Sachsen: Anzahl der Bienenvölker hat im Vergleich zu 2015 um knapp 50 Prozent zugenommen

Biene
Voll bepackt mit Pollen und Blütenstaub: In Sachsens Städten gibt es immer mehr Bienen. Foto: Patrick Pleul © DPA

Rund 46.400 Bienenvölker schwirren nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums durch den Freistaat. Vor allem in Sachsens Großstädten summt es mit steigender Tendenz.

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In Chemnitz stieg seit 2003 die Anzahl der Bienenvölker um 133 Prozent von 547 auf 1276, sagte Ute Friedel vom Veterinäramt Chemnitz. Die Anzahl der Imker habe sich von 52 auf 196 fast verdreifacht.

"Die Menschen in den Städten wollen wieder naturnaher leben und dazu gehört auch die Rückkehr zu Naturprodukten", erklärt sich Friedel den Trend zur eigenen Honigbiene. In Leipzig habe die Anzahl der Bienenvölker allein im Vergleich zu 2015 um knapp 50 Prozent zugenommen. Aktuell seien 193 Imker mit 2033 Völkern gemeldet, sagte Veterinäramtsleiterin Gabriela Leupold.

Dresden habe inzwischen 472 Bienenhalter mit insgesamt 2500 Bienenvölkern, Ende 2014 seien es noch 1700 Völker gewesen - ein Anstieg von 47 Prozent. "Es werden nahezu täglich neue Bienenvölker angemeldet", hieß es vom Dresdner Veterinäramt.

Für den Landesverband Sächsischer Imker, der rund 3900 Bienenhalter vertritt, ist der anhaltende Trend ein zweischneidiges Schwert. Zum einen sei der jahrelange Rückgang der Bienenvölker aufgehalten. Mittlerweile erzeugten Sachsens Bienen 1500 Tonnen Honig im Jahr.

Andererseits nehme aber die sogenannte "Wildbienenhaltung" in der Stadt zu, beklagt der Verbandsvorsitzende Michael Hardt. Dabei werde den Tieren aus "vermeintlicher Tierliebe" lediglich ein Unterschlupf zur Verfügung gestellt. Die Bienen seien weitestgehend auf sich allein gestellt, Honig werde nicht erzeugt.

In der Stadt könnten das natürliche Aggressionsverhalten und das Ausschwärmen zum Problem werden, erklärte der Verbandschef. Er sei selbst schon hinzugerufen worden, um Völker wieder einzufangen, die sich etwa an Gebäuden in Leipzigs Innenstadt niedergelassen hatten. Gelinge das nicht, könne nur noch der Kammerjäger helfen, um eine Gefahr für den Menschen abzuwenden. "Es gehört aber zur Verantwortung eines Tierhalters dazu, sich auch um das Tier zu kümmern."

Ob die Feuerwehr in Sachsens Großstädten aufgrund der stetig mehr werdenden Bienen verstärkt zum Einsatz ausrücken muss, ist unklar. Das werde statistisch nicht erfasst, hieß es vom Innenministerium.

Friedel vom Chemnitzer Veterinäramt beobachtet ebenfalls eine zunehmende "Blauäugigkeit". Sie schätzt, dass etwa zehn Prozent der neu hinzukommenden Bienenhalter zu wenig über das "anspruchsvolle Hobby" wissen.


dpa

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