Russell Crowe, Mark Wahlberg und Catherine Zeta-Jones in 'Broken City' - Filmkritik

Russell Crowe, Mark Wahlberg und Catherine Zeta-Jones in 'Broken City' - Filmkritik
Welches Spiel treibt die Bürgermeister-Gattin (Catherine Zeta-Jones)?

3 von 5 Punkten

Russell Crowe, Mark Wahlberg und Catherine Zeta-Jones ziehen in diesem New-York-Thriller die Strippen. Doch die Top-Besetzung kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Drehbuch Schwächen hat.

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Mark Wahlberg mimt dabei einen Typen ganz nach seinem Geschmack: Den kleinen Cop Billy Taggart, einem aus dem Volk, der sich mit den Mächtigen anlegt. Er hat in Notwehr einen Mann erschossen, die Beweislage ist dürftig, doch geht die Sache mit Protektion von oben zu seinen Gunsten aus. Er bleibt straffrei, muss nur seinen Dienst quittieren. Sieben Jahre lang hält sich der Ex-Detective und jetzt auch Ex-Alkie als privater Schnüffler mehr schlecht als recht über Wasser, als sich der Bürgermeister Nicolas Hostetler (ordentlich schmierig und mit unvorteilhafter Frisur: Russell Crowe) wieder bei ihm meldet. Er findet, Taggart sei ihm nach der Notwehr-Geschichte einen Gefallen schuldig. Gegen eine stattliche Summe soll Taggart herausfinden, mit wem Hostetlers Frau fremdgeht.

Irritiert heftet sich Taggart an die Fersen der geheimnisvollen Gattin (Catherine Zeta-Jones, die hier wenig Gelegenheit zur Entfaltung bekommt) und bekommt schnell raus, wer bei der Lady ein- und ausgeht. Ein bisschen zu schnell, wie dem Zuschauer schwant. Denn wenige Szenen später ist der Lover (Kyle Chandler) tot. Und raten Sie mal, auf wen der Verdacht fällt?

Russell Crowe, Mark Wahlberg und Catherine Zeta-Jones in 'Broken City' - Filmkritik
Der Cop Billy Taggart (Mark Wahlberg) steht unter Mordverdacht.

Taggart muss auf eigene Faust ermitteln, um seine Unschuld zu beweisen und findet heraus, dass der Bürgermeister in schmutzigen Immobiliengeschäften mit drinhängt. Leider wird es da auch schon unglaubwürdig. Die brisanten Akten über die Millionendeals stehen einfach so in einem Karton im Hinterhof, da muss der Privatdetektiv nicht mal eine Fensterscheibe einschlagen. Wichtig scheinende Figuren verschwinden plötzlich aus der Handlung. Und aus der rätselhaften Rolle von Catherine Zeta-Jones macht Regisseur Allen Hughes, der zuletzt mit seinem Bruder Albert wesentlich überzeugender 'Book Of Eli' inszenierte, einfach zu wenig, sodass die Arme völlig unterfordert herumschleicht und nur schön aussieht.

Da haben die männlichen Darsteller schon mehr zu tun. Bei 'Les Misérables'-Star Russell Crowe ist man heutzutage ja schon froh, wenn er nicht singt. Als feister Fiesling ist er sogar ganz prima besetzt. Mark Wahlberg ist manchmal schauspielerisch etwas herausgefordert, gibt aber einen passablen Protagonisten ab. Die Überraschung aber ist Newcomerin Alona Tal (Serienjunkies bekannt aus 'Supernatural' oder 'Veronica Mars'), die Wahlberg als seine freche Assistentin Katy glatt die Schau stiehlt.

Immerhin kommt bisweilen Spannung auf, und Kameramann Ben Seresin ('Transformers') schafft mit seinen Bildern vom nächtlichen New York eine schöne Noir-Stimmung. So ist 'Broken City' trotz seiner Drehbuchsackgassen ein ganz unterhaltsamer Thriller, aber einer mit deutlichem Verbesserungspotenzial.

Von Mireilla Zirpins

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