Sandra Hüller will nicht nach Hollywood

Sandra Hüller will nicht nach Hollywood
Sandra Hüller und Peter Simonischek spielen die Hauptrollen in "Toni Erdmann" © Euro Video, SpotOn

"Toni Erdmann" auf Oscar-Kurs

Hollywood hat sich in einen deutschen Film verliebt. Die amerikanische Fachpresse bejubelt "Toni Erdmann" als einen der "besten deutschen Exporte seit BMW und Mercedes". Ein US-Remake ist bereits in Planung. Und am 26. Februar hat "Toni Erdmann" zudem die Chance, einen Oscar als "Bester ausländischer Film" zu gewinnen. Es wäre der erste Goldjunge in dieser Kategorie seit dem Triumph von "Das Leben der Anderen" im Jahr 2007.

Im Gespräch mit spot on news gibt Hauptdarstellerin Sandra Hüller (38, "Finsterworld") zu, dass sie die Aufmerksamkeit, die "Toni Erdmann" in den USA erhält, "durchaus ein bisschen überrascht habe". Und das, obwohl sie gewusst habe, dass "die Filme von Maren Ade [Regisseurin von 'Toni Erdmann', Anm. d. Red.] begeistern". Hüller weiter: "Es war immer schon ein Traum von mir, mit ihr zusammenzuarbeiten."

Ihre Rolle eine "Bitch"?

Besonders begeistert habe sie an diesem Film, dass "egal, wie oft du dir den Streifen auch anschaust, du entdeckst jedes Mal ein neues Geheimnis", so die Schauspielerin. Über ihre eigene Rolle im Film sagt sie: "Ich mag an ihr, dass sie niemals aufgibt, immer weitermacht, viele Leute sagen mir, dass sie eine echte 'Bitch' sei, aber das sehe ich ganz und gar nicht so."

Auf die Frage, warum der "Toni Erdmann" ausgerechnet in den USA so gut ankommt, antwortet Hüller: "Meine Figur in dem Film steht für so viele Frauen, die einfach nur ihren Job in einer noch immer von Männern bestimmten Welt erledigen. Sie würde das aber niemals so sagen, denn sie hat sich dieses Leben genauso ausgesucht, und sie übernimmt die volle Verantwortung dafür."

Keine Hollywood-Karriere?

Über eine eigene Hollywood-Karriere denkt die gebürtige Thüringerin allerdings auch nach dem Erfolg von "Toni Erdmann" nicht nach. "Ich liebe Hollywood-Filme, aber ich weiß nicht, ob ein Leben in Hollywood das Richtige für mich wäre. Eine Karriere in den USA fordert einfach zu viele Opfer, und ich weiß nicht, ob ich bereit bin, diese zu bringen", gibt die 38-Jährige zu bedenken. Ob sich ihre Einstellung dazu nach der Oscar-Verleihung am 26. Februar ändern wird, bleibt abzuwarten...

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