in großen Teilen auf Romantik setzt, kommen Unerfahrene bei dem vollgepackten Plot sicher nicht hinterher.

- Anzeige -

Von Janina Lenz

Nachdem Bella Swan und ihr Edward in der 'Twilight'-Saga ihre glückselige Liebe fanden, sind mit Gwendolyn und Gideon endlich zwei neue Helden gefunden, die es wert sind, dass man mit ihnen mitleidet und mitliebt. Schon mit 'Rubinrot' sprang das deutsche Kino auf den Zug der Fantasy-Jugendliteratur auf. Denn seit Gwendolyn Shepherd (Maria Ehrich, 'Rock it!') erfahren hat, dass sie ein Zeitreise-Gen geerbt hat und in die Vergangenheit eintauchen kann, ist ihr Leben komplett auf den Kopf gestellt. Gemeinsam mit Gideon de Villiers (Jannis Niewöhner, 'Freche Mädchen 2') hat sie die Aufgabe, im Auftrag der Loge eine mysteriöse Aufgabe zu erfüllen. Doch immer wieder muss sich Gwen fragen, ob die Absichten der geheimen Gesellschaft ehrenhaft sind. Und auch Gideons Gefühle ist sie sich nicht sicher – nur, dass sie selbst ihr Herz an ihn verloren hat, steht fest.

Der zweite Teil der 'Liebe geht durch alle Zeiten'-Trilogie beginnt mit einem Rückblick: Sehr zuschauerfreundlich werden alle Ereignisse aus 'Rubinrot' noch einmal zusammengefasst. Doch dann geht es rasant weiter: Die Liebesgeschichte um Gwendolyn und Gideon nimmt an Fahrt auf, mit den typischen Verwicklungen einer Teenagerromanze. Es wird geflirtet, gezickt und gestritten – Maria Ehrich und Jannis Niewöhner lassen hier ein Soap-ähnliches Gefühl aufsteigen. Die beiden Jungschauspieler zeigen, wie gut die Chemie zwischen ihnen ist.

Doch auch andere Darsteller müssen erwähnt werden: Mit dem Wasserspeier-Dämon Xemerius, gesprochen von Rufus Beck, zieht eine vollständig computeranimierte Figur in den Cast ein, die für einige Aufheiterung sorgt. Denn: Xemerius kann nur von Gwen gesehen werden und stiftet deshalb immer wieder Verwirrung. Aber auch Katharina Thalbach in ihrer Rolle als Gwens Großtante Maddy, die wie schon im ersten Teil leider zu wenig Platz findet, glänzt mit großem Unterhaltungsfaktor.

Der vollgepackte Plot und das Bemühen um mehr Dynamik gehen bei 'Saphirblau' allerdings deutlich auf Kosten der erzählerischen Tiefe. So haben die zahlreichen Zeitreise-Szenen trotz der tollen technischen Umsetzung größtenteils keinen Mehrwert – zu schnell rauschen sie an den Zuschauern vorbei, die so keinerlei Zeitgefühl für die unterschiedlichen Epochen entwickeln können. Dabei werden gerade die Zeitreisen durch viele schmucke Kostüme und Requisiten abgebildet – und im Anschluss mit viel zu moderner Musik gebrochen. Insbesondere die Szene einer Soirée im Rokoko erscheint da als ihre eigene Pop-Variante. Denn plötzlich wird der 'Time Warp' aus der 'Rocky Horror Picture Show' angestimmt statt zeitgenössischer Musik aus dem 18. Jahrhundert.

Schlussendlich aber ist 'Saphirblau' ein Beweis dafür, dass das deutsche Kino junge Bestseller unterhaltsam in Szene setzen kann. Das Potenzial der Zeitreisegeschichte ist groß, so dass man sich fragt, ob im dritten und letzten Teil 'Smaragdgrün' wirklich alle Hintergründe aufgelöst werden können. Wenn der Film 2015 in die Kinos kommt, werden wir es wissen.

Kinostart: 14.08. 2014

— ANZEIGE —